Merkel will Atomsteuer nur für Bund verwenden

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Ein Demonstrant mit Angela-Merkel-Maske steht am Samstag (24.04.2010) vor dem Kernkraftwerk in Brunsbüttel.

Berlin - Die geplante Atomsteuer dient der Sanierung des Bundeshaushalts - das hat Kanzlerin Merkel bekräftigt. Über die Wünsche der Länder nach einer Beteiligung soll aber geredet werden.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will mit den Milliarden aus der geplanten Atomsteuer die klamme Finanzlage des Bundes verbessern. “Die 2,3 Milliarden Euro, die die Brennelementesteuer bringen soll, werden für die Sanierung, die Konsolidierung des Bundeshaushaltes verwendet“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin. Zugleich betonte er, dass über alle Wünsche der Länder noch gesprochen werde, möglicherweise im Bundesrat. Wenn es zu längeren Laufzeiten der Atomkraftwerke komme, bringe das höhere Gewinne und damit für Bund, Länder und Gemeinden ein höheres Steueraufkommen.

Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) sprach sich erneut für eine Steuerlösung statt eines Vertrages aus. Er halte nichts davon, wenn mit mächtigen Verbänden über die Steuerlast verhandelt werde, sagte Röttgen in Berlin vor Gesprächen mit Spitzenvertretern der Gewerkschaften über das Energiekonzept.

Röttgen bekräftigte die Forderung, dass die Atomindustrie bei längeren Laufzeiten der Kernkraftwerke auch einen “beachtlichen Beitrag“ zur Förderung erneuerbarer Energien leisten müsse. Dies sei unabhängig von der Brennelementsteuer.

Merkels Minister: Wer ist Experte und wer Azubi?

