Nach Kommunalwahl

Neugewählte Bürgermeister drücken Schulbank

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Der Referatsdirektor des bayerischen Gemeindetages Gerhard Dix spricht am 19.03.2014 in Bad Wörishofen (Bayern) vor neu gewählten bayerischen Bürgermeistern.

Bad Wörishofen - Nach der Kommunalwahl am Sonntag gibt es in Bayern rund 500 neue Bürgermeister. Um sie besser auf ihr Amt vorzubereiten, werden Schulungen angeboten - und das Interesse daran ist enorm.

Gerade einmal drei Tage ist es her, dass Christoph Mettel zum neuen Bürgermeister seiner Gemeinde gewählt wurde. Und schon beschäftigt sich der 41-Jährige aus Haunsheim (Landkreis Dillingen) mit solch komplizierten Themen wie das Fördersystem im bayerischen Kindergartenwesen, Kommunalfinanzen und Energiepolitik. „Das Bürgermeister-Business ist sehr umfangreich geworden. Ich bin deshalb dankbar für jede Hilfe, die wir Neulinge vor Amtsantritt bekommen“, sagt der CSU-Politiker am Mittwoch in Bad Wörishofen im Unterallgäu. Dort drückt Mettel bis Freitag beim Bayerischen Gemeindetag zusammen mit 39 anderen neu gewählten Bürgermeistern die Schulbank.

280 von rund 500 neuen Bürgermeistern werden geschult

Mettel ist Soldat. Vieles von dem, was er in den nächsten Tagen zur Vorbereitung auf seine neue Aufgabe zu hören bekommt, ist für ihn Neuland. „Die wenigsten von uns sind in der Kommunalverwaltung tätig, wir kommen aus allen möglichen Berufen. Deshalb ist es gut, dass dieses Angebot existiert“, sagt er. Mettel hat sich aber nicht nur wegen der breiten Themenpalette für das Seminar angemeldet. „Genauso wichtig wie die Vorträge ist der Austausch in den Pausen und am Abend mit den Kollegen.“

Nach Angaben von Gerhard Dix, Referatsdirektor des Bayerischen Gemeindetags, wurden in Bayern rund 500 neue Bürgermeister gewählt. 280 von ihnen werden in den nächsten Wochen geschult. Die Drei-Tages-Seminare, die den angehenden Rathauschefs den Einstieg ins kommunale Amt erleichtern sollen, finden in allen Regierungsbezirken statt. „Das Interesse ist riesig. Wir müssen wahrscheinlich noch zusätzliche Seminare anbieten“, sagt Dix.

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Es wird auch Menschliches mit auf den Weg gegeben

Grundlegende rechtliche, organisatorische und personelle Fragen sowie Aspekte der Mitarbeiterführung, Öffentlichkeitsarbeit und Stressbewältigung werden bei den Seminaren von erfahrenen Fachleuten behandelt. Abschließend besteht für die Neulinge noch die Möglichkeit, sich mit einem erfahrenen Bürgermeister auszutauschen.

Zum Auftakt der Schulung steht das Thema „Kinder, Bildung und Betreuung“ auf dem Programm. Mit humorvollen aber auch deutlichen Worten erklärt Dix den Teilnehmern, dass es künftig von ihnen abhängt, ob die Kinder am Ort gehalten werden können. „Wenn den Eltern die Einrichtung oder das pädagogische Konzept vor Ort nicht gefällt, bringen sie ihre Kinder in die Nachbargemeinde. Dann sind sie für das Dorf verloren.“ Trotz der Fülle von Paragrafen, Auflagen und Förderrichtlinien versäumt es Dix nicht, den künftigen Gemeindechefs auch Menschliches mit auf den Weg zu geben. „Nehmen Sie manches auch mal mit Humor - das macht es oft leichter.“

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"Es tut gut, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen"

Die Amtsperiode für die neu gewählten Bürgermeister beginnt am 1. Mai. Dass die Seminare des Bayerischen Gemeindetags unmittelbar nach den Kommunalwahlen beginnen, halten viele für wichtig. „So haben wir noch Zeit, uns einzuarbeiten“, sagt Anna Meier. Die 46-jährige Pflegehelferin wird Gemeindechefin (parteilos) im oberbayerischen Oberneukirchen (Landkreis Mühldorf am Inn). Froh über die dreitägige Auszeit kurz nach dem Wahlsonntag ist Meier auch aus einem anderen Grund: „Der Wahlkampf war für uns alle anstrengend. Es tut gut, zwischendurch mal ein paar andere Gesichter zu sehen und sich mit Gleichgesinnten auszutauschen.“

dpa

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