Übernahme bereits am 1. Januar 2010

Mahag wird an VW verkauft

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Erst vor einem Jahr eröffneten Mahag-Geschäftsführer Thomas Werthmann (r.) und Christoph Siedenhans (Geschäftsführer des Audi -Zentrums) stolz das Audi-Terminal in der Albrechtstraße.

München - Die renommierte Münchner Autohaus-Gruppe Mahag soll im neuen Jahr von VW übernommen werden. Der Vertriebssprecher des Volkswagen-Konzerns, Enrico Beltz, bestätigte am Dienstagabend gegenüber der tz den Mahag-Deal.

„Es läuft alles auf die Übernahme hinaus. Es gibt einen Vorvertrag, eine Eckpunkte-Vereinbarung zwischen der Mahag und dem Volkswagenkonzern. Die Details und die inhaltliche Ausgestaltung wird in den nächsten Tagen zu vereinbaren sein.“

Ob Arbeitsplätze bei Mahag, wo bundesweit über 2500 Menschen beschäftigt sind, wegfallen könnten, wollte Beltz nicht sagen. Als Begründung für die Übernahme gab der Volkswagen-Sprecher an: „Mahag ist als wichtiges Unternehmen für den Vertrieb in Südbayern von Bedeutung.“ Bundeseit verfügt die Mahag insgesamt über 40 Filialen in den Wirtschaftsräumen München, Berlin und Ulm.

Am Dienstag wurde der Mahag-Betriebsrat in München von der bevorstehenden Übernahme informiert. Danach soll die 86 Jahre alte Mahag-Holding offiziell am 1. Januar 2010 von der VW-Retail-Group in Wolfsburg übernommen werden.

„Die Spatzen pfeifen schon lange von den Dächern, dass die Mahag finanzielle Probleme hat“, meinte IG-Metall-Sprecher Matthias Jena gegenüber der tz. „Uns ist jetzt ein Verkauf allemal lieber als eine Insolvenz. Außerdem ist Volkswagen eine höchst seriöse Adresse.“

Nach tz-Informationen ist die Mahag seit Juni verstärkt unter Druck. Grund sollen die vielen Leasing-Rückkäufe von Fahrzeugen sein, die auf dem Gebrauchtwagenmarkt derzeit nicht zum realen Wert zu verkaufen sind. Um eine Schieflage des Traditionsunternehmens zu vermeiden, entschloss sich die 84jährige Mahag-Besitzerin Lotte Papst schließlich, das Unternehmen an den VW-Konzern zu verkaufen.

Erst im letzten Jahr eröffnete die Mahag in München das imposante Audi-Terminal an der Albrechtstraße. Vertragspartner der Mahag sind derzeit die Autofirmen Audi, VW, Porsche, Skoda Lamborghini, Seat, Kia sowie Nutzfahrzeuge. Neben dem Handel mit Neu- und Gebrauchtwagen sowie Nutzfahrzeugen führt die Mahag auch Werkstätten sowie einen Mietwagen-Verleih.

Der Name Mahag steht für Münchner Automobil-Handel Haberl. Gegründet wurde das Unternehmen 1923 von Kaspar Haberl, einem damals erfolgreichen Motorrad-Rennfahrer. Geschäftsgrundlage war zunächst der Import von Motorrädern der Marken Harley Davidson, Triumph, Norton und Ariel. 1934 wurde ein Autohaus für die Marke Opel eröffnet, und Haberls Ehefrau Katharina übernahm zeitgleich den Handel mit neuen Volkswagen. Seit den 1960er-Jahren entwickelte sich das familiengeführte Autohaus nach und nach zum Großunternehmen mit bundesweit 40 Filialen.

uf./dix

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