Vom „Voteman“ bis zum „supergeilen“ Spot

Kuriose Splitter zur Europawahl 2014

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BRUTALER SUPERHELD AUS DÄNEMARK: Im Auftrag des dänischen Parlaments wollten die Urheber eines 90-sekündigen Werbespots vor allem junge Menschen zum Urnengang motivieren. In dem Video hat eine Zeichentrickfigur namens „Voteman“ erst Gruppensex mit fünf Frauen und prügelt dann reihenweise Bürger in die Wahllokale. Zu brutal und frauenfeindlich, fanden Kritiker. Das Parlament zog den Clip zähneknirschend zurück.
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SEX IM BÜRO: Wer nicht im Büro arbeitet, kann auch keinen Sex im Büro haben - zu dieser recht einfachen Botschaft kommt ein tschechischer Wahlwerbespot. Das Video der sozialdemokratischen Jugendorganisation MSD zeigt im Internet eine junge Frau, die auf ihre Mittagspause wartet. „Jeder hat Lust, in der Pause etwas anderes zu tun - und Sex auf der Arbeit ist super“, hört man aus dem Off. Erst zum Schluss heißt es: „Nur schade, dass mehr als eine halbe Million Menschen keine Arbeit haben.“ Die Reaktionen in Tschechien sind geteilt.
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HEIMISCHE POLITIKER STATT EU-ELITE: Statt Jean-Claude Juncker, Martin Schulz und anderen europaweiten Spitzenkandidaten lächeln im traditionell EU-kritischen Großbritannien heimische Politiker von den Werbeplakaten. Die Labour-Partei klebt keine Plakate mit dem Konterfei von Schulz, auch die europafreundlicheren Liberaldemokraten meiden Wahlplakate mit Spitzenkandidat Guy Verhofstadt. Da die Konservativen um Premierminister David Cameron nicht Mitglied der Europäischen Volkspartei sind, scheidet auch eine direkte Unterstützung von Juncker aus.
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BERLUSCONI: Er kann es nicht lassen. Italiens Ex-Regierungschef ist auch im Europawahlkampf nicht um streitbare Aussagen verlegen. Erst verglich er Beppe Grillo mit Hitler, dann schürte er in Krisenländern die Angst vor einer Rückkehr zur einheimischen Währung. Zuletzt wetterte Berlusconi über die deutsche Wirtschaftspolitik: „Merkel ist dabei, Europa zu spalten.“ Auch EU-Parlamentspräsident und Spitzenkandidat Martin Schulz bekam sein Fett weg: „Er ist ein Provokateur, der überraschenderweise eine Funktion ausfüllt, für die er komplett ungeeignet ist“, sagte Berlusconi der „Welt am Sonntag“. „Zudem hat er gezeigt, dass er Italien nicht mag.“ Na dann.
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TV-DUELL: War da was? Ja, auch zur Europawahl gab es TV-Duelle. Richtig spannend war etwa der Schlagabtausch der Spitzenkandidaten im ZDF eher nicht. Der konservative Juncker und Sozialdemokrat Schulz waren bei den meisten Fragen thematisch dicht beieinander, ob zur Lage der Ukraine, zur Asyl- und Flüchtlingspolitik oder zur Frage der EU-Erweiterung. Nur 1,79 Millionen Zuschauer oder 5,8 Prozent schalteten ein.
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KINDER: Wenn Kinder über Europa bestimmen könnten, wäre bei der Europawahl die Union die stärkste Kraft. Bei einer Probewahl unter mehr als 32 000 deutschen Kindern und Jugendlichen gewannen CDU und CSU mit 24,1 Prozent vor den Grünen, für die 19 Prozent dieser minderjährigen „Wähler“ votierten, wie die Koordinierungsstelle der U18-Europawahl mitteilte. Die SPD kam laut vorläufigem Endergebnis auf 18,8 Prozent, die Linke auf 8,0 Prozent. Die Piraten bekamen 7,3 Prozent der gültigen Stimmen, die Tierschutzpartei 6,0 Prozent.
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WIE VIEL IST IHNEN EUROPA WERT: 61 Euro im Jahr - mehr würden die meisten Bürger in Deutschland für die Errungenschaften der EU nicht ausgeben. Das ist das Ergebnis einer YouGov-Umfrage für die Change Centre Stiftung. Bei der Befragung sollten sich Bürger vorstellen, sie müssten etwa für den Wegfall der Grenzkontrollen oder für das Recht auf Wohnung und Arbeit in allen EU-Ländern eine Gebühr zahlen - vergleichbar der Kraftfahrzeugsteuer oder der Rundfunkgebühr. Männer würden fast doppelt so viel auf den Tisch legen wie Frauen (80 Euro im Vergleich zu 43).
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WAHLBENACHRICHTIGUNGEN VERSCHOLLEN: In Sachsen-Anhalt sind fast 52 000 Wahlbenachrichtigungen verschwunden. Die Briefe für die Kommunal- und die Europawahl seien von der Stadt Zeitz bei der Deutschen Post abgegeben, aber nicht bis zum Stichtag zugestellt worden, teilte die Stadt mit. Laut Post ist der Vorgang bundesweit einmalig. Um ihre Teilnahme an der Wahl mussten sich die Benachrichtigungslosen aber nicht sorgen: „Eine Beteiligung an der Wahl ist daher auch möglich, wenn die Wahlbenachrichtigung verlegt wurde oder verloren gegangen ist“, so der Landeswahlleiter. Beim zweiten Versuch wurden die Benachrichtigungen erfolgreich zugestellt.

Berlin - Um Wahlbeteiligung und Stimmenzahl zu erhöhen, greifen manche Länder und Parteien zu drastischen Mitteln. Splitter zur Europawahl - vom brutalen „Voteman“ aus Dänemark bis zum (nicht) „supergeilen“ Wahlspot der Jungen Union in Darmstadt.

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