Die neue Regierung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) steht. Wie im Fußball kommt es auch in der Politik auf die Mannschaft an. Entscheidende Frage dabei: Wer tritt sein Amt als Experte an? Und welche Minister sind Azubis - haben also wenig Ahnung von der Materie. Ein Überblick: © dpa
WIRTSCHAFT: Rainer Brüderle (FDP): Er gilt als herausragender Wirtschafts-Fachmann seiner Partei. Von 1987 bis zu seinem Einzug in den Bundestag im Jahr 1998 war Brüderle Wirtschaftsminister in Rheinland-Pfalz. © dpa
Seit 1988 profiliert er sich als zudem als wirtschaftspolitischer Sprecher der Freien Demokraten. Für den 64-Jährigen ist es die letzte Chance auf ein Bundesministerium gewesen. Gilt als betont mittelstandsfreundlich. Wirtschaftsverbände begrüßten seine Ernennung. © dpa
Fazit: Sehr erfahren! Bringt deutlich mehr Fachwissen und Regierungserfahrung mit als sein Amtsvorgänger Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). Der leutselige Brüderle tritt allerdings weit weniger elegant auf als der adelige Christsoziale. © dpa
VERTEIDIGUNG: Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). Der Unteroffizier der Reserve zu Guttenberg (leistete seinen Wehrdienst bei den Gebirgsjägern in Mittenwald) wird künftig die deutsche Armee führen. © dpa
Auch wenn er sich im Amt des Bundeswirtschaftsministers hohes Ansehen erarbeitet hat: Zu Guttenberg ist ein "geborener" Außen- und Verteidigungspolitiker. Der Oberfranke war Obmann im Auswärtigen Ausschuss des Bundestags und von 2005 bis zu seiner Ernennung als CSU-Generalsekretär im November 2008 Sprecher der Unions-Fraktion für Abrüstung. © dpa
Der Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr ist sein Spezialgebiet. 2007 erarbeitete er mit dem SPD-Abgeordneten Hans-Ulrich Klose ein umstrittenes Papier, das den Einsatz der Bundeswehr im stark umkämpften Süden des Landes forderte - viele in der Union grollten. © dpa
Fazit: Absoluter Experte auf seinem Politikfeld. Bringt die besten Voraussetzungen für sein Amt mit. Neben seinem Fachwissen spricht zu Guttenberg fließend Englisch und bewegt sich charismatisch auf der internationalen Bühne. © dpa
LANDWIRTSCHAFT, ERNÄHRUNG UND VERBRAUCHERSCHUTZ: Ilse Aigner (CSU). Folgte ihrem Parteichef Seehofer im Oktober 2008 ins Amt und wird sich auch weiterhin um die Belange der Landwirte und Verbraucher kümmern. © dpa
Möglicher Grund für ihren Verbleib im Kabinett: Seehofer hat in den Koalitionsverhandlungen 750 Millionen Euro Soforthilfe für die protestierenden Bauern herausgeholt. Künftige Wohltaten für die Landwirte sollen möglichst mit einer CSU-Politikerin in Verbindung gebracht werden. © dpa
Aigner trat mehrfach ins Fettnäpfchen. So stemmte sie sich gegen die Veröffentlichung der EU-Agrarsubventionen im Internet, die dann doch offengelegt wurden. Im Frühjahr verbot Aigner den Genmais MON810. Nur wenig später erlaubte sie den Anbau der Genkartoffel Amflora in einem Freilandversuch. Aigner gewann aber Sympathien als Kämpferin für die Interessen der Milchbauern. © dpa
Fazit: Die Azubi-Phase hat sie langsam hinter sich gebracht. Kann in den kommenden vier Jahren zur Expertin werden. © dpa
ARBEIT: Franz Josef Jung (CDU). Die mächtige Hessen-CDU hat einen Stammplatz in jeder unionsgeführten Regierung. © dpa
Ministerpräsident Roland Koch wollte nicht Minister werden. Deshalb darf Jung es bleiben. Der gibt das Verteidigungsressort an zu Guttenberg ab und übernimmt dafür Arbeit.   © dpa
Gleich nach seiner Ernennung versicherte Jung in "Bild am Sonntag": „Arbeit war schon immer mein Herzensthema.“ Als Anwalt sei er früher auf Arbeitsrecht spezialisiert gewesen. Mehrfach habe er in CDU-Wahlprogrammen auch die Passagen zu „Arbeit und Soziales“ verfasst, versicherte das Blatt. © dpa
Fazit: Jungs Azubi-Phase im Arbeitsministerium wird nicht allzu lange dauern. Hat das Zeug zum Experten. © dpa
ÄUSSERES: Guido Westerwelle (FDP). Der Liberalen-Chef galt bislang als reiner Wirtschaftspolitiker. In seinem neuen Job muss er überraschenderweise öfter die Koffer für Auslandsreisen packen.  © dpa
In Berlin wurde spekuliert, dass Westerwelle in den Koalitionsverhandlungen zunächst mit dem Außenministerium pokert, dieses dann aber im Tausch gegen ein Superministerium für Wirtschaft- und Finanzen tauschen werde. Denkste! © dpa
