Großer Überblick

Stichwahlen in Bayern: Die wichtigsten Ergebnisse

München - Bayern hat gewählt. Bei den Stichwahlen sind am Sonntag die restlichen offenen Bürgermeister- und Landratsstellen besetzt worden. Die wichtigsten Entscheidungen finden Sie hier im Überblick.

Oberbürgermeisterwahl in München: Reiter ist klarer Sieger

München hat einen neuen Oberbürgermeister. Bei der Stichwahl konnte sich Dieter Reiter (SPD) mit 56,7 Prozent eindeutig gegen seinen Gegner Josef Schmid durchsetzen. Der CSU-Politiker musste sich mit 43,3 Prozent geschlagen geben. Somit bleibt die Landeshauptstadt auch nach der 14 Jahre langen Amtszeit von Christian Ude rot. Josef Schmid reagierte auf seine Niederlage mit Fassung: "Ich wünsche Dieter Reiter alles Gute für sein Amt." Enttäuschend war die Wahlbeteiligung in der bayerischen Metropole: Nur 38,5 Prozent der Münchner gaben ihre Stimmen ab. Hier sehen Sie, wie die einzelnen Stadtviertel in München abgestimmt haben.

Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen: Meierhofer ist erste Frau an der Spitze

Im Rathaus des Alpenortes Garmisch-Partenkirchen regiert künftig eine SPD-Frau. Die Gemeinderätin und Ärztin Sigrid Meierhofer konnte sich bei der Stichwahl durchsetzen und wurde mit 67,5 Prozent zur neuen Bürgermeisterin gewählt. Sie ist die erste Frau an der Spitze der über 25.000 Einwohner zählenden Kommune. Ihr Gegner und Amtsinhaber Thomas Schmid vom Christlich-Sozialen Bündnis (CSB) war wenige Tage nach dem ersten Wahlgang zurückgetreten. Er hatte am 16. März lediglich 33,3 Prozent der Stimmen erhalten und erklärt, er wolle sich aus der Kommunalpolitik zurückziehen.

Lesen Sie hier ein Interview mit Münchens neuem OB.

Überraschung im Landkreis Garmisch-Partenkirchen: Freie Wähler setzen sich durch

Im Landkreis Garmisch-Partenkirchen muss die CSU den Landratsposten überraschend an die Freien Wähler abgeben. Bei der Stichwahl kam der Murnauer Bürgermeister Michael Rapp von der CSU nur auf 39,9 Prozent der Stimmen. Sein Gegner Anton Speer (Freie Wähler) wurde mit 60,1 Prozent zum neuen Landrat gewählt. Speer war bisher stellvertretender Landrat und zweiter Bürgermeister seiner Heimatgemeinde Unterammergau.

Dachauer Landkreis bleibt in CSU-Hand: Knapper Sieg von Löwl

Der Landkreis Dachau bleibt in CSU-Hand - das Ergebnis war jedoch knapp. Stefan Löwl (CSU) konnte sich mit 50,2% gegen Martin Güll von der SPD durchsetzen. Bereits im ersten Wahlgang vor zwei Wochen hatte Löwl mit vier Prozentpunkten in Führung gelegen. Im Landkreis Dachau geht damit eine kommunalpolitische Ära zu Ende. Amtsinhaber Hansjörg Christmann (CSU) ist mit 37 Berufsjahren der mit Abstand dienstälteste Landrat in Bayern. Er trat aus Altersgründen nicht mehr an. Die Wahlbeteiligung im Dachauer Landkreis lag bei 42,7 Prozent.

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Miesbach: Rzehak wird erster grüner Landrat in Deutschland

Die Landratswahl in Miesbach war schon im Vorfeld eine Show. Der amtierende Landrat Jakob Kreidl hatte schon vor der Kommunalwahl angekündigt, das Amt nicht anzunehmen, sollte er wiedergewählt werden. Der Grund: sein politisches Ansehen war nach den Skandalen geschrumpft. Auch die Wähler straften Kreidl ab, gaben ihm nur 15,83 Prozent der Stimmen. Stattdessen mussten sich am 30. März Norbert Kerkel (FWG) und Wolfgang Rzehak (Grüne) der Stichwahl stellen. Und die barg eine Sensation: 53,48 Prozent der Wähler kürten Rzehak zum ersten grünen Landrat Deutschlands. „Manchmal werden Träume wahr“, sagte er voller Freude. Mit 46,54 Prozent der Stimmen musste sich Norbert Kerkel geschlagen geben – ihm stand die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben.

