Hier verschwindet Obama mit Merkel zum Dinner

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Kanzlerin Angela Merkel und Barack Obama sind in Washington zu ersten Gesprächen zusammengetroffen.

Washington - 19 Salutschüsse, militärische Ehren mit tausenden Gästen - US-Präsident Obama empfängt die Kanzlerin mit großem Tamtam. Ein neuer Anfang für das deutsch-amerikanische Verhältnis?

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Es war eines der best gehüteten Geheimnisse vor dem Besuch der Kanzlerin in Washington. Nicht einmal die Kanzlerin selbst soll vorher gewusst haben, in welches Lokal der US-Präsident sie ausführen wird. Wie bei einer Verabredung ganz normaler Bekannter habe Barack Obama Angela Merkel dann mit dem Auto abgeholt und zum “1789 Restaurant“ - eine altehrwürdige Adresse in Georgetown - gefahren, um vertraulich mit ihr sprechen zu können.

Auf deutscher Seite wurde danach schon einmal von einem gelungenen Auftakt des großen Besuches gesprochen. Aus Sicht der Bundeskanzlerin müsste dieser Empfang in den USA ihre Kritiker Lügen strafen, die behaupten, das Verhältnis zwischen Berlin und Washington im allgemeinen und zwischen ihr und Obama im besonderen sei getrübt.

Bilder von Merkels Staatsbesuch in den USA

Merkel zu Besuch bei Barack Obama

Bei manchen Politikern hält sich diese Wahrnehmung, seitdem Merkel 2008 den Präsidentschaftskandidaten Obama nicht am Brandenburger Tor, sondern nur an der nicht ganz so symbolhaften Siegessäule in Berlin sprechen ließ, und er als Präsident dann zwei Mal nach Deutschland kam und einen Bogen um die Hauptstadt machte. Schließlich noch der Krach um die Bewältigung der Finanzkrise und zuletzt die Differenzen um das Vorgehen gegen Libyen. Ein solches Willkommen wie es Merkel und fünf Bundesminister nun aber am Dienstag erleben sollten, hat es seit Jahren für keine deutsche Regierung mehr gegeben.

Zwar ist Merkel keine Staatschefin, doch Obama empfängt sie wie eine Präsidentin. Die Kanzlerin bekommt vor dem Weißen Haus militärische Ehren mit einigen Tausend Gästen, 19 Salutschüsse werden abgegeben, die Nationalhymnen beider Staaten gespielt. Für den Abend wurde ein Staatsbankett mit 250 Gästen angesetzt - vor ihr lud Obama nur die Präsidenten von China, Mexiko und Indien zu einer solch erlauchten Runde ins Weiße Haus ein.

Hohe Auszeichnung: Merkel bekommt Freiheitsmedaille

Ein Staatsbankett für Merkel - das hätte Obama nicht machen müssen, heißt es. Aber er tut es - genauso wie er ihr die Freiheitsmedaille für ihre beispiellose politische Karriere und ihr Streben nach Freiheit verleiht. Merkel ist erst die zweite Person aus Deutschland, die diese vom Präsidenten der Vereinigten Staaten seit 1963 verliehene höchste zivile Auszeichnung des Landes bekommt. Vor ihr war es nur Altkanzler Helmut Kohl.

Angekündigt hat Obama ihr diese Ehre ausgerechnet an einem Tag im vorigen November, als beide vor der Weltöffentlichkeit beim G20-Gipfel in Südkorea aneinandergeraten waren. Während Merkel auf die Schuldenbremse trat, pochte Obama auf Konjunkturprogramme zur weiteren Ankurbelung der Weltwirtschaft und Eindämmung der Finanzkrise - auch auf Pump. Merkel hatte mit allerlei gerechnet, aber nicht damit, dass Obama ihr in dieser Situation eröffnet, dass sie die Freiheitsmedaille bekommen wird. So sei ihr Verhältnis - Merkel und Obama schätzten sich trotz Differenzen, heißt es in deutschen Regierungskreisen. Das muss aber nicht unbedingt heißen, dass sie sich auch mögen.

Bahnbrechende Beschlüsse werden von diesem USA-Besuch Merkels nicht erwartet. In der zwischen Deutschland und den USA strittigen Frage des Vorgehens gegen Libyen werden die Kanzlerin und ihr Außenminister Guido Westerwelle nicht hinter die von ihnen scharf gezogene Linie zurückgehen, wonach sich Deutschland nicht an dem Nato-Einsatz gegen das Regime von Machthaber Muammar al-Gaddafi beteiligt.

Ein bisschen mehr zivile Hilfe beim Aufbau von Wasser- und Elektrizitätsnetzen könnte angeboten werden. Und später, wenn die Lage in Libyen einmal befriedet sein sollte, Unterstützung bei der Polizeiausbildung. So ähnlich hat Merkel es den Nato-Partnern aber auch schon beim G8-Gipfel Ende Mai in Deauville erzählt.

Gottschalk begleitet Merkel

Der deutsche Fernseh-Unterhalter Thomas Gottschalk, der in den USA lebt, ist auch in der Delegation von Merkel. Er findet, das deutsch- amerikanische Verhältnis wird schlechter dargestellt als es in Wirklichkeit sei. Obamas Einladung sei eine gute Geste. Der US-Präsident könne auch selbst davon profitieren, meint Gottschalk. Schließlich sei Deutschland als erstes Land aus der Finanzkrise herausgekommen. Vielleicht könne Merkel ihm ja ein paar Tipps für das hoch verschuldete Amerika geben.

dpa

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