In einer Rede vor der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik im Mai 2009 skizzierte der FDP-Chef seine Leitlinien: Kooperation innerhalb der EU, Schulterschluss mit den USA, Abrüstung, freier Handel und ein Bekenntnis zu den Menschenrechten. Nichts Revolutionäres, sondern die Grundzüge der deutschen Außenpolitik seit jeher. © dpa
Sein bislang einziger Vorstoß: Westerwelle will ein atomwaffenfreies Deutschland. © dpa
Fazit: Außenpolitisch ist Westerwell ein völliger Azubi. Muss sich erst noch in die Materie einarbeiten - und vor allem Englisch pauken, damit er die Fragen ausländischer Journalisten künftig besser beantworten kann. © dpa
JUSTIZ: Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP). Die streitbare Liberale kehrt in ihr altes Ministerium zurück. © dpa
1992 hatte sie als erste Frau in der Geschichte der Bundesrepublik das Justizressort übernommen. Aus Protest gegen den Großen Lauschangriff, den die FDP gebilligt hatte, trat sie im Januar 1996 zurück. Die Linksliberale gilt als vehemente Kämpferin für die Bürgerrechte. © dpa
Fazit: Absolute Expertin auf ihrem Fachgebiet: Sie bringt Regierungserfahrung mit und wird sich in "ihrem" alten Haus schnell wieder einleben. © dpa
FAMILIE, SENIOREN, FRAUEN UND JUGEND: Ursula von der Leyen (CDU). Der Ärztin wurden Ambitionen auf das Gesundheitsministerium nachgesagt. Doch das holte sich die FDP in den Koalitionsverhandlungen. © dpa
Von der Leyen bleibt in ihrem bisherigen Ressort. Unter ihrer Ägide wurde in Deutschland das Elterngeld eingeführt. Von der Leyen kämpfte zudem entschlossen für den Ausbau der Krippenplätze und für eine Verschärfung des Jugendschutzes. © dpa
Zum Rohrkrepierer wurde ihre Idee, Seiten mit kinderpornographischem Inhalt sperren zu lassen. Computerexperten hielten das für Aktionismus und von der Leyen handelte sich den Spitznamen "Zensursula" ein. Die FDP kassierte die Internet-Sperren in den Koalitionsverhandlungen. © dpa
Fazit: Expertin. Bei dem Tempo das sie in den vergangenen vier Jahren vorgelegt hat, sind aus ihrem Ministerium auch in der kommenden Legislaturperiode einige Vorstöße zu erwarten. © dpa
KANZLERAMT: Ronald Pofalla (CDU). Der bisherige CDU-Generalsekretär gilt als enger Vertrauter von Bundeskanzlerin Angela Merkel, als Mitglied ihrer "Boygroup". So wird die kleine Männertruppe genannt, die Merkel seit ihrer Zeit als CDU-Generalsekretärin eisern die Treue hält. © dpa
Kein Wunder, dass "Mutti" (Merkels Spitzname in Unionskreisen) den ergebenen Ronald als Kanzleramtsminister an ihre Seite ins Zentrum der Macht setzt. © dpa
Pofallas Aufgaben als Kanzleramtsminister: Kabinettssitzungen vorbereiten, Streitereien zwischen Ministerien schlichten und die Arbeit der Ministerien durch „Spiegelreferate“ im Bundeskanzleramt kontrollieren. © dpa
Fazit: Ergebener Experte für die Wünsche seiner Chefin. Pofalla wird Merkel den Rücken freihalten. In Pofallas Ministerium zählt emotionale Intelligenz zuweilen mehr als Fachwissen. © dpa
UMWELT: Norbert Röttgen (CDU). War bislang Parlamentarischer Geschäftsführer der Unions-Fraktion. Hielt sich zu Höherem berufen. Darf nun ins Umweltministerium aufrücken. © dpa
Von der Materie hat er wenig Ahnung. Röttgen tat sich bislang fast ausschließlich auf dem Gebiet der Wirtschafts- und Rechtspolitik hervor. So viel ist bekannt: Röttgen hält den Atomausstieg für Unfug und setzt gleichzeitig auf die Förderung erneuerbarer Energien. © dpa
Röttgen gilt ebenfalls als Mitglied von Merkels "Boygroup". Bekommen Sie langsam eine Ahnung, wie man es in der CDU zu etwas bringt? © dpa
Fazit: Azubi, dem "Mutti" einiges zutraut. Die Kanzlerin gefällt sich als Klimaschützerin. Es heißt, dass sie sich von Röttgen eine weitere Politur des Öko-Images der CDU erwartet. © dpa
INNERES: Thomas de Maizière (CDU): Muttis Minister, der Dritte. © dpa
Der bisherige Kanzleramtsminister de Maizère gilt als Merkels engster politischer Mitarbeiter. © dpa
Verfügt auch über Regierungserfahrung. De Maizière war bereits Finanz-, Justiz- und Innenminister in Sachsen. Gilt als diszipliniert, verschwiegen und umgänglich. © dpa
Fazit: Experte. Dem Ex-Innenminister dürfte es wenig Mühe bereiten, Schäubles Ministerium zu übernehmen. © dpa
VERKEHR, BAU UND STADTENTWICKLUNG: Peter Ramsauer (CSU): War bislang Vorsitzender der CSU-Landesgruppe. Wäre es auch gerne geblieben. © dpa
