Merkels größtes Plus? Das Vollkornbrothafte

Kruzifix-Streit: CSU-Querdenker Gauweiler lobt Söder - und stichelt gegen Kirchen und Berlin

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Peter Gauweiler.

Wird der Streit ums Kreuz zum Kreuz für die CSU? Partei-Querdenker Peter Gauweiler hat eine klare Meinung. Gemischte Gefühle hat er offenbar beim Gedanken an Kanzlerin Merkel.

Augsburg - Ein Kruzifix in jeder Behörde - der Vorstoß von Landesvater Markus Söder (CSU) hat sogar in der Kirche für Verstimmungen gesorgt. Den Clinch mit einem Teil der Gläubigen findet ein Charakterkopf der CSU aber alles andere als schlimm: Peter Gauweiler hat in einem Interview mit der Augsburger Allgemeinen - wie zuvor schon andere Parteifreunde - Söders Vorschlag gelobt. Und durch die Blume Kritik an den Kirchen geübt.

„Man dürfte ihn davor gewarnt haben“

Die Idee mit dem Kruzifix sei „mutig und richtig“ gewesen, sagte er dem Blatt. „Erfahrene PR-Leute dürften ihn davor gewarnt haben, weil der Zeitgeist bei so etwas schnell wütend und bissig wird“, erklärte Gauweiler mit Blick auf Söder. Die entstandene Debatte bringe aber alle weiter - auch die Kirchen. 

Diese seien nun „dazu gezwungen, aus ihrer behaglichen Ecke zu kommen und über das Kreuz, ihr Kreuz, nachzudenken – und auch über sich selbst. Eine Podiumsdiskussion im eigenen Kopf.“

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Gauweiler wählte bei seiner inhaltlichen Erklärung für seine Sympathie für das Kruzifix im Amt allerdings diplomatischere Worte als Bayerns Ministerpräsident. Gauweiler bezeichnete das „leere Kreuz“ als „unseren gesellschaftlichen Violinschlüssel“ und das Christentum als zentrale Voraussetzung für die Identität des Staates. Söder hatte erklärt, das Kreuz sei „kein christliches Symbol“. 

In Berlin wolle man „jede Welle mitreiten“

Auch kritische Töne sind in dem Interview mit Gauweiler allerdings zu vernehmen. Der Anwalt und frühere bayerische Umweltminister rügte, es mangle in der Politik hier und da an „Fantasie“ - sie werde zurückgestellt, um bereits erreichte „Erfolge“ nicht zu gefährden. In Berlin etwa gehe es „nicht mehr darum, einen Deich zu bauen, um die Sturmwellen abzufangen“, sondern darum „perfekt auf jeder Welle mitzureiten, egal woher sie kommt und wohin sie führt.“

Auf die Nachfrage, ob die Kritik an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gerichtet sei, antwortete Gauweiler ausweichend: „Verstehen Sie mich nicht falsch. Ich kann nicht Wellenreiten und kritisiere etwas, wofür ich selbst zu ungeschickt bin. Aber trotzdem bleibt es eine richtungslose Fortbewegung“, sagte er.

Zugleich lobte Gauweiler Merkel aber auch. Eine der großen Qualitäten der Kanzlerin sei „ihre streng protestantische Sachlichkeit. Schauen Sie: Das Katholische in Bayern ist wie ein Festmahl und das Evangelische ist wie ein Vollkornbrot. Und dieses Vollkornbrothafte von Frau Merkel ist am Ende ihr großes Plus.“

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fn

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