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Russen-Flaggschiff „Moskwa“: Raketenkreuzer laut Staatsagentur gesunken

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Von: Michelle Brey

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Schwerer Schlag für Russlands Marine im Ukraine-Krieg: Das Kriegsschiff „Moskwa“ ist schwer beschädigt worden - nun soll es gesunken sein.

Update vom 14. April, 22.03 Uhr: Neue Entwicklungen rund um die „Moskwa“. Der angeschlagene russische Raketenkreuzer ist nach einem Bericht der Staatsagentur Tass gesunken. Das Flaggschiff der Schwarzmeerflotte sei am Donnerstag während eines Sturms untergegangen. Ukrainische Militärs hatten zuvor berichtet, das Schiff sei von einer Anti-Schiffs-Rakete getroffen worden (siehe Erstmeldung).

Erstmeldung: Kiew/München - Unerbittlich scheinen sich die Kriegshandlungen der russischen Truppen in der Ukraine auch an Tag 50 seit dem Einmarsch fortzusetzen. Die russische Marine musste am Donnerstag offenbar einen schweren Schlag hinnehmen. Das Flaggschiff der Schwarzmeerflotte Russlands ist schwer beschädigt worden. Während über den Grund - Feuer oder Raketeneinschlag - noch gestritten wird, scheint schon jetzt klar: Der Seekrieg wird im eskalierten Ukraine-Konflikt für die Russen nun wohl schwerer.

Russisches Flaggschiff „Moskwa“: Gesunken oder „schwer beschädigt“?

Während Moskau von einer Munitionsexplosion auf dem Raketenkreuzer „Moskwa“ sprach, gab die ukrainische Seite an, sie habe das Kriegsschiff am späten Mittwochabend mit Raketen attackiert.

Das russische Flaggschiff „Moskwa“ blockierte zusammen mit anderen Schiffen der russischen Schwarzmeerflotte die belagerte Hafenstadt Mariupol. Russische Staatsmedien berichteten unter Berufung auf das Verteidigungsministerium, dass das Kriegsschiff „schwer beschädigt“ worden sei. Es handelt sich um einen der größten materiellen Schäden für die russische Armee seit dem Einmarsch Russlands um Kreml-Chef Wladimir Putin am 24. Februar.

Nach Angaben des Gouverneurs der südukrainischen Region Odessa, Maxym Martschenko, wurde die „Moskwa“ mit ukrainischen Raketen vom Typ „Neptun“ attackiert. Der ukrainische Präsidentschaftsberater Olexij Arestowytsch erklärte, das wichtigste Schiff der russischen Schwarzmeerflotte stehe in Flammen.

Russisches Flaggschiff im Ukraine-Krieg: „Moskwa“ laut Pentagon nicht gesunken

Das russische Verteidigungsministerium teilte später mit, dass die „Moskwa“ nicht gesunken sei. „Es gibt kein offenes Feuer. Die Munitionsexplosionen haben aufgehört. Der Kreuzer ‚Moskwa‘ bleibt schwimmfähig“, erklärte das Ministerium. Die „Haupt-Raketenbewaffnung“ des Schiffs sei nicht beschädigt worden. Die Besatzung sei evakuiert und auf nahe gelegene Schiffe im Schwarzen Meer gebracht worden, erklärte das Ministerium. Die „Moskwa“ solle nun in den Hafen geschleppt werden.

Pentagon-Sprecher John Kirby sagte am Donnerstagnachmittag gegenüber CNN, dass die „Moskwa“ nicht gesunken, aber deutlich beschädigt sei.

„Moskwa“: Das ist das Kriegsschiff der russischen Marine - Details

Ukraine-Krieg: Mariupol am Asowschen Meer als strategisch entscheidende Stadt

Ziel Moskaus ist laut Experten die Errichtung einer direkten Landverbindung zwischen der 2014 annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim und den von pro-russischen Separatisten kontrollierten Gebieten in den Regionen Luhansk und Donezk.

Die am Asowschen Meer gelegene Hafenstadt Mariupol gilt dabei als strategisch entscheidend - die Rolle des Schiffs „Moskwa“ dafür nicht unbedeutend. Mariupols Bürgermeister Wadym Boitschenko wies am Donnerstag (14. April 2022) russische Angaben zur Eroberung des Hafens in der Stadt zurück. „Ich betrachte es als eine Falschmeldung“, sagte Boitschenko im ARD-Morgenmagazin. „Wir sind fest überzeugt: Mariupol war, ist und bleibt eine ukrainische Stadt“, betonte Boitschenko, der per Video zugeschaltet war.

Die Hafenstadt wird seit dem 24. Februar belagert. Inzwischen ist die einst über 400.000 Einwohner zählende Stadt weitgehend zerstört. Die humanitäre Lage ist katastrophal. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von „zehntausenden“ Toten durch die Belagerung. (mbr mit dpa und AFP)

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