Genossen zoffen

Wiesn & Koalition: SPD-Chaos-Tage

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Dieter Reiter (links) hat viel Arbeit vor sich. Rechts: Fraktions-Chef Alexander Reissl.

München - Bei der SPD läuft es seit den Kommunalwahlen unrund: Hier erfahren Sie die Gründe für die derzeitigen SPD-Chaos-Tage in München.

Bei der SPD läuft es seit den Kommunalwahlen unrund: Zum einen schütteln Parteigenossen den Kopf, dass Rathaus-Fraktionschef Alexander Reissl nach einem Bürgermeisterposten schielt, was die Grünen zur Weißglut bringt. Zum anderen gibt es innerhalb der Partei erheblichen Diskussionsbedarf über die Zulassung des Gastro­nomen Siegfried Able als Wiesnwirt, die Bald-OB Dieter Reiter vorantreibt.

Bislang dachten die Grünen, dass ihre Spitzenkandidatin Sabine Nallinger als dritte Bürgermeisterin gesetzt sei. Nachdem aber die SPD mangels rot-grüner Mehrheit die CSU mit ins Boot holen will, beansprucht deren Fraktionschef Josef Schmid den zweiten Bürgermeisterposten, den derzeit Christine Strobl (SPD) innehat. Reissl sagt zur SZ: „Warum sollte die zweitstärkste Fraktion der drittstärksten ein Amt einräumen?“ – sprich: die SPD den Grünen? Falls Strobl den Bürgermeisterstuhl räumt, könnte sie Reissl als Fraktionschefin ablösen.

Grünen-Fraktionschef Florian Roth irritieren Reissls Sätze: „So eine Konstellation wäre für uns schwer vorstellbar.“ Die Koalition auf der Kippe.

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Nallinger wiegelt ab: „Bei den Koalitionsgesprächen geht es erst um Inhalte, dann um Personalien.“ Für Münchens SPD-Chef Pfaffmann sind Reissls Äußerungen eine „Einzelmeinung“. Dafür bringen er und Dieter Reiter wieder Gespräche mit den kleinen Parteien ins Spiel – die schon als gescheitert galten.

Reiter hat wiederum Ärger mit Wiesn-Stadtrat Helmut Schmid (SPD). Der hat Probleme damit, dass der Bald-OB den Gastronomen Siegfried Able zum Wiesnwirt machen will. Bei seiner Bewerbung für die Krätz-Nachfolge soll Able beim Punktesystem für die Vergabe unter allen Wirten das zweitbeste Ergebnis erzielt haben. „Das ist aber nur eine von vielen offenen Fragen, die ich beantwortet haben will“, so Schmid.

J. Welte

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