Stichwahlen ziehen nicht

Frühling! Bayern wählt dieses Traum-Wetter

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Rappelvoll ist das "Undosa"-Seerestaurant in Starnberg am Sonntag.

München - Traum-Wetter in Oberbayern und eine demnetsprechend maue Wahlbeteiligung. Der Mega-Frühling  hält am Sonntag die Bayern von den Stichwahlen fern. 

Eine Wahlhelferin in der Münchner Innenstadt hat es am Sonntag auf den Punkt gebracht: "„Bei dem schönen Wetter ist einfach nichts los. Das ist eine Katastrophe.“ Dies schlug sich in einer schwachen Wahlbeteiligung bei der Oberbürgermeister-Stichwahl am Sonntag nieder. Auch im Rest von Bayern wählten die Bayern einen Tag im Freien - und ließen die Urnen in den Wahllokalen links liegen.

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Bei strahlendem Sonnenschein sind die Stichwahlen von Bürgermeistern und Landräten am Sonntag schon verhalten gestartet. In Städten wie München, Regensburg oder Erlangen gingen am Vormittag weniger Bürger in die Wahllokale als noch vor zwei Wochen. „Momentan ist es ein wenig mau“, beschrieb es Würzburgs Wahlleiter Karl-Heinz Schwenkert. Auch an der Briefwahl war das Interesse in vielen Städten und Gemeinden dieses Mal geringer. Schon bei den Kommunalwahlen am 16. März hatte bayernweit nur etwa jeder Zweite abgestimmt. Mit 55 Prozent war die gesamte Beteiligung so niedrig, wie noch nie.

In München lag die Wahlbeteiligung bis 12.00 Uhr bei 7,1 Prozent. Vor zwei Wochen waren es bis mittags 7,6 Prozent gewesen. In der Landeshauptstadt wetteiferten Dieter Reiter von der SPD und der CSU-Kandidat Josef Schmid um die Nachfolge von Oberbürgermeister Christian Ude (SPD). Wahlamtsleiter Klaus Gasteiger machte unter anderem das sonnige Frühlingswetter für das geringere Interesse verantwortlich. „Die Leute gehen lieber an die Isar oder vielleicht noch zum Skifahren“, mutmaßte er.

Stichwahl: Bayern wählt dieses Traum-Wetter

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Würzburg, wo Christian Schuchardt (CSU/FDP/Würzburger Liste) die absolute Mehrheit nur knapp verfehlt hatte, waren bis mittags 7,9 Prozent der Bürger an die Urnen gegangen. Vor zwei Wochen hatten bis dahin bereits 8,8 Prozent der Wähler ihr Kreuzchen gesetzt. Dem SPD-Kandidaten Joachim Wolbergs in Regensburg fehlten damals nur 18 Stimmen. Verglichen mit anderen Städten war das Interesse an der Stichwahl von Wolbergs und Christian Schlegl (CSU) aber recht hoch: 11,9 Prozent der Regensburger hatten bis 12.00 Uhr abgestimmt, etwas weniger als vor zwei Wochen (12,5 Prozent). In Ansbach waren bis 10.00 Uhr knapp 4 Prozent der Bürger in die Wahllokale gegangen (16. März: 4,4 Prozent), das Wahlamt in Erlangen registrierte um 11.30 Uhr 7,1 Prozent Urnenwähler (16. März: 7,4 Prozent).

Wer am 16. März bereits per Brief abgestimmt hatte, konnte damals bereits die Unterlagen für die Stichwahl beantragen. Wer wollte, konnte sich allerdings auch noch spontan in den vergangenen zwei Wochen dafür entscheiden. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte angesichts der niedrigen Wahlbeteiligung vor zwei Wochen von einem „Alarmzeichen für die Demokratie“ gesprochen und angekündigt, die Gründe dafür intensiv zu analysieren.

dpa

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