Jugendgewalt: Merkel im Boxcamp

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) unterhält sich am Montag in Frankfurt am Main im Sportjugendzentrum "Kuckucksnest" mit jugendlichen Boxern. Merkel besuchte am Montag verschiedene Jugendeinrichtungen in Hessen.

Frankfurt - Bund und Länder wollen ihre Zusammenarbeit im Kampf gegen Jugendgewalt verstärken. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) beriet am Montagabend mit den Innenministern von Bund und Ländern über Gewaltprävention, Jugendkriminalität und Integration.

Nach dem informellen Treffen in Frankfurt am Main war von einer “guten Diskussion“ die Rede. Die Runde habe sich über Modellprojekte und Polizeiarbeit ausgetauscht, hieß es in Berliner Regierungskreisen. Strategien gegen Jugendgewalt sind ein zentrales Thema der Innenministerkonferenz, die an diesem Dienstag in Frankfurt beginnt.

Vor dem Treffen hatten sich Merkel gemeinsam mit Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) in zwei Frankfurter Einrichtungen über Präventionskonzepte für Jugendliche aus schwierigen Familien informiert. Dazu besuchte sie zunächst das Haus des Jugendrechts in Frankfurt-Höchst. Die Einrichtung, in der Polizei, Staatsanwaltschaft und Jugendhilfe unter einem Dach arbeiten, soll Strafverfahren gegen kriminelle Jugendliche beschleunigen helfen. Anschließend sprach Merkel im Sportjugendzentrum “Kuckucksnest“ mit jungen Boxern.

Die Bundesregierung: Merkel und ihre Minister

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Die Kanzlerin sieht in der Integration junger Migranten einen wichtigen Beitrag zur Gewaltprävention. “Wir wollen, dass diejenigen, die mit ausländischem Hintergrund zu uns gekommen sind, die gleichen Lebenschancen und die gleichen Entwicklungsmöglichkeiten haben wie Kinder aus Familien mit deutschem Hintergrund“, sagte Merkel in ihrer wöchentlichen Videobotschaft im Internet.

Der Kriminologe Christian Pfeiffer kritisierte diese Äußerungen in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. “Es ist politisch falsch, die Gewaltprävention beim Thema Integration so stark in den Mittelpunkt zu rücken.“ Nur ein kleiner Prozentsatz der Migranten sei gewalttätig. Die Jugendkriminalität sinke seit zehn Jahren, besonders deutlich bei Migranten, betonte der Jurist und ehemalige niedersächsische Justizminister (SPD).

Friedrich hat für diesen Freitag zu einem “Präventionsgipfel“ gegen islamistischen Extremismus geladen, der beim Zentralrat der Muslime auf Ablehnung stößt. Der Minister kündigte an, bei dieser Gelegenheit oder bei der nächsten Islamkonferenz auch die Themen häusliche Gewalt, Geschlechtergerechtigkeit, islamistischer Extremismus, Antisemitismus und Muslimfeindlichkeit anzusprechen. Zum Prozess der Integration gehöre auch, dass man sich aneinander reibe.

dpa

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