Knappes Ergebnis in Schongau: Sluyterman wird neuer Bürgermeister

Die Bürgermeister-Wahl in Schongau war spannend - und dementsprechend knapp fiel das Ergebnis der Stichwahl aus. Falk Sluyterman (SPD) gewann mit 50,3 Prozent. Sein Gegner, der 27-jährige Tobias Kalbitzer (Unorganisierte Wählergruppe Karl-Heinz Rumgedisse), musste sich mit 49,7 Prozent geschlagen geben. Zum Sieg fehlten ihm nur 32 Stimmen. Enttäuscht über die knappe Niederlage ist der junge Politiker mit den Rastazöpfen aber nicht. Er sei froh, dass sich in Schongau schon allein durch die Wahl "was bewegt" habe.

Erste Pressekonferenz: So müde war Dieter Reiter

Erste Pressekonferenz: So müde war der neue OB

Oberbürgermeisterwahl in Fürstenfeldbruck: Pleil wird Kellerer-Nachfolger

Nach 18 Jahren als Stadtoberhaupt räumte Sepp Kellerer (CSU) das Rathaus in Fürstenfeldbruck. Als sein Nachfolger wollte Andreas Lohde (CSU) das Rathaus verteidigen. Im ersten Wahlgang am 16. März hatte er 38,3 Prozent der Stimmen eingefahren – doch das reichte nicht. Kandidat Klaus Pleil (BBV) brachte es auf 29,9 Prozent. Stichwahl! Und dort drehte sich der Spieß um: Satte 62,3 Prozent heimste Pleil am 30 März ein. Lohde blieben nur 37,7 Prozent. Der scheidende Oberbürgermeister Kellerer gratulierte seinem Nachfolger zu seinem imposanten Wahlsieg. Er wünschte ihm, dass es ihm gelingt, seine politischen Ziele umzusetzen.

Bürgermeisterwahl in Starnberg: Deutlicher Sieg für Eva John

Eva John (Bündnis Mitte Starnberg) konnte die Stichwahl mit 67,3 Prozent klar für sich entscheiden. Sie setze sich gegen Ludwig Jägerhuber von der CSU durch und wird nun den Amtsinhaber Ferdinand Pfaffinger ablösen. John wolle sich schon bald mit dem neuen Stadtrat zusammensetzen, um sich untereinander kennenzulernen. "Wir müssen ohne Rückschau auf den Wahlkampf neu beginnen", sagte sie. Sie könne und werde jedem die Hand reichen.

Tutzing: Überraschend klare Entscheidung für Krug

Überraschend deutlicher Sieg für Rudolf Krug: Der Politiker (Freie Wähler/ödp) konnte sich mit 67,9 Prozent klar gegen seine CSU-Gegnerin Stefanie von Winning (32,1 Prozent) durchsetzen. "Ich wünsche ihm das Quäntchen Fortune, das ein Bürgermeister braucht", sagte die unterlegene Kandidatin über den Wahlsieger. Mit einem solchen Ergebnis hatte man in Tutzing nicht gerechnet, sehe aber die jüngste Wahlkampfaktion der CSU als Ursache. Der letzte Flyer habe der CSU wohl mehr geschadet als genutzt.

Stichwahl in Oberschweinbach (FFB): Riepl zum Bürgermeister gewählt

855 Bürger gingen am 30. März an die Wahlurne, um bei der Oberschweinbacher Stichwahl ihren Bürgermeister zu wählen. Damit lag die Wahlbeteiligung bei 64,92 Prozent. Zur Auswahl standen Norbert Riepl (Dorfgemeinschaft Oberschweinbach/CSU) und Bernhard Schulze (FW). Am Ende war die Sache relativ eindeutig: Knapp 65 Prozent gaben ihre Stimme für Riepl ab, nur 35 Prozent für Schulze. Der Wahlsieger feierte seinen Erfolg auf ganz eigene Weise: Nachdem er sich ein Glas Sekt genehmigt hatte, besuchte er das Grab seines Vaters auf dem örtlichen Friedhof.

Stichwahl-Ticker vom Montag: Parteien analysieren Ergebnisse

Fraunhofer ist neues Oberhaupt von Jesenwang (FFB)

In Jesenwang gab es ein wahres Wimpernschlagfinale. Dort stellten sich Erwin Fraunhofer junior (CSU/BG) und Alfons Schlecht (WG Einigkeit) der Stichwahl. Am Ende hieß der neue Rathauschef Fraunhofer junior. Er bekam 52,8 Prozent aller Stimmen. Aber auch Alfons Schlecht fuhr mit 47,2 Prozent ein gutes Ergebnis ein.

Kennerknecht wird Rathaus-Chef von Grafrath (FFB)

In Grafrath stellten sich Markus Kennerknecht (parteifrei für CSU/BV) und Martin Söltl (Bürger für Grafrath zur Wahl. Und die Bürger entschieden. 53,5 Prozent wollten Kennerknecht als ihren künftigen Rathaus-Chef sehen. Söltl musste sich mit 46,5 Prozent geschlagen geben. Kennerknecht will auch sogleich die Ärmel hochkrempeln: "Ich nehme mir noch zwei Tage Auszeit, dann beginne ich mit den Vorbereitungen zu meinem Amtsantritt am 1. Mai“, sagte er nach der Entscheidung. Da Grafraths Bürgermeister künftig hauptamtlich ist, muss er seinen bisherigen Posten als Hauptamtsleiter im Emmeringer Rathaus aufgeben.

