Merkel gibt Guttenberg Rückendeckung

Berlin - Wenn die Bundeskanzlerin den Verteidigungsminister verteidigt: In der Plagiats-Affäre gibt Angela Merkel Karl-Theodor zu Guttenberg Rückendeckung. Wolfgang Schäuble meint, dass die Medien übertreiben.

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Wie die Nachrichtenagentur dapd am Freitag in Berlin erfuhr, sagte die CDU-Chefin ihrem Minister Unterstützung zu, sofern er sich zu den Vorwürfen erkläre, er habe Teile seiner Doktorarbeit ohne korrekte Quellenangabe abgeschrieben. Mit einem Rücktritt des CSU-Politikers sei nicht zu rechnen, hieß es auch aus Koalitionskreisen. Erste Rücktrittsforderungen waren zuvor aus der Opposition laut geworden. Guttenberg hatte am späten Donnerstagabend mit Merkel im Kanzleramt gesprochen. An diesem Freitag will er voraussichtlich eine Erklärung abgeben.

Schäuble: Eine Übertreibung der Medien

Auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) nimmt Guttenberg  in Schutz. “Ihm zu unterstellen, dass er die ganze Doktorarbeit abgeschrieben haben soll, (...) wird dem Charakter dieser Arbeit überhaupt nicht gerecht“, sagte Schäuble am Freitag im Deutschlandfunk. “Jedem passiert auch mal vielleicht ein Fehler“, sagte Schäuble. Er selbst habe die Arbeit einmal gelesen. Er halte Vieles für eine typische Übertreibung der Medien.

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Der CDU-Politiker empfiehl seinem Kabinettskollegen aber: “So rasch wie möglich Klarheit schaffen.“ Auf die Frage, ob sich Guttenberg entschuldigen müsse, antwortete Schäuble: “Wenn er Fehler gemacht hat, ist er derjenige, so haben wir ihn alle kennengelernt, der auch dazu steht einzuräumen, dass man Fehler gemacht hat.“ Auf die Frage, ob Guttenberg wegen dieser Affäre zurücktreten müsse, sagte Schäuble nach kurzer Pause, Guttenberg sei ein führungsstarker Politiker der jüngeren Generation. “Wir müssen zunächst einmal warten (...) und den Sachverhalt aufklären.“ Auf jeden Fall werde das Thema nicht auf der Tagesordnung der G20-Finanzminister stehen.

dapd / dpa

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