Bis zu 2,5 Prozent Erhöhung sind drin!

Mehr Rente: Die wichtigsten Fragen & Antworten

München - Gute Nachrichten für die Rentner! Im kommenden Jahr könnten die Renten um zwei bis 2,5 Prozent steigen! Die tz beantwortet die wichtigsten Fragen.

Die Bundesregierung hatte diesen Wert bereits Ende 2012 geschätzt – jetzt bestätigt ihn Alexander Gunkel, der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Rentenversicherung. Damit würde die Rente stärker steigen als die Preise in Deutschland. Und auch für Arbeitnehmer hat die Rentenversicherung eine – möglicherweise – gute Nachricht im Gepäck: Der Beitrag zur Rentenversicherung kann im kommenden Jahr sinken. Dem müsste aber die Regierung zustimmen. Die wichtigsten Fragen:

 

Was kommt auf die Rentner zu?

Ein sattes Plus. Gunkel sagte am Dienstag in Würzburg, die Rentenversicherung habe aktuell keine andere Einschätzung als die Bundesregierung im vergangenen Jahr. „Die Prognose scheint sehr realistisch“, meint Gunkel. Er nannte einen Rahmen für die Anhebung von „zwei bis 2,5 Prozent“! Alles deutet darauf hin, dass die Rentenerhöhung im Osten am oberen und im Westen am unteren Rand liegen wird.

Ist es schon sicher, dass es so kommt?

Nein, die Rentner sollten die zusätzlichen Euro lieber noch nicht vorschnell einplanen. Gunkel ist bei der Vorhersage äußerst zurückhaltend: Es fehlten immer noch belastbare Zahlen über die für die Rentenanpassung wichtige Lohnentwicklung. Diese Angabe sei erst Ende März zu erwarten. Erst dann kann das Kabinett die Rentenerhöhung offiziell beschließen. Deshalb will Gunkel vermeiden, dass die Prognose als „Versprechen“ aufgefasst werde, das sich dann nicht einhalten lasse.

Was macht Gunkel dann so optimistisch?

Die Entwicklung des laufenden Jahres. Derzeit liege der vorläufige Wert der Lohnrate bei plus 2,3 Prozent. Dieser Wert werde aber erfahrungsgemäß noch korrigiert.

Wie war das noch mal in diesem Jahr?

Verheerend. Besonders im Westen waren die Rentner verärgert über die Mini-Erhöhung! Am 1. Juli waren die Renten im Westen um 0,25 Prozent angehoben worden. Im Osten schnellten dagegen die Altersbezüge um flotte 3,29 Prozent in die Höhe.

Wie konnte es zu diesem Unterschied kommen?

Zwei Gründe: Zum einen sind die Löhne im Vorjahr im Osten stärker angestiegen als im Westen. Zum anderen leiden die West-Rentner immer noch unter der Rentengarantie, die ihnen die Politik im Wahlkampf 2009 versprochen hatte. Rein mathematisch gesehen hätten die Renten im Jahr 2010 sinken müssen – herausgekommen ist aber immerhin eine Nullrunde. Die normal fällige Rentensenkung ist allerdings nicht aufgehoben, sondern nur aufgeschoben. Sie dämpft die Erhöhung der Renten. Der Osten hatte sein Soll dabei früher erfüllt als der Westen. Wie weit liegen West- und Ost-Renten denn noch auseinander? Derzeit liegt der Rentenwert Ost bei 91,5 Prozent des Westniveaus. Ost-Politiker aller Parteien fordern eine schnelle Angleichung ans Westniveau.

Was passiert mit den Beiträgen zur Rentenversicherung?

Noch eine gute Nachricht: Sie könnten sinken! Wegen der prall gefüllten Rentenkassen ist theoretisch eine Beitragssatzsenkung um 0,6 Punkte drin – von jetzt 18,9 auf 18,3 Prozent! Das wäre der niedrigste Beitragssatz sei über 20 Jahren und würde Arbeitnehmer und Arbeitgeber zusammen immerhin um etwa sechs Milliarden Euro im Jahr entlasten. Ein Durchschnittsverdiener hätte im Jahr etwa 90 Euro mehr in der Tasche. Auch der Staat könnte dann seinen üppigen Zuschuss zur Rentenversicherung von etwa 60 Milliarden Euro im laufenden Jahr um etwa 1,3 Milliarden Euro zurückfahren!

