Merkel auf Distanz zu Röttgens Atomprognosen

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Die Kanzlerin teilt Röttgens Aussagen zum Ende der Kernenergie nicht.

Berlin - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich von den wiederholten Vorstößen ihres Umweltministers Norbert Röttgen (beide CDU) zum Thema Atomkraft distanziert.

Es gebe eine klare Verabredung der Koalition, dass das Umwelt- und das Wirtschaftsministerium gemeinsam Szenarien zur Energieversorgung erstellen, sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm der “Welt am Sonntag“. Alle Festlegungen vor Erstellung dieser Szenarien seien “verfrüht“. “Auf dieser Grundlage wird dann im Herbst entschieden, wie lange die Kernenergie als Brückentechnologie gebraucht wird.“

Nach Röttgens Ansicht könnten die erneuerbaren Energien spätestens 2030 die Atomkraft ersetzen. Dazu sagte eine ungenannte Quelle im Kanzleramt der Zeitung, dieses Datum sei eine persönliche Überzeugung des Ministers. Noch vor knapp zwei Wochen hatte Wilhelm nach Röttgens erstem Vorstoß ebenfalls auf den Herbst verwiesen, aber betont, dass der Minister sich auf dem Boden des Koalitionsvertrags bewege. Dies war als Rückendeckung Merkels verstanden worden. An Wilhelms jetziger Reaktion neu ist die Warnung vor verfrühten Festlegungen.

dpa

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