Kosovo: UN informiert sich über Zwischenfälle

New York - Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen wird sich am Donnerstag mit den Zwischenfällen an einigen Grenzübergängen zwischen Serbien und Kosovo befassen.

Das Thema werde in geschlossenen Sitzung beraten, hieß es am Mittwoch aus der deutschen UN-Vertretung in New York. Deutschland führt derzeit das mächtigste UN-Gremium.

Es wird zunächst nicht, wie von Belgrad verlangt, eine offene Sondersitzung geben. Aus Diplomatenkreisen hieß es, dass es zunächst darauf ankomme, ein klares Lagebild zu erhalten. Deshalb sei das Sekretariat der Vereinten Nationen kurzfristig um einen Bericht zur Lage gebeten worden. Ohnehin sei das Ziel, eine weitere Eskalation zu vermeiden. Dies sei, so heißt es, noch am ehesten in der Region selbst zu erreichen.

Aufgebrachte Serben setzen kosovarischen Grenzposten in Brand

Rund 200 aufgebrachte Serben haben am Mittwoch Benzinbomben auf einen kosovarischen Grenzposten geschleudert und das Gebäude in Brand gesetzt. Ob dabei Menschen verletzt wurden, war zunächst unklar. Erst wenige Stunden zuvor hatten sich Spezialeinheiten der kosovarischen Polizei von diesem und einem weiteren umstrittenen Grenzübergang zu Serbien zurückgezogen.

Bei dem Einsatz, mit dem die Regierung in Pristina ihre Autorität über die Grenzen des Kosovos unter Beweis stellen wollte, war ein Polizist ums Leben gekommen. Die EU hatte das Vorgehen der kosovarischen Sicherheitskräfte scharf kritisiert.

Die Polizeimission der EU verurteilte nun den Angriff der Serben und rief die Bevölkerung in der Region zur Ruhe auf. EU-Polizisten und Soldaten der KFOR-Schutztruppe würden an die Grenze entsandt, um weitere Angriffe zu verhindern, sagte der Sprecher der EU-Polizei im Kosovo, Nicolas Hawton.

Der serbische Präsident Boris Tadic forderte ein “sofortiges Ende“ der Gewalt und rief die Serben im Norden des Kosovos seinerseits zur Ruhe auf. “Hooligans, die Gewalt verursachen, verteidigen nicht Serbien oder die serbischen Bürger“, hieß es in einer Erklärung aus Tadics Büro.

dpa/dapd

Rubriklistenbild: © dpa

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