Seltsamer Freund bei Facebook

Münchner Politiker tappen in die Porno-Falle

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Sie tappten in die Porno-Falle (von links oben nach rechts unten): Bayerns Grünen-Chef Dieter Janecek, Bayerns SPD-Chef Florian Pronold, die grüne OB-Kandidatin Sabine Nallinger, Kommunalreferent Axel Markwardt (SPD). Bei „Nah Pets“ gibt es sehr junge, spärlich gekleidete Frauen zu sehen.

München - Geht es um das Sammeln von Facebook-Freunden, sind Politiker nicht besonders wählerisch. Schließlich kann man so dem Wähler seine politischen Botschaften mitteilen. Doch Dutzende Politiker sind jetzt in die Porno-Falle getappt!

Wer bei Facebook das Profil „Nah Pets“ aufruft, dem lächeln dort bekannte Politiker und gleichzeitig junge Frauen an, die mit ihren weiblichen Reizen nicht geizen. Das Profil ist unter dem Namen „ste.phan.6.69“ und dem 1. Juli 1970 als Geburtstag angemeldet. Man hätte also ahnen können, dass mit dem Profil etwas nicht stimmt. Dennoch nahmen viele Münchner Politiker die Freundschaftsanfrage an.

So tummelten sich am Dienstag Bayerns SPD-Chef Florian Pronold, Bayerns Grünen-Chef Dieter Janecek, die grüne OB-Kandidatin Sabine Nallinger und Münchens Kommunalreferent Axel Markwardt (SPD) auf der Porno-Seite, auch die Landtagsabgeordneten Ludwig Wörner, Florian Ritter , Adelheid Rupp, Isabell Zacharias, Diana Stachowitz (alle SPD), Michael Piazolo (Freie Wähler), Claudia Stamm und Ludwig Hartmann sowie MdB Toni Hofreiter (alle Grüne), ebenso Grünen-Stadtratsfraktionschef Florian Roth, Freie-Wähler-Stadtrat und Fraktionschef Joachim Altmann und dazu die Stadträte Jutta Koller (grün), Christian Müller, Andreas Lotte (beide SPD) und Mechthilde Wittmann (CSU).

Wie das passieren konnte? Nallinger erklärt: „Ich habe ein ehrenamtliches Team, das meine Seite pflegt, es kann aber auch sein, dass mir die Beantwortung dieser Freundschaftsanfrage selbst durchgerutscht ist. Bei über 100 Anfragen am Tag kann das passieren.“ Pronold sagt: „Das ist nur auf meinem Hilfsaccount passiert, und ein Facebook-Freund ist nun mal kein echter Freund.“ Pronold hat auch eine Theorie, wie er zur Freundschaft kam: „Die Bilder, die da jetzt online sind, waren bei der Freundschaftsanfrage bestimmt noch nicht da, das hätte ich bemerkt.“

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Janecek bekennt: „Ich habe über 2000 Facebook-Freunde, da habe ich keinen Überblick mehr. Bei einer Anfrage von jemandem, der schon mit Freunden verknüpft ist, akzeptiert man eine Anfrage schneller als sonst.“ Altmann hat am Dienstag, wie die anderen von der tz befragten Politiker, den dubiosen Facebook-Freund gelöscht. Er sagt: „Aus Schaden wird man klug. Ich werde jetzt besser aufpassen.“

Johannes Welte

 

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