Verwarngeld an Münchner Stadtkasse

Udes Wahlkampf-Bus erhält Knöllchen

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Christian Ude will Horst Seehofer als Ministerpräsident ablösen.

München – Die Aufholjagd startet im Stehen. Christian Ude stellt in München seinen Wahlkampf-Bus vor, mit dem er für einen SPD-Sieg im Herbst wirbt. Peinliche Panne: Weil der Bus auf dem Radweg steht, kriegt Ude einen Strafzettel von der Stadt.

25 Prozent hatte SPD-Spitzenkandidat Christian Ude einst als Zielmarke für die Landtagswahl ausgegeben. Jetzt ist er bei der Zahl 25 angekommen – allerdings anders als erhofft: 25 Euro Verwarnungsgeld muss der Fahrer von Udes frisch verziertem Wahlkampf-Bus an die Münchner Stadtkasse bezahlen. Ein pflichtbewusster Mitarbeiter der kommunalen Verkehrsüberwachung stellte den Strafzettel am Donnerstag aus: wegen Parkens auf dem Radweg, und zwar „mit Behinderung“.

„Ob der Fahrer auf höheren Befehl gehandelt hat, ist mir egal“, sagte der Ordnungshüter. „Für mich zählt nur die Verkehrssituation.“ Tatsächlich hatte der Bus, den die SPD

erstmals der Öffentlichkeit präsentierte, direkt vor der Parteizentrale auf dem Radweg geparkt. Der Ordnungshüter war zunächst geduldig, bat den Busfahrer, rasch wegzufahren, und ließ sich von einem Polizisten in einem zivilen Begleitfahrzeug beeindrucken. Als sich Udes Interviews und Parkzeit aber immer weiter in die Länge zogen, wurde es dem Knöllchenhüter zu bunt.

Ude, der als Münchner Oberbürgermeister oberster Dienstherr des Ordnungshüters ist, für den Wahlkampf aber unbezahlten Urlaub genommen hat, reagierte mit Humor: „Das heißt doch, dass der städtische Dienst funktioniert – auch wenn der Chef im Urlaub ist.“ Der Strafzettel sei immerhin "für einen guten Zweck - für die Stadt München". Ein SPD-Sprecher kündigte an, die Partei werde für das Knöllchen aufkommen, es müsse in diesem Fall nicht der Busfahrer zahlen.

Für die Sozialdemokraten ist es allerdings schon die zweite Bus-Panne. Im Wahlkampf 2008 hatte Spitzenkandidat Franz Maget einen Bus präsentiert, der nur die Abgasnorm Euro 1 erfüllte. Innerhalb des Mittleren Rings in München und zum Beispiel in der Augsburger Innenstadt bedeutet das seit Jahren ein Fahrverbot. Maget musste den Bus teuer auf Euro 2 nachrüsten lassen. Standard ist inzwischen Euro 4.

Trotz Bus-Panne: Ude rechnet mit einer Aufholjagd der SPD in den letzten sechs Wochen. Von der jüngsten 18-Prozent-Umfrage des Bayerischen Rundfunks für die SPD will er sich nicht irritieren lassen. Das Kennzeichen des Busses soll dabei nicht der Maßstab für das Ergebnis am 15. September sein: Es lautet M-AU.

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cd/dpa

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