Stimmen zur Stichwahl in München

Ex-OB Ude: "Jetzt kommt nicht die Sintflut"

+
Christian Ude (r.) freut sich über den Wahlsieg seines Wunschnachfolgers.

München - Nach seinem Sieg bei der Stichwahl freut sich der künftige Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter sehr über den Sieg und seine Aufgaben.

Der künftige Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) freut sich über seinen Erfolg. „Es fühlt sich einfach unglaublich an“, sagte Reiter am Sonntagabend im Bayerischen Fernsehen. „Es ist ein unglaublicher Tag heute und eine unglaubliche Zeit heute zu Ende gegangen.“ Reiter ergänzte: „Ich bin stolz und durchaus auch etwas demütig, diese Aufgabe anzugehen.“ Der Wunschkandidat des langjährigen Amtsinhabers Christian Ude (SPD) lag am Sonntagabend nach Auszählung aller Stadtgebiete deutlich vor dem CSU-Kandidaten Josef Schmid.

Alle Informationen lesen Sie in unserem Live-Ticker

Der Wunschkandidat des langjährigen Amtsinhabers Christian Ude (SPD) lag am Sonntagabend nach Auszählung fast aller Stadtgebiete deutlich vor dem CSU-Kandidaten Josef Schmid. „20 000 Rosen verteilen ist halt doch besser als Bus fahren“, sagte Reiter unter dem Jubel der SPD-Anhänger mit Blick auf die unterschiedlichen Wahlkämpfe der Kandidaten. „Wenn's am Schluss langt, hat man alles richtig gemacht und mehr braucht man dazu nicht zu sagen.“

Dieter Reiter: Münchens neuer OB in Bildern

Dieter Reiter: Münchens neuer OB in Bildern

Seinem Vorgänger Ude, der „sicher sehr viel länger Oberbürgermeister war als ich es jemals sein werde“, dankte Reiter für „genau das richtige Maß an Unterstützung, um aus seinem Schatten zu treten“. Er habe an den Sieg geglaubt. „Das war kein Zweckoptimismus“, sagte er und betonte: „Die SPD lebt und das werden wir auch in Zukunft so sehen.“

CSU-Kandidat Schmid: "Werden als kraftvolle Opposition arbeiten"

Der Münchner CSU-Oberbürgermeisterkandidat Josef Schmid hat seine Niederlage bei der Stichwahl gegen Dieter Reiter (SPD) eingestanden und plant nun die Opposition im Stadtrat. „Wir werden als kraftvolle Opposition (...) weiterarbeiten“, sagte Schmid am Sonntagabend im Bayerischen Fernsehen. Die CSU sei stärkste Fraktion im Stadtrat. Er habe mit seinem Wahlkampf das Lebensgefühl vieler Münchner getroffen, sagte Schmid: „Mein Kurs stimmt. Der Kurs der Münchner CSU stimmt.“

SPD-Generalsekretärin: "Super, fantastisch"

Die Generalsekretärin der Bayern-SPD hatte mit einem so deutlichen Wahlsieg von Dieter Reiter bei der Oberbürgermeisterwahl nicht gerechnet.  "Super, fantastisch. Wir sind sehr, sehr glücklich“, sagte Natascha Kohnen am Sonntagabend bei der SPD-Wahlparty in München. „Ich hab gedacht, dass es knapper wird.“ Der Wahlkampf sei sehr personenbezogen gewesen. „Die Münchner wissen, was sie an Dieter Reiter haben.“ Landespolitisch seien die guten SPD-Ergebnisse vor allem in den großen bayerischen Städten wichtig. „Das bedeutet für uns einen deutlichen Schub.

SPD feiert, CSU trauert: Bilder von den Wahlpartys

SPD feiert, CSU trauert: Bilder von den Wahlpartys

Ex-OB Christian Ude: "Jetzt kommt nicht die Sintflut"

Der neuer Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) wird nach Ansicht seines Vorgängers Christian Ude (SPD) eine neue, erfolgreiche Ära im Rathaus einläuten. „Ludwig Spaenle hatte Recht, als er im letzten Jahr sagte, die Ära Ude geht zu Ende. Aber er hätte hinzufügen müssen: Und dann kommt die Ära Reiter“, sagte er am Sonntagabend bei der Wahlparty seiner Partei in München und sprach von einem „hervorragenden Spitzenkandidaten“. Allen, die sich wegen des Wechsel Sorgen machen, rief Ude, der zwei Jahrzehnten an der Rathausspitze stand, zu: „Jetzt kommt nicht die Sintflut, auch wenn manches im Rathaus schwieriger wird.“

Grüne-Chefin Hagl: Historischer Abend

Grünen-Chefin in Bayern freut sich über zwei Landräte.

Die Grünen feiern ihre bundesweit ersten zwei Landräte. „Für uns Grüne ist das ein historischer Abend“, sagte die Landesvorsitzende Sigi Hagl am Sonntagabend. „Das erste Mal stellen wir Landräte und das sogar in zwei Landkreisen.“ Die Partei hatte überraschend die Landrats-Stichwahlen im unterfränkischen Miltenberg und im oberbayerischen Miesbach gewonnen.

CSU-Generalsekretär Scheuer: "Für uns insgesamt erfolgreich"

Die CSU hat nach Angaben von Generalsekretär Andreas Scheuer 14 der 18 Landrats-Stichwahlen gewonnen. „Wir stellen jetzt 50 der 71 Landräte in Bayern“, sagte der niederbayerische CSU-Politiker am Sonntagabend. „In Gänze sind die Kommunalwahlen 2014 für uns erfolgreich.“ Zur Niederlage der CSU bei der Münchner Oberbürgermeisterwahl sagte Scheuer, CSU-Kandidat Josef Schmid sei „Sieger der Herzen“. Die Münchner CSU habe aufopferungsvoll gekämpft. Auch in Regensburg, Erlangen und Ansbach verlor die CSU die OB-Stichwahlen. „Kommunalwahlen haben ihre eigenen Gesetze“, sagte Scheuer.

Aiwanger bedauert Niederlagen

Die Freien Wähler (FW) haben ihr Ziel verfehlt, die Zahl ihrer Landräte in Bayern zu halten oder auszubauen. „Leider Gottes haben wir heute eine Reihe von Stichwahlen knapp verloren“, sagte Parteichef Hubert Aiwanger der Mediengruppe „Straubinger Tagblatt“/„Landshuter Zeitung“ (Montag). In fünf von acht Stichwahlen um Landratsposten zogen die FW-Kandidaten den Kürzeren. Unterm Strich stellen die Freien Wähler nun 13 Landräte - einen weniger als bisher. Aiwangers Lebensgefährtin Tanja Schweiger ist neue Landrätin in Regensburg. Insgesamt seien die Kommunalwahlen für die Freien Wähler sehr zufriedenstellend verlaufen, sagte Aiwanger. Knapp 20 Prozent aller kommunalen Mandatsträger seien nun den FW zuzurechnen.

dpa

Auch interessant

Kommentare