Organvergabe: Lauterbach fordert neues Verfahren

Passau - SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach dringt auf eine weitreichende Reform der Organspende. Die Ergebnisse des Organspendegipfels reichten nicht aus.

Dies sagte Lauterbach der „Passauer Neuen Presse“ (Mittwochausgabe). „Im Großen und Ganzen belässt man ja alles so, wie es derzeit nicht funktioniert.“ Die Kontrolle durch Klinikärzte sei ein „sehr praxisferner Vorschlag“. Jeder, der den Alltag in der Klinik kenne, wisse, dass ein Assistenzarzt aus einer anderen Abteilung nicht den Herzchirurgen wirksam überwachen könne.

Lauterbach kritisierte, dass in Deutschland der größte Teil der Organe über sogenannte dringlichen Verfahren vergeben werde: „Das sind Verfahren, die eigentlich nur zum Tragen kommen sollen, wenn das Organ akut gefährdet ist, also nur lokal vergeben werden kann. Und wenn der Patient, der es bekommt, unmittelbar vom Tod bedroht ist.“ Lauterbach forderte, dass alle Organe, die für das Standardverfahren zur Verfügung gestellt werden können, dort auch ankommen.„ Das geplante Sechsaugenprinzip reiche nicht aus.

dapd

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