Wahlkampfbroschüre

Nallinger: In 12 Sprachen zur Buagamoasdarin

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Sabine Nallinger wirbt in zwölf Sprachen um Stimmen – auch auf Bairisch.

München - Sabine Nallinger (50) will die Sprache der Wähler sprechen – oder besser die Sprachen. Ihre Wahlkampfbroschüre hat sie gleich in zwölf Sprachen drucken lassen, weil bei der Wahl am 16. März auch alle EU-Ausländer abstimmen dürfen.

Es sind aber nicht nur Fremdsprachen: In der Auswahl findet sich auch „Deutsch in leichter Sprache“ für Behinderte – und mit einem Augenzwinkern auch Bairisch. Darum erklärt uns die gebürtige Schwäbin jetzt: „I bewirb mi ois Obabuagamoasdarin!“

Da kann wohl noch der Urbayer korrekt grüne Vokabeln lernen. Da ist von „Nachhoitigkeit“ die Rede und von „Stodentwicklungsvision“. Die Stadtwerke sollen Strom zu „100% aus erneiabarn Energin“ erzeugen und die Bürger im Nahverkehr eine „Mobilitätskartn“ für alle Verkehrsmittel nutzen. Aber für Entscheidungsprozesse, Armut und soziale Ausgrenzung ist selbst dem Högl Josef, der den Text ehrenamtlich für die Kandidatin übersetzt hat, nix Bairisches mehr eingefallen …

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Dass Nallinger die Faltblätter unter anderem auch in Griechisch, Kroatisch, Rumänisch oder Polnisch anbietet, hat einen ernsten, wahlkampftaktischen Hintergrund: Unter den 1,1 Millionen Wahlberechtigten am 16. März (und gegebenenfalls bei einer Stichwahl am 30. März) sind fast 200 000 EU-Ausländer, meldet das KVR. Darunter stellen die Kroaten mit fast 25 000 die meisten Wähler, dahinter folgen die 23 000 Griechen und 22 000 Italiener. Die Malteser bilden mit 30 Wählern die kleinste Gruppe, denen Sabine Nallinger auch noch keine eigene Broschüre gedruckt hat. Ab Dienstag verschickt das KVR die Wahlbenachrichtigungen. Die Briefwahl kann wieder per Post oder Fax, Internet und persönlich beantragt werden.

Noch etwas Neues hat Nallinger im Wahlkampf-Heftchen zu bieten: Sie zeigt erstmals ihre Familie – Partner Martin Amberger und die Töchter Franca (13) und Ricarda (16).

David Costanzo

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