Kommunen suchen vermehrt Gasteltern für junge Flüchtlinge

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Mabel Engler und ihr Partner Peter Grunwald mit ihrem Pflegekind aus Afghanistan. Foto: Stefan Puchner

Berlin/Stuttgart (dpa) - Deutsche Kommunen versuchen verstärkt, Gasteltern für minderjährige Flüchtlinge zu finden. "Die Träger der Jugendhilfe suchen nach Familien, landauf, landab", sagte Dagmar Trautner, Vorsitzende des Bundesverbandes der Pflege- und Adoptivfamilien.

Gut 60 000 unbegleitete minderjährige Ausländer (UMA) gibt es derzeit in Deutschland. Infolge der seit November geltenden Quotenregelung müssen einige Länder nun deutlich mehr Kinder und Jugendliche aufnehmen - Baden-Württemberg etwa fast doppelt so viele wie zuvor. Zuvor waren die Kommunen zuständig, in denen die Minderjährigen angetroffen wurden, also häufig große Städte und grenznahe Kreise.

Allerdings müsse jeder Fall einzeln geprüft werden, betonte Trautner. Nicht für alle Jugendlichen sei der Platz in einer Familie die beste Lösung. Viele seien auf der Flucht sehr selbstständig geworden und fänden sich etwa in Wohngruppen besser zurecht.

"Bis vor einigen Monaten waren Flüchtlinge in Pflegefamilien noch die absolute Ausnahme", sagte Niels Espenhorst, Referent beim Bundesfachverband Unbegleitete Minderjährige Flüchtlinge. Es gebe ein großes Interesse von potenziellen Gastfamilien - die meisten UMA seien aber bereits 16 oder 17 Jahre alt. Auch müsse Familien bewusst sein, dass kulturelle Differenzen und die Pubertät für Reibereien sorgen könnten.

Bundesverband der Pflege- und Adoptiveltern

Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge

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