CNN: Explosionen erschüttern Tripolis

Tripolis - Die internationale Allianz hat laut des US-Senders CNN in der Nacht die libysche Hauptstadt Tripolis angegriffen. Unterdessen sieht sich Diktator Gaddafi bereits nach einem Exil um.

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Die internationale Allianz zur Durchsetzung der UN-Resolution gegen das Regime von Muammar al-Gaddafi hat ihre Angriffe auf dielibysche Hauptstadt am Mittwochmorgen offensichtlich fortgesetzt. Wie ein Korrespondent des US-Senders CNN berichtete, waren mehrere sehr schwere Explosionen zu hören. Allerdings habe es anschließend kein Luftabwehrfeuer der libyschen Truppen gegeben. Unklar war auch, wo genau sich die Explosionen ereigneten.

Internationale Truppen hatten in den vergangenen Nächten immer wieder Ziele in Tripolis mit Marschflugkörpern angegriffen. Allerdings fanden die Attacken hauptsächlich in der ersten Nachthälfte statt.

Gaddafi verspricht Sieg

Erstmals seit einer Woche ist der libysche Machthaber Muammar al Gaddafi ist wieder öffentlich aufgetreten. Vor begeisterten Anhängern in seiner Residenz Bab Al Asisija in der Nähe von Tripolis verurteilte er die Luftangriffe auf seine Truppen. “Kurzfristig werden wir sie schlagen, langfristig werden wir sie schlagen“, erklärte er, auf einem Balkon stehend. Die knapp fünfminütige Ansprache wurde nach Angaben des libyschen Staatsfernsehens live übertragen. Reportern war der Zutritt zu dem Gelände nicht erlaubt.

Nach Informationen der US-Regierung lässt der exzentrische Staatschef jedoch schon Optionen für einen möglichen Abgang ins Exil ausloten.

Militärschlag gegen Libyen: Die Bilder

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US-Präsident Barack Obama äußerte sich unterdessen zuversichtlich, dass die USA die Führung der Militäraktion in Libyen innerhalb der kommenden Tage an die NATO übertragen können. Er zweifle nicht daran, dass Washington seinen Beitrag zu der Aktion zurückfahren könne, sagte Obama am Dienstag während eines Aufenthalts in El Salvador. Über die Rolle der NATO bei dem Einsatz wurde innerhalb des Militärbündnisses bislang keine Einigung erzielt.

Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy verständigte sich am Dienstag mit Obama darauf, dass der NATO eine gewichtigere Rolle beim Militäreinsatz gegen Libyen zukommen soll. Man habe sich “auf die Modalitäten zur Nutzung der Strukturen des NATO-Kommandos geeinigt, um die Koalition zu unterstützen“, teilte die Regierung in Paris mit. Demnach hätten beide Politiker am Dienstag miteinander gesprochen.

Auch das Büro des britischen Premierministers David Cameron teilte mit, dass dieser und Obama sich ebenso darauf verständigt hätten, dass der NATO beim Einsatz gegen das Regime Gaddafis eine Schlüsselrolle zukommen solle.

Deutschland beendet NATO-Einsatz im Mittelmeer

Deutschland zieht nach dem Beschluss der NATO zur Durchsetzung eines Waffenembargos gegen Libyen seine Streitkräfte aus der Mittelmeer-Region zurück. Wie ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Dienstagabend in Berlin mitteilte, betrifft dies sowohl die Seeeinheiten als auch die deutschen Soldaten an Bord von AWACS-Flugzeugen. Hintergrund der Entscheidung ist die Ankündigung Deutschlands, nicht an Militäraktionen gegen Libyen teilzunehmen.

Die Niederlande wollen zur Durchsetzung des UN-Waffenembargos gegen Libyen sechs F-16-Kampfjets, ein Tankflugzeug sowie ein Minenräumboot entsenden. Sein Kabinett habe der Entscheidung am Dienstag zugestimmt und einen Brief zur Information des Parlaments versandt, sagte Ministerpräsident Mark Rutte. Auch sei es vorstellbar, dass seine Regierung an der Einrichtung einer Flugverbotszone mitwirken würde, wenn die NATO Unterstützung von den Niederlanden anfordern würde, sagte Rutte.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon rief die internationale Staatengemeinschaft am Dienstag auf, die Bemühungen zur Durchsetzung einer Flugverbotszone über Libyen zu unterstützen. Der UN-Sicherheitsrat habe die entsprechende Resolution verabschiedet, nachdem Machthaber Gaddafi “sein eigenes Volk vorsätzlich und wahllos tötete“, sagte Ban bei einer Pressekonferenz in Tunis.

Der russische Ministerpräsident Wladimir Putin erneuerte seine Kritik an der Militäraktion unter Hinweis auf zivile Opfer. Jeder, der für Todesopfer in der Zivilbevölkerung verantwortlich sei, solle “für die Rettung ihrer Seelen beten“, sagte Putin am Dienstag. Der russische Ministerpräsident hatte die UN-Resolution, die den Einsatz der USA und anderer Streitkräfte gegen Libyen ermöglichte, zuvor bereits mit einem “mittelalterlichen Aufruf zum Kreuzzug“ verglichen.

dapd/dpa

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