Bayerischer Städtetag

Maly: Mehr Kreativität im Kampf gegen Wohnungsnot

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Maly: Im Kampf gegen Wohnungsnot mehr Kreativität gefragt Foto: Rolf Vennenbernd/Archiv

Nürnberg - Schon jetzt ist in den bayerischen Großstädten das Angebot an bezahlbarem Wohnraum knapp. Mit der großen Zahl von Flüchtlingen dürfte sich die Lage verschärfen. Für Städtetags-Chef Ulrich Maly kein unlösbares Problem. Jetzt sei Kreativität gefragt.

Im Kampf gegen die wachsende Wohnungsnot in Bayerns Großstädten ist nach Einschätzung des bayerischen Städtetags-Chefs Ulrich Maly (SPD) mehr Kreativität der Kommunen gefragt. Neue Wege müssten beispielsweise bei der Beschleunigung der Planungs- und Genehmigungsverfahren beschritten werden, sagte Maly in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur (dpa). "Wenn wir es schaffen, die Zahl der Baufertigstellungen in den nächsten fünf Jahren um 20 bis 30 Prozent zu erhöhen, dann haben wir die Lage einigermaßen im Griff", erläuterte der Präsident des kommunalen Spitzenverbandes.

Um dieses "ambitionierte Ziel" zu erreichen, müssten beispielsweise alle am Wohnungsbau beteiligten Behörden und Fachleute an einen Tisch geholt werden. Dabei sollten die notwendigen planerischen Abstimmungen in gemeinsamen Koordinationsgesprächen geklärt werden statt sie nacheinander abzuarbeiten, sagte Maly. "Da können wir beweisen, dass wir es auch schneller können", sagte der Nürnberger Oberbürgermeister. Das sei auch mit Blick auf die wachsende Zahl von Flüchtlingen notwendig. In einigen Städten werde das schon so gehandhabt.

Zugleich sprach sich Maly gegen eine Senkung baulicher Standards aus. "Ich bin gegen Behelfsbauten. Wenn wir die wenigen Flächen, die wir in den Großstädten noch haben, für die nächsten 40 bis 50 Jahre bebauen, dann müssen wir da eigentlich für vernünftige Baustandards sorgen", sagte Maly. "Wir sind auch klug beraten, marktfähige Wohnungen zu bauen. Denn nur dann wird es uns gelingen, die sozialen Durchmischungen der Quartiere hinzukriegen und Ghetto-Bildung zu vermeiden".

Gefragt sind die bayerischen Großstädte auch bei der Suche nach geeigneten Bauflächen für Wohnungen. Da müssten die Kommunen alle Möglichkeiten nutzen. "Das beginnt bei der Bebauung von Baulücken. Es gibt unglaublich viele Baulücken, die auch schnell bebaubar sind." Er gehe davon aus, dass die jetzt verbesserte Wohnbauförderung, die ja im nächsten Jahr auch noch durch Steuerförderung ergänzt werden solle, "ein echter Anreiz ist, auch lange liegen gelassene Baulücken zu mobilisieren", sagte Maly.

"Wir müssen dichter bauen, wir müssen höher bauen. Wir müssen sicherlich auch viele kleinere Einheiten bauen, weil die Zahl der Singles in den Großstädten zunimmt und wir eher weniger auf Singles ausgerichtet sind. Wir werden Parkplätze überbauen, Flachbauten von Handelsimmobilien überbauen und vieles andere mehr", sagte der Verbandschef. "Da lassen sich schon noch Flächen mobilisieren. Da sind alle Städte in Deutschland im Moment wild am Experimentieren. Und der Druck, der ja jetzt aufgebaut wird, zwingt uns auch, den Geist ein bisschen freier wehen zu lassen", betonte der Städtetags-Chef.

Presseportal des Bayerischen Städtetags

dpa

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