Libyen: Sicherheitskräfte beschießen Trauerzug

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Ein brennendes Auto bei Protesten in Tripoli

Kairo - Libysche Sicherheitskräfte haben am Sonntag nach Zeugenberichten erneut das Feuer auf Regierungsgegner eröffnet.

Ein Arzt in einem Krankenhaus in Bengasi sagte, mindestens eine Person sei während eines Trauermarsches erschossen worden. Weitere 14 seien durch Schüsse verletzt worden, fünf davon schwer, sagte der Arzt, der nicht namentlich genannt werden wollte. Ein Mann, dem ins Bein geschossen wurde, berichtete, auf dem Weg zum Friedhof sei der Trauerzug gerade an einem Militärgelände vorbeigekommen, als das Feuer eröffnet wurde. Zuerst hätten die Sicherheitskräfte in die Luft geschossen, dann auf die Menschen.

Angeblich mehr als 200 Tote in Libyen

Bei den Unruhen in Libyen sind nach Angaben der Opposition binnen zwei Tagen mehr als 200 Menschen getötet worden. Die Website “Libya al-Youm“ sprach am Sonntag von 208 Toten. In der Stadt Bengasi habe sich ein Teil der Soldaten den Aufständischen angeschlossen. Einige Städte sollen nach Angaben von Oppositionellen ganz oder zum Teil “befreit“ sein. Von unabhängiger Seite ließen sich diese Informationen jedoch nicht verifizieren.

Libyen macht eine ausländische Verschwörung für die Unruhen verantwortlich. Die staatliche Nachrichtenagentur Jana verbreitete am Samstagabend, die Sicherheitskräfte hätten Angehörige einer Verschwörergruppe festgenommen, darunter Palästinenser, Tunesier und Sudanesen. Es sei möglich, dass der israelische Geheimdienst seine Finger im Spiel habe.

dapd/dpa

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