Vor einem Jahr hatte Ramsauer das Angebot noch ausgeschlagen, Bundeslandwirtschaftsminister zu werden, und wenig später auch auf den Posten des Wirtschaftsministers verzichtet. Nach eigener Aussage konnte Ramsauer dieses Mal nicht mehr „Nein“ sagen. © dpa
Das Verkehrsministerium ist für die CSU attraktiv, weil sich von dort aus zahlreiche Projekte für Bayern verwirklichen lassen. © dpa
Der gelernte Müllermeister Ramsauer ist bisher als Verkehrsexperte nicht in Erscheinung getreten. Allgemein wird aber erwartet, dass er sich als Arbeits- und Wirtschaftsexperte leicht in die Themen Bau, Wohnungswesen und Verkehr einarbeitet. © dpa
Fazit: Azubi mit dem Zeug zum Experten. © dpa
GESUNDHEIT: Philipp Rösler (FDP). Der niedersächsische Wirtschaftsminister kennt sich als Arzt bestens in seinem neuen Fachbereich Gesundheitswesen aus. © dpa
Beim Thema Gesundheit war er in den Koalitionsgespärchen bereits Verhandlungsführer der Liberalen. © dpa
Fazit: Experte, der in seinem neuen Ministerium etliche Akzente setzen kann. © dpa
FINANZEN: Wolfgang Schäuble (CDU). Grandseigneur im Kabinett. Der 67-jährige Badener war bereits vor der Wiedervereinigung unter Altkanzler Helmut Kohl Bundesminister. © dpa
Schäuble leitete das Kanzleramt, verhandelte den Einheitsvertrag, er war zweimal Innenminister und führte ab 1991 neun Jahre lang die CDU-Bundestagsfraktion. © dpa
Böse Zungen behaupten, dass Merkel den CSU-Shootingstar zu Guttenberg vom   prestigeträchtigen Finanzministerium fernhalten wollte. Der rasante Aufstieg des Oberfranken soll die Kanzlerin (und CSU-Chef Horst Seehofer) beunruhigt haben. Deshalb habe Merkel das Finanzressort lieber ihrem Erzrivalen Schäuble übertragen. © dpa
Schäubles finanzpolitische Meinung interessierte in den vergangenen Jahren kaum - das heißt aber nicht, dass er von der Materie keine Ahnung hat. So lehnte er die Opel-Rettung ab und trat in Steuerfragen bevorzugt für eine wirtschaftsfreundliche Linie mit Vorrang für Entlastungen zugunsten von Unternehmen ein. © dpa
Zudem lehnte er den geplanten "Schattenhaushalt" aus verfassungsrechtlichen Gründen ab und widersprach Guido Westerwelles Vorstellung, wonach sich Steuersenkungen von alleine finanzieren. © dpa
Fazit: Bloß nicht unterschätzen! Vermutlich weit weniger Azubi als die meisten meinen. Karrieredenken liegt dem alten Politfuchs mittlerweile fern - er kann es sich leisten, der Kanzlerin und ihrem Vize zu widersprechen. © dpa
Überdies besitzt Schäuble als Finanzminister ein Veto-Recht: Das heißt, er kann die Ausgabenträume anderer Minister platzen lassen. Schäuble könnte der unangenehmste Minister für Angela Merkel und Guido Westerwelle werden. © dpa
BILDUNG UND WISSEN: Annette Schavan (CDU). Die promovierte Philosophin und Theologin (katholisch) versteht was von ihrem Themengebiet: © dpa
Ab 1980 arbeitete Schavan bei der Bildungseinrichtung Cusanuswerk, unterbrochen durch ein Jahr als Bundesgeschäftsführerin der CDU-Frauenunion und drei Jahren beim Generalvikariat Aachen. 1995 wurde sie Bildungsministerin in Baden-Württemberg. Zehn Jahre später übernahm sie das Bundesministerium für Bildung und Forschung. © dpa
Fazit: Expertin auf dem Feld der Bildungspolitik. Blieb als Bundesministerin bislang profillos. Ihr enges Verhältnis zu Kanzlerin Angela Merkel verschaffte Annette Schavan wohl eine weitere Amtszeit. © dpa
ENTWICKLUNGSHILFE: Dirk Niebel (FDP). Sein Wechsel ins Entwicklungshilfeministerium kommt unerwartet. Der gebürtige Hamburger gilt als Arbeitsmarkt- und Sozialexperte. © dpa
Niebel muss künftig entscheiden, welche Gelder in welches Land fließen, um Armut, Hunger oder Bildungsnotstand zu bekämpfen. © dpa
Immerhin hat der Hauptmann der Reserve (Fallschirmjäger) auch eine soziale Ader. Nach dem Abitur verbrachte Niebel ein Jahr in einem Kibbuz in Israel. © dpa
Allerdings hält die FDP ein Entwicklungshilfeministerium für überflüssig: Es sollte ihrer Meinung nach abgeschafft werden und im Auswärtigen Amt aufgehen. Entwicklungspolitiker der Grünen haben bereits befürchtet, dass Niebel diese Übernahme vorbereiten soll. © dpa
Fazit: Azubi. Fraglich, ob er zum Experten für ein Ministerium werden will, das es in vier Jahren vielleicht nicht mehr gibt. Oder kommt doch der „soziale“ Niebel durch, der sich für die Belange der Dritten Welt einsetzt? © dpa

