Kandidatur für Bundestag?

Nach der Wahl: Schmid lässt seine Zukunft offen

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Josef Schmid lässt seine Zukunft offen.

München - Josef Schmid lässt seine Zukunft nach der verlorenen OB-Wahl offen. Er soll wieder als Fraktionsvorsitzender der Rathaus-CSU zu kandidieren. Ob er danach für den Bundestag antritt?

Die CSU reklamiert etliche Wahlerfolge für sich: selbst größte Fraktion im Stadtrat, Rot-Grün ohne Mehrheit, immerhin über 40 Prozent für OB-Kandidat Josef Schmid in der Stichwahl – einen Fahrschein für das Koalitions-Karussell will man aber nicht lösen. Bald-OB Dieter Reiters Aussage in der tz, Schmid habe seine Telefonnummer, habe aber nicht angerufen, wies der Unterlegene trotzig zurück. „Der Ball liegt im Feld von Reiter“, sagte Schmid. Schließlich müsse Reiter eine stabile Mehrheit zusammenbekommen.

Überhaupt versucht die CSU, nach der Stichwahl den Druck auf „Rot-Grün-Rosa plus X“ zu steigern. Das wird kein Bündnis sein, das die Probleme der Stadt lösen kann“, sagt Schmid. Der Münchner CSU-Chef Ludwig Spaenle warnte gar vor einem „Linksruck“ in der Stadt und mahnte die Mini-Parteien nicht zum „Wurmfortsatz einer abgewählten Koalition zu werden“.

Ob Schmid dann auch gegen die rot-grünen Bürgermeisterinnen bei der Wahl antreten werde, ließ der offen. Das hänge von Gesprächen ab. Grundsätzlich sei man auch zu Gesprächen über ein schwarz-grünes Bündnis bereit – aber nur, um Sachprobleme zu lösen.

Schmid ließ seine weitere Zukunft offen. Der Bezirksvorstand habe ihn einstimmig dazu aufgefordert, wieder als Fraktionsvorsitzender der Rathaus-CSU zu kandidieren, wenn die 26 Stadträte in geheimer Wahl über ihren Boss für zwei Jahre abstimmen. Was danach passiert, werde sich zeigen. Ob er danach für den Bundestag antritt? „Spekulation …“

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Am eingeschlagenen Kurs einer liberalen, modernen Großstadtpartei werde man unbeirrt festhalten. „Wir haben alles richtig gemacht“, sagte Schmid. Er sei nicht in der falschen Partei. Für die Zukunft schielt Schmid weiter nach den Grünen. Laut Statistik-Amt (siehe rechts) hätten von den 67 000 Grünen-Wählern rund 23 000 nicht Reiter gewählt – also „noch nicht“ Schmid. „Das ist unser Wählerpotenzial.“

DAC

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