Maget macht Schluss!

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Ex-SPD-Fraktionschef Franz Maget (Archivbild).

München - Der Ex-SPD-Fraktionschef (58) will 2013 nicht mehr für den Landtag kandidieren. Gegenüber der tz begründet er seine Entscheidung.

Der einstige SPD-Spitzenkandidat Franz Maget verlässt nach 23 Jahren den Bayerischen Landtag! Der 58-Jährige will 2013 nicht mehr fürs Maximilianeum kandidieren. „Wenn ich überhaupt noch die Chance für ein neues Leben haben will, muss ich das jetzt tun“, begründet der Landtagsvizepräsident gegenüber der tz seine Entscheidung.

Was genau er künftig arbeiten will, weiß Maget nach eigener Aussage noch nicht: „Für mich war es erst mal wichtig, die Entscheidung zu treffen. Jetzt kann ich noch selber bestimmen, aufzuhören. Und wenn nun einige sagen: ‚Das ist aber zu früh‘ – dann ist das doch besser, als wenn sie mich alle nicht mehr sehen können.“

Aber Maget hält sich ein Hintertürchen offen: „Ich bleibe ein politischer Mensch. Wenn wir die Chance haben, nach 2013 die Regierung zu stellen, werde ich mich einbringen, wo immer es gewünscht ist.“ Sprich: Einen Ministerposten unter dem – sechs Jahre älteren – potenziellen Landesvater Christian Ude, könnte man ja ohne Landtagsmandat übernehmen …

Zwar hat sich Magets Frau Dorothea „begeistert“ über seine Entscheidung gezeigt, in der Politik kürzerzutreten – aber ob er wirklich mehr Zeit für die Familie haben wird? „Da bin ich mir noch gar nicht so sicher. Das kommt darauf an, was ich jetzt machen werde.“ Sich noch stärker für den TSV 1860 engagieren will er jedenfalls nicht – seine Amtszeit als Löwen-Vizepräsident läuft ebenfalls 2013, dem Jahr seiner Neubesinnung, aus.

Magets Polit-Bilanz ist zwiespältig: Einerseits war er der erfolgreichste bayerische SPD-Abgeordnete: Er ist der Einzige, der seinen Stimmkreis im Münchner Norden viermal direkt gewonnen hat – gegen CSU-Fraktionschef Gerold Tandler und gegen Strauß-Tochter Monika Hohlmeier. Andererseits hatte er als SPD-Spitzenkandidat bei den Landtagswahlen 2003 (19,6 Prozent) und 2008 (18,6 Prozent) die schlechtesten SPD-Ergebnisse überhaupt zu verantworten.

Doch dem Ex-Chef der Münchner SPD wurden die Pleiten erstaunlich wenig angekreidet. Selbst OB Ude zeigte sich damals verblüfft: „Das hat es noch nie gegeben, dass einer nach so einer Niederlage so nachdrücklich versichert bekam, er sei nicht schuld.“

Seine stete gute Laune ließ sich Maget selbst durch diese Pleiten nicht verderben. Dank seiner Freundlichkeit war er auch bei den Schwarzen beliebt – er wird im Landtag fehlen.

Klaus Rimpel

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