Machtkampf in Nord-AfD: Rücktritts-Forderung an Parteichef

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Landesparteitag der AfD in Schleswig-Holstein am 21. März 2015 in Kiel: Der Nord-Landesverband ist zerstritten. Foto: Axel Heimken/Archiv

Kiel (dpa) - Ein offener Machtkampf ist an der Spitze der Nord-AfD entbrannt. "Der Landesvorstand in Schleswig-Holstein ist zerstritten", sagte der Landesvorsitzende Thomas Thomsen der Deutschen Presse-Agentur.

Der Streit schwele bereits länger, mittlerweile sei das Gremium nicht mehr handlungsfähig.

In einem Schreiben fordern sieben Vorstandsmitglieder seinen Rücktritt. "Herr Thomsen hat, statt inhaltlich, organisatorisch oder gar politisch zu wirken, seine ganze Energie darauf verwendet, sich als Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2017 zu positionieren", heißt es in dem der dpa vorliegenden Schreiben.

Auch in der Partei kursiert seit geraumer Zeit bereits ein Schreiben, in dem ebenfalls sein Rücktritt gefordert wird. Es haben mehr als 70 der insgesamt knapp 800 Parteimitglieder unterschrieben.

Hintergrund der Auseinandersetzung ist offensichtlich die Aufstellung der Landesliste für die Landtagswahl 2017, bei der die AfD erstmals den Einzug in den Kieler Landtag schaffen könnte.

Angesichts der guten Umfragewerte der Partei sei der Streit eine "politische Dummheit", sagte Thomsen. "Das ist eine Katastrophe." Der stellvertretende Landesvorsitzende Volker Schnurrbusch sagte, "der Streit ist in einer Weise eskaliert, dass er der gesamten Partei Schaden zufügt".

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