Ex-Generalinspekteur kritisiert Nato

Berlin - Der frühere Generalinspekteur der Bundeswehr, Harald Kujat, hat die Unentschlossenheit der Nato in der Frage einer Beteiligung an dem internationalen Libyen-Einsatz kritisiert. Es sei eine Operation ohne Strategie.

Die Nato spiele eine sehr unglückliche Rolle in dem Konflikt, sagte er der “Bild“-Zeitung (Dienstag). “Am Ende des Einsatzes könnte es zwei große Verlierer geben: Den gestürzten Diktator Gaddafi und die Nato.“ Das Bündnis erweise sich als nicht handlungsfähig, sagte der 69-Jährige General a.D., der von 2002 bis 2005 Vorsitzender des Nato-Militärausschusses und damit höchster militärischer Repräsentant der Allianz war.

Bilder: Militärschlag gegen Libyen

Militärschlag gegen Libyen: Die Bilder

Jetzt sei es an der Bundesregierung in der Nato zu vermitteln, denn nur das Militärbündnis sei in der Lage, den Einsatz langfristig zu koordinieren. “Ansonsten können das nur die Amerikaner, doch die wollen die Verantwortung nicht alleine Schultern“, sagte Kujat und kritisierte auch den Verlauf des bisherigen Militäreinsatzes. Es sei eine Operation ohne Strategie. Die Lufteinsätze über Libyen könnten keine Entscheidung herbeiführen. “Die Entscheidung fällt auf dem Boden und zwar in der Auseinandersetzung von Gaddafis Truppen und den Aufständischen“, sagte Kujat.

Ungeachtet seiner Kritik an dem Einsatz hätte Deutschland bei der Abstimmung über die Libyen-Resolution im UN-Sicherheitsrat aber mit Ja stimmen müssen, denn es sei nicht darum gegangen, ob man sich an dem Einsatz beteiligen wolle oder nicht. “Es wäre aber ein Signal der Geschlossenheit gewesen“, sagte Kujat.

dpa

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