Wo ist hier der Haken?

Union und SPD könnten in den Koalitionsverhandlungen noch lange Finger bekommen. In beiden Lagern gibt es Stimmen, die wegen geplanter Leistungsverbesserungen eine Beitragssenkung ablehnen, da ein solcher Schritt in der Rentenkasse zu Mindereinnahmen in der Größenordnung von 7,4 Milliarden Euro führen würde. Allein die geplante Verbesserung bei der Mütterrente kostet fast genauso viel. Die Rentenkasse ist nach Gunkels Worten „nach wie vor gut gefüllt“. Zum Jahresende dürften 31 (Ende 2012: 29) Milliarden Euro in der Rücklage sein: ein Rekordwert. Bisher muss der Rentenbeitrag gesenkt werden, wenn die Rücklagen 1,5 Monatsausgaben übersteigen. Das enspricht derzeit einem Wert von etwa 26 Milliarden Euro.

Marc Kniepkamp

 

Das bringt die Beitragssenkung

Eine Beitragssenkung würde alle Arbeitnehmer entlasten

Einkommen brutto pro Monat Entlastung pro Monat
500 Euro 1,50 Euro
1000 Euro 3,00 Euro
1500 Euro 4,50 Euro
2000 Euro 6,00 Euro
2500 Euro 7,50 Euro
3000 Euro 9,00 Euro
3500 Euro 10,50 Euro
4000 Euro 12,00 Euro
4500 Euro 13,50 Euro
5000 Euro 15,00 Euro
5500 Euro 16,50 Euro

Was bringt eine Rentenerhöhung?

Die tz hat für Sie ausgerechnet, wie viel eine Erhöhung der Altersbezüge von zwei bzw. 2,5 Prozent für unterschiedliche Rentenhöhen ausmacht:

Rente jetzt Rente bei 2 Prozent Erhöhung  Rente bei 2,5 Erhöhung
500 Euro 510 Euro 512,50 Euro
550 Euro 561 Euro 563,75 Euro
600 Euro 612 Euro 615,00 Euro
650 Euro 663 Euro 666,25 Euro
700 Euro 714 Euro 717,50 Euro
750 Euro 765 Euro 768,75 Euro
800 Euro 816 Euro 820,00 Euro
850 Euro 867 Euro 871,25 Euro
900 Euro 918 Euro 922,50 Euro
950 Euro 969 Euro 973,75 Euro
1000 Euro 1020 Euro 1025,00 Euro
1050 Euro 1071 Euro 1076,25 Euro
1100 Euro 1122 Euro 1127,50 Euro
1150 Euro 1173 Euro 1178,75 Euro
1200 Euro 1224 Euro 1230,00 Euro
1250 Euro 1275 Euro 1281,25 Euro
1300 Euro 1326 Euro 1332,50 Euro
1350 Euro 1377 Euro 1383,75 Euro
1400 Euro 1428 Euro 1435,00 Euro
1450 Euro 1479 Euro 1486,25 Euro
1500 Euro 1530 Euro 1537,50 Euro
1550 Euro 1581 Euro 1588,75 Euro
1600 Euro 1632 Euro 1640,00 Euro
1650 Euro 1683 Euro 1691,25 Euro
1700 Euro 1734 Euro 1742,50 Euro
1750 Euro 1785 Euro 1793,75 Euro
1800 Euro 1836 Euro 1845,00 Euro
1850 Euro 1887 Euro 1896,25 Euro
1900 Euro 1938 Euro 1947,50 Euro
1950 Euro 1989 Euro 1998,75 Euro
2000 Euro 2040 Euro 2050,00 Euro
2050 Euro 2091 Euro 2101,25 Euro
2100 Euro 2142 Euro 2152,50 Euro

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Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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