Regierung will 850 Soldaten mehr für Afghanistan

Berlin - Die Bundesregierung will die deutsche Truppe in Afghanistan um insgesamt 850 Soldaten aufstocken. Zudem investiert Deutschland Milionen Euro in ein Taliban-Ausstiegsprogramm.

Das teilte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach einem Treffen mit den Parteispitzen im Kanzleramt mit. Danach sollen 500 Soldaten befristet in das Land geschickt werden - ein Zeitraum wurde

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zunächst nicht bekannt. 350 Soldaten sollen zusätzlich als “flexible Reserve“ zur Verfügung gehalten werden. Derzeit liegt die Obergrenze für das Bundeswehrkontingent bei 4500 Soldaten.

Zugleich kündigte sie deutsche Hilfe für die Wiedereingliederung von Taliban an, die in Afghanistan aus der Radikalität aussteigen wollen. Dafür wolle die internationale Gemeinschaft einen Fonds von insgesamt 350 Millionen Euro aufbauen, an dem sich Deutschland in zweistelliger Millionenhöhe beteiligen werde.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat einen Strategiewechsel für den deutschen Einsatz in Afghanistan angekündigt. Es werde jetzt die Etappe der Übergabe der Verantwortung an die afghanische Regierung beginnen, sagte Merkel am Dienstag in Berlin. Ein Zieldatum für den Abzug der Bundeswehr nannte sie nicht. Daneben werde das Konzept der “vernetzten Sicherheit“ in dem Land weiter verfolgt, betonte Merkel. Sie hatte zuvor mit den zuständigen Ministern und den Spitzen der im Bundestag vertretenen Parteien das neue Gesamtpaket des deutschen Afghanistan-Einsatzes beraten.

Innenminister Thomas Maizière (CDU) bestätigte am Dienstag erneut, dass Deutschland die Zahl der Polizeiausbilder für Afghanistan auf insgesamt 260 Mann erhöhen wird. Im vorigen Jahr waren 90 deutsche Polizisten in Afghanistan eingesetzt. Die Bundesregierung will mit diesem “Gesamtpaket“ aus zivilem Wiederaufbau und Militäreinsatz in die internationale Afghanistan-Konferenz an diesem Donnerstag in London gehen.

dpa

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