Der Atomstreit spaltet die Bundesbürger. Fast jeder Zweite (48 Prozent) fordert, dass der letzte Reaktor wie im Atomkonsens angepeilt etwa 2022 vom Netz geht, ergab eine Umfrage unter 1003 Bundesbürgern für das Magazin “Stern“. Nach jüngsten Zahlen würde der letzte Meiler allerdings erst 2025 abgeschaltet. 45 Prozent der Bürger würden eine längere Laufzeit begrüßen.

Die Kanzlerin besichtigt an diesem Donnerstag im Rahmen ihrer “Energie-Reise“ das Atomkraftwerk Lingen im Emsland. Der Chef des Energiekonzerns RWE, Jürgen Großmann, begleitet die CDU-Vorsitzende. Auch Umweltminister Röttgen wird dabei sein. Atomkraftgegner haben zu Demonstrationen vor der Anlage aufgerufen.

Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU) fordert einen Teil der geplanten Brennelementesteuer für die Länder, die damit Speichertechnologien und Öko-Energien fördern könnten. Die “Financial Times Deutschland“ schrieb, die niedersächsische Landesregierung prüfe, wie hoch der Länderanteil ausfallen soll. McAllister will für Niedersachsen einen besonders großen Anteil, weil das Land führend in der Windkraft und mit den Atomlager-Standorten Asse, Konrad und Gorleben stark durch die Atomenergie belastet sei.

