Vor der OB-Stichwahl

Schmid und Reiter im Brief-Krieg um TV-Duell

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Statt eines TV-Duells gibt es jetzt eine neue Brieffeindschaft in in der Stadt: Josef Schmid (CSU, 44, l.) fordert Dieter Reiter (55, SPD) heraus – und der antwortet postwendend.

München - Josef Schmid (CSU) im Wahlkampfendspurt: Mit einem offenen Brief auf seiner Facebook-Seite fordert er seinen SPD-Kontrahenten Dieter Reiter zum TV-Duell auf - erneut. Und der schreibt zurück...

Lieber OB-Kandidat der SPD…“ Mit einem ziemlich frechen Brief versucht der OB-Kandidat der CSU, Josef Schmid, seinen SPD-Kontrahenten zu einem TV-Duell zu stellen. Der sagt ab, ebenfalls per Schriftsatz voller Spitzen – Brief-Krieg statt TV-Duell!

Dieter Reiter will vor der OB-Stichwahl lieber direkt mit den Bürgern sprechen

Der Brief von OB-Kandidat Josef Schmid an seinen Konkurrenten Dieter Reiter von der SPD. (Zum Vergrößern bitte hier klicken)

„Es geht darum, in welcher neuen Konstellation München in den nächsten sechs Jahren gestaltet wird, nachdem Rot-Grün seine Stadtratsmehrheit verloren hat“, erklärt Schmid, warum er ein TV-Gespräch für nötig hält. „Darüber hätte ich mit Ihnen gerne vier Tage vor der Wahl in einem großen TV-Duell diskutiert. Nur wir zwei. Argument gegen Argument. Konzept gegen Konzept“, schreibt Schmid. Und: „Ich fordere Sie auf, sich dieser Debatte zu stellen. Die Münchner haben ein Anrecht auf eine zentrale Diskussion, die jeder sehen kann“, hieß es Punkt 12.59 Uhr per E-Mail.

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Die Antwort von OB-Kandidat Dieter Reiter auf die erneute Herausforderung zum TV-Duell durch Josef Schmid (zum Vergrößern bitte hier klicken)

Die Antwort kam auf dem gleichen Weg um 15.41 Uhr: „Lieber Herr Kollege Schmid, ich danke Ihnen für Ihren offenen Brief“, antwortet Reiter. „Ich werde dieser Bitte nicht nachkommen und ich will Ihnen das auch gerne begründen. Wir haben über 20 Kandidatenrunden zu allen wichtigen Themen wie Verkehr, Wirtschaft, Wohnen, Kinderbetreuung gemacht.“ Die Argumente seien hinreichend ausgetauscht, neue Gesichtspunkte gebe es nicht. Reiter: „Zu einer höheren Wahlbeteiligung hat dies leider auch nicht geführt. Bitte haben Sie Verständnis, dass ich in den letzten Tagen vor der Stichwahl das direkte Gespräch mit den Bürgern suche.“ Darin werbe er nicht nur für seine Politik, sondern auch für die Wahlbeteiligung.

"Bürger sind mündige Wähler und treffen ihre Entscheidung selbst"

Am Freitag bedankte sich Reiter bei den Grünen via Internet für die Wahlempfehlung: „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Sabine Nallinger!“ Die Rosa Liste zieht nach: Auch sie unterstützt den SPD-Kandidaten. „So wie wir, will auch er die schwul-lesbische Gleichstellungspolitik aktiv stärken“, sagt Stadtrat Thomas Niederbühl. „Die CSU ist immer noch der stärkste Gleichstellungsverhinderer mit langer Tradition in Bund und Land.“

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Reiter holte im ersten Wahlgang 40,4 Prozent, Schmid 36,7 Prozent. Allerdings haben sich auch die bürgerlich-konservative Kräfte nicht für die Wahl des CSU-Kandidaten ausgesprochen, sie enthalten sich. Schmid ficht das nicht an: „Die Bürger sind mündige Wähler und treffen ihre Entscheidung selbst.“

WE, DAC

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