Rote Schneise ist breiter geworden

So haben die Stadtviertel gewählt

So waren die Mehrheiten zwischen Reiter (rot) und Schmid (schwarz) nach dem ersten OB-Wahlgang am 16. März verteilt. Mit Klick auf das Symbol oben rechts sehen Sie das ganze Bild.

München - Die rote Schneise, die Dieter Reiter bei der OB-Wahl am 16. März durch München geschlagen hat, ist breiter geworden. Ein Blick auf die Landkarte nach der Stichwahl lässt Reiters Sieg noch glanzvoller erscheinen:

In vier Stadtvierteln, in denen am 16. März noch CSU-Kandidat Josef Schmid die Nase vorn hatte, sicherte sich der SPD-Mann die Mehrheit. Damit hat er in 20 der 25 Stadtbezirke die Stichwahl für sich entschieden. Die Hoffnung der CSU, Wähler der im ersten Wahlgang unterlegenen Kandidaten könnten ins schwarze Lager wechseln und Josef Schmid als OB unterstützen, hat sich zerschlagen.

Nur fünf Stadtbezirke sind Josef Schmid geblieben, allen voran sein Wohnviertel Allach-Untermenzing. 60,8 Prozent der Menschen, die hier zur Wahl gingen, hätten Schmid gern als OB gesehen. Doch in Aubing-Lochhausen-Langwied, Feldmoching-Hasenbergl, Bogenhausen und Trudering-Riem reichte es nur noch für denkbar knappe Mehrheiten. Die Südwest-Schiene (Pasing-Obermenzing, Hadern, Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln) sowie Altstadt-Lehel gingen verloren.

Reiters Hochburg: Schwanthalerhöhe

Alle Ergebnisse finden Sie hier!

Dieter Reiters Hochburg liegt eindeutig auf der Schwanthalerhöhe: Mit 73,2 Prozent der Stimmen setzte er hier eine beeindruckende Marke. 5262 Wähler haben in dem multikulturellen Viertel für den SPD-Kandidaten gestimmt – trotz der gesunkenen Wahlbeteiligung 1534 mehr als im ersten Wahlgang. Allerdings zeigt diese Zahl auch, dass nicht alle 1854 Nallinger-Stimmen vom 16. März für Reiter zu gewinnen waren.

In den Arbeitervierteln Sendling und Obergiesing, sowie in der Ludwigs-/Isarvorstadt, in der Maxvorstadt, in Neuhausen-Nymphenburg und in Milbertshofen-Am Hart hat Dieter Reiter die 60-Prozent-Marke geknackt – ein respektables Ergebnis für den Newcomer, reichen die Werte doch zumindest in diesen Vierteln nahe an die stadtweite Traumquote von 66,8 Prozent heran, die sein Vorgänger Christian Ude, vom Bonus des Amtsinhabers beflügelt, vor sechs Jahren bei seiner letzten OB-Kandidatur holte.

SPD feiert, CSU trauert: Bilder von den Wahlpartys

SPD feiert, CSU trauert: Bilder von den Wahlpartys

Während Dieter Reiter und die SPD nun die gewiss nicht einfache Suche nach einer Mehrheit im Stadtrat angehen, dürfte bei der CSU die Analyse der bitteren Niederlage auf der Tagesordnung stehen. Vor allem in den vier verlorenen Stadtvierteln gilt es zu erforschen: Wurden im Wahlkampf Fehler gemacht? Hat man die falschen Inhalte gewählt oder wichtige Themen ausgelassen? Oder lag es am Kandidaten, dass ein Vorsprung gegenüber Reiter aus dem ersten Wahlgang nicht ins Ziel gerettet werden konnte?

Fragen, die nicht zuletzt auch über die Zukunft von Josef Schmid und die Strategie für die nächste Kommunalwahl im Jahr 2020 entscheiden werden.

So haben die Stadtviertel gewählt: 

Stadtbezirk Josef Schmid Dieter Reiter Wahlbeteiligung
Altstadt-Lehel 45,5 Prozent 54,5 Prozent 38,8 Prozent
Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt 31,5 Prozent 68,5 Prozent 35,6 Prozent
Maxvorstadt 37,0 Prozent 63,0 Prozent 35,0 Prozent
Schwabing-West 36,2 Prozent 63,8 Prozent 40,0 Prozent
Au-Haidhausen 31,1 Prozent 68,9 Prozent 39,3 Prozent
Sendling 31,5 Prozent 68,5 Prozent 38,3 Prozent
Sendling-Westpark 41,8 Prozent 58,2 Prozent 38,4 Prozent
Schwanthalerhöhe 26,8 Prozent 73,2 Prozent 33,7 Prozent
Neuhausen-Nymphenburg 39,3 Prozent 60,7 Prozent 40,6 Prozent
Moosach 44,4 Prozent 55,6 Prozent 37,3 Prozent
Milbertshofen-Am Hart 39,7 Prozent 60,3 Prozent 28,1 Prozent
Schwabing-Freimann 43,0 Prozent 57,0 Prozent 36,2 Prozent
Bogenhausen 51,8 Prozent 48,2 Prozent 42,2 Prozent
Berg am Laim 43,6 Prozent 56,4 Prozent 34,7 Prozent
Trudering-Riem 51,5 Prozent 48,5 Prozent 41,5 Prozent
Ramersdorf-Perlach 45,1 Prozent 54,9 Prozent 36,2 Prozent
Obergiesing-Fasangarten 35,5 Prozent 64,5 Prozent 33,9 Prozent
Untergiesing-Harlaching 42,5 Prozent 57,5 Prozent 39,9 Prozent

Thalkirchen-Obersendling-

Forstenried-Fürstenried-Solln

48,1 Prozent 51,9 Prozent 40,9 Prozent
Hadern 49,7 Prozent 50,3 Prozent 41,7 Prozent
Pasing-Obermenzing 48,6 Prozent 51,4 Prozent 45,1 Prozent
Aubing-Lochhausen-Langwied 52,3 Prozent 47,7 Prozent 41,6 Prozent
Allach-Untermenzing 60,8 Prozent 39,2 Prozent 47,9 Prozent
Feldmoching-Hasenbergl 50,1 Prozent 49,9 Prozent 34,3 Prozent
Laim 41,4 Prozent 58,6 Prozent 38,7 Prozent

sc/pak

auch interessant

Mehr zum Thema:

Kommentare