Gauting: Mit Kössinger bleibt weiterhin eine Frau an der Spitze

Auf dem Chefsessel im Gautinger Rathaus wird auch weiterhin eine Frau sitzen - aus rot wird jedoch schwarz. Dr. Brigitte Kössinger (CSU) konnte die Stichwahl mit 63 Prozent für sich entscheiden. Ihr Gegner Wolfgang Meiler (Bürger in Gauting e.V.) musste sich mit 37 Prozent der Stimmen geschlagen geben. Kössinger wird Amtsinhaberin Brigitte Servatius (SPD) ablösen.

Gröbenzells Neuer heißt Schäfer

Auch in Göbenzell war vor der Wahl nur eines sicher: es würde einen neuen Bürgermeister geben. Der amtierende, Dieter Rubenbauer (CSU), trat nicht mehr an. Nach der ersten Wahl am 16. März war es aber alles andere als gewiss, ob das Göbenzeller Rathaus schwarz bleiben würde. Denn CSU-Kandidat Thomas Breitenfellner erreichte nur 33,6 Prozent der Stimmen, sein Kontrahent Martin Schäfer (UWG) 23,1. Bei der zweiten Wahl am Sonntag dann die herbe Klatsche: Breitenfellner erreichte nur 38,08 Prozent der Stimmen, Schäfer hingegen satte 61,92! Damit war klar, wer künftig an der Spitze Gröbenzells stehen wird: Martin Schäfer.

Feldafing: Amtsinhaber Sontheim bleibt Bürgermeister

In Feldafing wurde Bernhard Sontheim (Bürgergemeinschaft Feldafing) in seinem Amt bestätigt. Er setzte sich mit 54,1 Prozent der Stimmen gegen Roger Himmelstoß (45,9 Prozent) von der CSU durch. Der wiedergewählte Bürgermeister zeigte sich "sehr erleichtert" und lobte den fairen Wahlkampf seines Gegenkandidaten. Weniger fair verhielten sich unbekannte Plakatkleber, die noch in der Nach einige Sontheim-Plakate überklebt hatten.

Wörthsee: SPD-Kandidatin Muggenthal setzt sich durch

Wörthsee bekommt mit Christel Muggenthal eine SPD-Bürgermeisterin. Sie konnte sich mit 55,1 Prozent gegen Josef Kraus (CSU) durchsetzen. Dieser musste sich mit 44,9 Prozent der Stimmen geschlagen geben. Muggenthal löst somit Amtsinhaber Peter Flach von der CSU ab. Die Wahlbeteiligung lag bei 65,7 Prozent.

Köck wird Bürgermeister in Rottach-Egern

Auch in Rottach-Egern brachte der erste Wahlgang ums Amt des Bürgermeisters keinen klaren Sieger hervor. Deshalb mussten die Bürger noch mal an die Wahlurne. Ihre Auswahl: Christian Köck (CSU) oder Josef Bogner (parteilos). Am Sonntag füllte sich das Rathaus dann mit Kandidaten, Gemeinderäten und vielen Wegbegleitern. Sie alle waren dabei, als um kurz vor 19 Uhr dann das Ergebnis feststand: Mit 56,17 Prozent der Stimmen wurde Köck zum neuen Bürgermeister von Rottach-Egern gewählt. 1497 Stimmen waren das. Die 1168 Stimmen, die an Josef Bogner gingen, brachten ihm lediglich 43,83 Prozent ein.

Olaf von Löwis stürmt in Holzkirchens Rathaus

Weil der erste Anlauf kein klares Ergebnis brachte, mussten sich auch in Holzkirchen zwei Kandidaten der Stichwahl stellen. Hier hieß es Olaf von Löwis (CSU) versus Birgit Eibl (FWG). Am Sonntagabend erwies sich dann der scheidende Amtsinhaber Josef Höß als Entertainer. Voller Genuss verkündete er der wartenden Menge im Rathaus-Foyer zuerst die Zahl der Stimmberechtigten, die Zahl der Wähler und dann die der Wahlbeteiligung. „Danke, ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend“, sagte er schelmisch. Lacher im Publikum – aber die Nervosität blieb. Wer würde sein Nachfolger werden? Am Ende war die Sache ziemlich klar: 71,55 Prozent entschieden sich für Olaf von Löwis, für Eibl entschieden sich lediglich 28,45 Prozent.

Alle Ergebnisse der Stichwahlen und der vorangegangenen Kommunalwahl finden Sie in unserer großen Wahl-Übersicht.

Den Live-Ticker zu den Stichwahlen in der Region zum Nachlesen gibt es hier.

Rubriklistenbild: © Kombo: dpd/Mayr

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