Seehofer setzt weiter auf Dialog mit Tschechien

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Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer ( CSU)beim Tag der Sudetendeutschen 2011.

Augsburg - Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hat trotz neuerlicher Misstöne zwischen den Sudetendeutschen und der tschechischen Führung den Willen zum Dialog betont.

“Ich setze voll auf Dialog, auf die persönliche Begegnung. Das erfordert Geduld. Das wusste ich von Anfang an, dass das kein ganz einfacher Weg wird“, sagte der CSU-Vorsitzende am Sonntag in Augsburg beim Tag der Sudetendeutschen. “Wir haben die Hand ausgestreckt, wir lassen sie ausgestreckt und wir versuchen zum Nutzen der Menschen auf beiden Seiten vorwärts zu kommen.“

Am Vortag hatte eine indirekte Entschuldigungsforderung des Vorsitzenden der Landsmannschaft, Franz Pany, an die tschechische Führung für Wirbel und Empörung gesorgt. Der tschechische Präsident Vaclav Klaus warf den Sudetendeutschen daraufhin “außerordentliche Gefühllosigkeit und Unbelehrbarkeit“ vor. “Ich bin tief überrascht von dieser sehr scharfen und überzogenen Reaktion. Das kann ich nicht ganz nachvollziehen“, sagte Pany am Sonntag dazu.

Der Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe, Bernd Posselt, zeigte wenig Verständnis für Klaus's Reaktion: “Ich verstehe absolut nicht, warum der Präsident eines Landes, in dem gottseidank die Menschen wieder fragen nach unbequemen Themen wie Vertreibung - warum der diesen Sudentendeutschen Tag in einer Art und Weise angreifen muss, die an die Zeit vor 1989 erinnert“, sagte er am Sonntag. Mit Blick auf die Slowakei, wo 2011 das Jahr der Kapartendeutschen begangen werde, sagte Posselt direkt an die Adresse des tschechischen Präsidenten Klaus: “Herr Präsident, sie haben noch zwei Jahre, bis ihre Amtszeit unwiederbringlich vorüber ist. Nutzen Sie die Zeit, um einen Tag der Sudetendeutschen auszurufen.“

Seehofer betonte: “Wir haben die Hand ausgestreckt, wir lassen sie ausgestreckt und wir versuchen, zum Nutzen der Menschen auf beiden Seiten vorwärts zu kommen.“ Dies werde er heuer auch bei einer zweiten Reise nach Tschechien zum Ausdruck bringen.

Der CSU-Politiker war im vergangenen Dezember als erster bayerischer Ministerpräsident seit dem Zweiten Weltkrieg nach Prag gereist und hatte damit eine jahrzentelange politische Eiszeit beendet.

dpa

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