Treffen in den USA

Kurz vor Merkels Staatsbesuch macht Trump deutlich, was er von der Kanzlerin hält

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Angela Merkel (l.) und Donald Trump bei einem Treffen im März 2017. 

In wenigen Tagen besucht Angela Merkel US-Präsident Donald Trump. Wie der Staatsbesuch gestaltet ist, zeigt deutlich, was er von der deutschen Kanzlerin hält. 

Washington - US-Präsident Donald Trump empfängt derzeit in Washington für einige Tage seinen französischen Amtskollegen Emmanuel Macron. Im Anschluss wird dann die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel in die USA reisen, um sich mit Trump zu treffen. Bei genauerer Betrachtung der beiden Reisen wird eines deutlich: Wie unterkühlt die Beziehung zwischen der deutschen Bundeskanzlerin und dem US-Präsidenten derzeit ist.

Macron weilt für drei Tage als offizieller Staatsgast in Washington, Merkel hingegen reist nur für ein eintägiges Arbeitstreffen an. Macron und Trump besuchen gemeinsam den Herrensitz George Washingtons, Mount Vernon, halten ein Staatsdinner ab und der französische Präsident hält sogar eine Rede vor beiden Häusern des Kongresses. 

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Merkel hingegen muss sich auf einen kalten Empfang gefasst machen. Denn die Stimmung zwischen der deutschen Bundeskanzlerin und dem US-Präsidenten gilt als unterkühlt. Die US-Nachrichtenseite Bloomberg schrieb jüngst, dass eine Kontaktaufnahme des Kanzleramts in Berlin mit dem Weißen Haus schwer fiel. Und auch der Spiegel meint zu wissen, dass die Beziehung zwischen den beiden Politikern nicht die beste ist. Merkel und Trump treffen sich am kommenden Freitag.

Macron und Merkel haben gemeinsame Ziele

Trotz der unterschiedlichen Empfänge haben Macron und Merkel gemeinsame Ziele: Sie wollen Trump davon überzeugen, die EU dauerhaft von den Strafzöllen auf Stahl und Aluminium auszunehmen. Zudem wird das Atom-Abkommen mit dem Iran von 2015 Thema sein. Bis zum 12. Mai müssen die USA entscheiden, ob sie sich weiter an die Abmachungen des Abkommens halten. Falls nicht, könnte es im Nahen Osten zu einer neuerlichen Krise und einem Wettrüsten kommen

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Außerdem geht es um den außenpolitischen Brandherd Syrien. Die USA haben international an Vertrauen eingebüßt. Die Vereinigten Staaten hingegen wollen, dass Deutschland sich militärisch stärker engagiert. Beim jüngsten Militärschlag, der als Reaktion auf den Chemie-Waffeneinsatz Assads erfolgte, gingen die USA gemeinsam mit Frankreich und Großbritannien vor. 

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