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Hochspannung vor der Bayern-Wahl

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Vor der Bayern-Wahl steigt die Nervosität nicht nur bei Horst Seehofer und Christian Ude, sondern auch bei der Kanzlerin und deren Herausforderer. Wie schneidet die CSU am Sonntag ab - und was bedeutet das Ergebnis für die Bundestagswahl?

München - Vor der Bayern-Wahl steigt die Nervosität nicht nur bei Horst Seehofer und Christian Ude, sondern auch bei der Kanzlerin und deren Herausforderer. Wie schneidet die CSU am Sonntag ab - und was bedeutet das Ergebnis für die Bundestagswahl?

Hochspannung vor der bayerischen Landtagswahl in München und Berlin: Die CSU unter Ministerpräsident Horst Seehofer träumt nach dem historischen Absturz vor fünf Jahren von der Rückkehr zur Alleinherrschaft. Jüngsten Umfragen zufolge ist dies bei der Wahl an diesem Sonntag ebenso möglich wie eine Fortsetzung der seit fünf Jahren regierenden schwarz-gelben Koalition. Allerdings muss die FDP noch um den Wiedereinzug in den Landtag zittern. Aber auch die SPD mit ihrem Spitzenkandidaten Christian Ude sowie Grüne und Freie Wähler setzen auf eine Aufholjagd auf den allerletzten Metern.

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In Berlin hoffen sämtliche Parteien auf ein starkes Signal für den Schlussspurt bis zur Bundestagswahl nur eine Woche später. Einen solch kurzen Abstand zwischen den beiden Wahlen gab es noch nie. Auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück haben Bayern deshalb zu Schwerpunkten ihrer Wahlkampagnen gemacht.

Erststimme, Zweitstimme: Das müssen Sie wissen

Wahlberechtigt sind etwa 9,5 Millionen Menschen. Sie haben die Wahl zwischen 15 Parteien. Im Landtag sind 180 Sitze zu vergeben - 90 Direktmandate und 90 Listenmandate. Durch Überhang- und Ausgleichsmandate können es am Ende aber auch noch mehr werden.

CSU und SPD: Wahlkampf-Abschluss in München

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Umfragen hatten die CSU zuletzt bei 47 bis 48 Prozent gesehen - und damit vor der Wiedereroberung der absoluten Mehrheit im Landtag. Für die FDP ermittelten die Meinungsforscher nur 3 bis 5 Prozent. Die SPD wurde bei 18 bis 21 gesehen, die Grünen kamen in diesen Umfragen auf 10 bis 13 Prozent, die Freien Wähler auf 7 bis 8 Prozent. Die Linke kam auf maximal 4, die Piratenpartei auf maximal 3 Prozent.

Landtagswahl Bayern: Infos und Hintergründe finden Sie hier!

Ein historischer Machtwechsel im seit Jahrzehnten CSU-dominierten Freistaat scheint demnach unwahrscheinlich - auch wenn Seehofer mit dem populären Münchner Oberbürgermeister Ude ein politisches Schwergewicht als Herausforderer hat. Die SPD wäre aber, um regieren zu können, nicht nur auf die Grünen, sondern auch auf die Freien Wähler als Partner angewiesen. Die wollen sich aber weder auf die CSU noch auf Rot-Grün festlegen. Und ohnehin lag das potenzielle Dreierbündnis in Umfragen zuletzt deutlich hinter der CSU. Allerdings: Umfragen zufolge war wenige Tage vor der Wahl noch fast die Hälfte der Bayern unentschlossen, ob und wen sie wählen.

Landtagswahl: Die fünf Spitzenkandidaten im Porträt

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Seehofer dämpfte die Hoffnungen auf eine Alleinherrschaft nach Kräften: Die absolute Mehrheit sei „von allen Möglichkeiten die unwahrscheinlichste“, sagte er dem Bayerischen Rundfunk. Ude dagegen sagte, er verspüre Aufwind für die SPD: „Ich habe den Eindruck, die Bevölkerung hat erst jetzt angefangen, sich für die Landtagswahl zu interessieren.“ FDP-Fraktionschef Thomas Hacker gab sich zuversichtlich, mit einem „ordentlichen Ergebnis“ wieder in den Landtag einzuziehen. Das FDP-Ziel von acht Prozent nannte er „eher die Untergrenze“. Grünen-Spitzenkandidatin Margarete Bause sagte zu ihren Erwartungen an den Sonntag: „Auf jeden Fall über zehn Prozent.“ Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger rechnet mit einer Ergebnis, das näher bei 15 als bei 10 Prozent liegt.

So tickt Christian Ude

Porträt: So tickt Christian Ude

Der Ansturm auf die Briefwahl hielt bis kurz vor der Landtagswahl an und bescherte Bayerns Großstädten neue Rekorde. So viele Bürger wie nie zuvor entschieden sich dort für die Abstimmung per Post. In München etwa beantragten bis Freitagvormittag gut 257 000 Wähler ihre Stimmzettel. Das sind fast 80 Prozent mehr als bei der vorangegangenen Wahl - und bereits deutlich mehr als ein Viertel aller Wahlberechtigten. Nürnberg zählte 75 000 Briefwahlanträge, 2008 waren es nur 46 000.

Bei der Landtagswahl vor fünf Jahren musste die CSU eine historische Niederlage einstecken. Die Christsozialen stürzten von 60,7 Prozent bei der Wahl 2003 um 17 Punkte auf nur noch 43,4 Prozent ab. Der nur ein Jahr lang amtierende Ministerpräsident Günther Beckstein musste damals ebenso gehen wie Erwin Huber als Parteichef. Seehofer wurde als Retter aus Berlin geholt. Erstmals seit Jahrzehnten war die CSU fortan wieder auf einen Koalitionspartner angewiesen - sie entschied sich für die FDP.

So tickt Horst Seehofer

Porträt: So tickt Horst Seehofer

Die SPD war vor fünf Jahren auf 18,6 Prozent gesackt. Die Grünen holten 9,4 Prozent. Die Freien Wähler zogen damals mit 10,2 Prozent erstmals überhaupt in ein Landesparlament ein. Und die FDP feierte nach 14 Jahren Pause im Landtag mit 8,0 Prozent ihre Rückkehr.

Auf die CSU entfielen damals 92 der 187 Sitze, auf die SPD 39, auf die Freien Wähler 21, auf die Grünen 19 und auf die FDP 16. Im Laufe der Wahlperiode wechselte ein FDP-Abgeordneter zu den Freien Wählern. Ex-CSU-Rebellin Gabriele Pauli verließ die FW-Fraktion und war seitdem fraktionslos. Die Wahlbeteiligung lag bei 57,9 Prozent.

dpa

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