Merkel in München: "Ohne Glaube an Gott werden wir überheblich"

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (r-l), der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx und weitere Kirchenvertreter sitzen am Montag in München im Herkulessaal der Residenz beim Friedenstreffen der Sant'Egidio-Gemeinschaft.

München - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat beim Internationalen Friedenstreffen in München die Rolle der Religionen für Einheit und Frieden in der Welt unterstrichen.

“Die Trennung von Kirche und Staat darf niemals vergessen lassen, dass wir als Menschen ohne den Glauben an Gott schnell überheblich werden“, sagte die Kanzlerin am Montag bei dem von der katholischen Gemeinschaft Sant'Egidio und dem Münchner Erzbistum veranstalteten Treffen.

“Politik kann Zusammenhalt fördern, aber eben nicht verordnen“, sagte die Kanzlerin. Die Politik baue auf Einstellungen in der Gesellschaft auf, die von den Kirchen entscheidend mitgeprägt würden. Es gehe um das gemeinsame Verständnis von Menschenwürde.

Die Terroranschläge des 11. September 2001 hätten aber auch gezeigt: “Religionen werden auch in unserer Zeit sträflich missbraucht.“ Militärische Mittel seien manchmal notwendig, könnten aber allein nie Frieden bringen. “Ich glaube, dass die Bekämpfung von Armut und Ungerechtigkeit ein gutes Mittel ist, dem Terrorismus seine Wurzel zu entziehen.“

Die Teilnehmer des Treffens diskutierten am Montag in rund 50 Podien über Themen wie Europas internationale Verantwortung, Einwanderung, Toleranz und die Umbrüche in der arabischen Welt. An dem Treffen nehmen etwa 300 Religionsvertreter und Persönlichkeiten aus Politik und Kultur teil. Das Friedenstreffen dauert noch bis Dienstag.

dpa

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