Merkels Mimik

Bundeskanzlerin Angela Merkels Mimik
Angela Merkel ist seit dem 22. November 2005 unsere Bundeskanzlerin. © dpa
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Sie ist nicht nur eine mächtige Politikerin, ... © dpa
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... sondern auch eine sympathische Frau. © dpa
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Sie weiß, wie sie sich optisch in ein gutes Licht rückt. © dpa
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Das war nicht immer so. © dpa
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Doch in den letzten Jahren hat sie es nicht zuletzt mit Hilfe fähiger Stilberater geschafft, ihr Image aufzuhübschen. © dpa
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Sie ließ sich eine pfiffige Frisur schneiden ... © dpa
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... und trug immer wieder schicke Klamotten. © dpa
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Politisch konzentriert sie sich dennoch aufs Wesentliche. © dpa
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Frau Dr. Merkel ist keine Frau großer Sprüche. © dpa
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Ihr Mundwerk entgleitet ihr eigentlich nie. © dpa
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Nur die Gesichtszüge das eine oder andere Mal. © dpa
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Aber ab und zu eine unfreiwillige Grimasse ... © dpa
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... macht Frau Dr. Merkel doch nur noch sympathischer. © dpa
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... macht Frau Dr. Merkel doch nur noch sympathischer. © dpa
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Außerdem: So ein Blick sagt doch manchmal mehr als 1000 Worte. © dpa
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Oder was sagen Ihnen diese Blicke? © dpa
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Eine geheime Botschaft für die Opposition? © dpa
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Eine Beschwerde über die Getränkeauswahl? © dpa
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Tolle Skulptur? © dpa
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Ein bisschen Langeweile? © dpa
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Man kann auch mal beide Augen zudrücken? © dpa
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Der politsche Alltag ist nicht nur dröge? © dpa
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Sondern manchmal auch sehr lustig? © dpa
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Und die eine oder andere Lachträne wert? © dpa
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Sind die Schuhe geputzt? © dpa
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Verhalten sich die Hintermänner unruhig? © dpa
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Was stand da noch gleich? © dpa
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Darf man Äpfel mit Birnen vergleichen? © dpa
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Muss man beim Gähnen immer eine Hand vor den Mund halten, oder tut's manchmal auch ein Mikro? © dpa
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Wie lange redet der denn noch? © dpa
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Manche Gedanken sollte man nicht aussprechen? © dpa
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Wonach riecht das nur? © dpa
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Darf nicht auch eine Kanzlerin mal durchschnaufen? © dpa
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Ist immer wieder schön hier in Bayern? © dpa
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Wer ist hier hinter Glas? Der Fisch oder die Kanzlerin? Alles eine Frage der Perspektive? © dpa
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Die Kanzlerin ist da, und keiner schaut sie an? © dpa
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Ein schlauer Plan? © dpa
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Huch? © dpa
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Genug der Gedankenspielereien! © dpa
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Der Fairness halber: Wer auf Schritt und Tritt verfolgt und so oft fotografiert wird, ... © dpa
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... der wird natürlich auch oft in unvorteilhaften Gesichtsausdrücken für die Nachwelt festgehalten. © dpa
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Am liebsten haben wir Deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel natürlich nicht, wenn sie Grimassen zieht, ... © dpa
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... sondern wenn die Bundeskanzlerin als starke Frau Deutschlands unsere Nation im In- und Ausland würdig vertritt. © dpa

Am 1. September will  das Bundeskabinett über einen Beitrag der Atomwirtschaft von 2,3 Milliarden Euro entscheiden. Offen war bisher, ob tatsächlich eine Brennelementesteuer kommt oder eine Alternative. Unklar ist auch, ob die Energiekonzerne darüber hinaus noch für Milliarden-Zusatzgewinne bei längeren Atom-Laufzeiten zur Kasse gebeten werden. Die Atomwirtschaft wehrt sich gegen eine Steuer. An diesem Freitag sollen im Umwelt- und Wirtschaftsministerium Modelle für den künftigen Energiemix vorliegen, Ende September das gesamte Energiekonzept.

McAllister sieht Aktionen der Atomlobby wie eine Anzeigenkampagne gelassen. “Klappern gehört zum Handwerk. Aber die Politik darf sich davon nicht beeindrucken lassen.“ In Anzeigen hatten gut 40 Manager, Politiker und Prominente für deutlich längere Laufzeiten der Atomkraftwerke geworben und vor einer Atomsteuer gewarnt.

Der Chef des Energiekonzerns EnBW, Hans-Peter Villis, schließt die Abschaltung einzelner Anlagen nicht aus. “Es muss auch für uns der Grundsatz gelten dürfen, dass wir Anlagen nur betreiben, wenn das betriebswirtschaftlich dauerhaft sinnvoll ist“, sagte er dem “Handelsblatt“. Wenn das nicht mehr möglich sei, bleibe keine andere Wahl, als eine Stilllegung von Anlagen zu prüfen.

