Von der verrückten Professorin zur Power-Frau

Die Mode-Geheimnisse von Kanzlerin Merkel

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Grün ist die Lieblingsfarbe der Kanzlerin, das schlägt sich auch in der Wahl ihrer Anzüge wieder.

Berlin - Welche Farbe trägt Angela Merkel zu offiziellen Anlässen am häufigsten? Was sagt das über sie aus? Wie knöpft sie ihre Blazer? Diese und andere brennende Fragen sind endlich geklärt. 

Heute ist "Angies" 60. Geburtstag - Grund genug, auch einmal hinter die politische Kulisse zu blicken, findet das Mode-Portal Stylight. Wie hat sich Merkel im letzten Jahrzehnt modetechnisch entwickelt und wie hat das ihre politische Karriere - subtil aber effektiv - beeinflusst? Grundlage dieser Analysen war der offizielle Youtube-Kanal der Bundesregierung. Im Interview mit den Farbpsychologinnen Silvia Regnitter und Kate Nightingale sprach Stylight über Stil, Modestrategien und was es heißt, eine Frau in der Politik zu sein.

"Jede Frau kann sich an Merkel ein Beispiel nehmen"

Zuletzt sorgte Kanzlerin Merkel mit ihrer "Schlandtasche", einer fußballförmigen Tasche in den Nationalfarben, während des Finales zwischen Deutschland und Argentinien für Aufsehen. Dazu trug sie die schon allseits bekannte "Schlandkette".

Offenbar überlässt Angela Merkel in Sachen Mode nichts dem Zufall. Gegenüber der Mode-Plattform Stylight sagte Farb-Psychologin Silvia Regnitter: "Angela Merkel hat eine beispiellose Entwicklung durchgemacht und ist heute eine seriöse Frau, die auch gerne einmal auffälligere Farben trägt. Daran kann sich jede Frau, egal in welcher Position, ein Beispiel nehmen."

Auch das Zuknöpfen des Merkel-Blazers ist kein Zufall.

Eines aber hat sich in diesen Jahren nicht verändert: Ihr Blazer. Merkels Favorit ist das Drei-Knopf-Modell, das sie in diversen Farben besitzt. Am häufigsten wählt die Kanzlerin allerdings neutrale Töne wie Grün, Blau und Schwarz: Diese Farben strahlen Ruhe und Kompetenz aus. Grün, das zusätzlich als besänftigend empfunden wird, trägt die Kanzlerin übrigens am häufigsten. Rot sollte bei Verhandlungen und Streitgesprächen gemieden werden, rät die Farbberaterin Karin Hunkel in einem Gespräch mit dem Frauenmagazin Amica. Rot stehe für Vitalität, Führung und Kampf und sei deshalb ungeeignet für Streitgespräche. Kein Wunder also, dass Merkel lieber zu neutraleren Farben greift.

Als Frau unter Männern

"Kopfzerbrechen" bereite die Kanzlerin ihren männlichen Mitstreitern, meint die Expertin Silvia Regnitter. Denn Merkel habe eine erfolgreiche modische Entwicklung durchlebt - und könne im Gegensatz zu ihren Kollegen bei Gipfeln und Konferenzen durch farbenfrohe Outfits aus der schwarz-grauen Menge hervorstechen. Fashion-Psychologin Kate Nightingale arbeitet selbst mit Politikerinnen und weiß, dass diese "irgendwie immer noch das Gefühl haben, wie ein Mann aussehen zu müssen, um in der Politik-Welt akzeptiert zu werden."

Dagegen stellt sie fest, dass Business-Frauen eine Modernisierung durchgemacht haben. Dennoch lege Merkel einen Look an den Tag, der ein Mix aus starker, klassischer Kleidung mit einem Hauch Weiblichkeit sei. Stylight fasst Angela Merkels beeindruckenden Wandel so zusammen: Vom Typ "verrückte Professorin" zur "Power-Frau".

maz

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