Merkels Frisur im Wandel der Zeit

Da schmunzelt die Kanzlerin: Angela Merkel schaut 2006 in Dresden auf dem CDU-Bundesparteitag auf ein Foto von ihr aus dem Jahr 1990. Merkels Frisur hat sich im Laufe der Jahre gewandelt: Von Prinz Eisenherz zur modischen "Mutti" der  CDU.  © dpa
1998 als Umweltministerin im Bundestag: Damals noch mit einem altbackenen Topfschnitt. © dpa
1999: Merkel denkt gar nicht daran, sich modischen Trends zu beugen. Mit einem unvorteilhaften Foto der CDU-Vorsitzenden Angela Merkel sucht die Partei zwei Jahre später per Anzeige (Foto) Werbefachleute für den Bundestagswahlkampf 2002. © dpa
2000: Die frischgewählte CDU-Vorsitzende ist zumindest in einer Hinsicht konservativ: Nämlich was ihre Frisur angeht. © dpa
2001: Der Autovermieter Sixt wirbt mit Merkel: Links wird sie bei normalem Haarschopf gefragt, ob sie Lust auf eine neue Frisur habe. Rechts stehen ihr die Haare zu Berge. "Mieten Sie sich ein Cabrio", rät Sixt. Die CDU-Chefin nimmt die Werbung gelassen. "Das ist ein interessanter Vorschlag für Haar-Styling", kommentiert Merkel. © dpa
2002: Wie lautete die CDU-Annonce noch mal? "Machen Sie mehr aus Ihrem Typ!" Zumindest nicht zur Bundestagswahl 2002. © dpa
2003: Es verbietet sich, der CDU-Vorsitzenden einfach einen Satz in den Mund zu legen. Trotzdem sieht Merkel aus, als ob sie sich gerade fragt: "Soll ich mir nicht mal eine andere Frisur zulegen?" © dpa
2004: Merkel mit etwas mehr Make-up. Aber sie bleibt ihrem Prinz-Eisenherz-Look treu. © dpa
2005 markiert gleich zwei historische Zäsuren: Frau Merkel ist jetzt auch Frau Kanzlerin und nimmt zudem Abschied von der Topffrisur. © dpa
2006: Merkel tritt nun mit einem Bobschnitt auf. Der wird fortan immer dynamischer. © dpa
2007: Wir wissen auch, wer hinter Merkels neuem Look steckt. Nämlich der Berliner Straf-Friseur Udo Walz. © dpa
2008: Fällt Ihnen was auf? Auch Merkels Kostüme werden im Laufe der Jahre bunter, feiner und edler. © dpa
2009: Die Kanzlerin läuft beim Klimagipfel in Kopenhagen auf. Mittlerweile ist durchgesickert: Ihre Blazer schneidet ihr eine Hamburger Modedesignerin. Für das Make-up sorgt eine Visagistin. In Sachen Frisur setzt die Kanzlerin weiter auf Udo Walz . © dpa
2010: Im Laufe von zehn Jahren ist Merkel zumindest optisch eine ganz andere Erscheinung geworden. © dpa

Baden-Württembergs CDU-Fraktionschef Peter Hauk warnte Merkel, nur die Steuer zu erheben und allein für den Bundeshaushalt zu vereinnahmen. Dies wäre der “worst Case“ (schlimmste Fall), sagte Hauk den “Stuttgarter Nachrichten“. Er forderte die Hälfte der Zusatzgewinne aus verlängerten Laufzeiten für einen Fonds zur Erforschung und zum Ausbau der Öko-Energien. Die Atomkraftwerke sollten so lange am Netz bleiben, bis sie komplett durch erneuerbare Energien ersetzt werden können. “Ich halte deshalb nichts von Laufzeiten unter zehn Jahren.“

Längere Laufzeiten von Atomkraftwerken und der Neubau von Kohlekraftwerken gefährden einer Studie des Wuppertal Instituts für die Umweltorganisation Greenpeace zufolge den Umbau der Energieversorgung. Erdgas ist demnach der einzige konventionelle Energieträger, der als Brücke ins Zeitalter der Öko-Energien noch gebraucht wird.

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