Jetzt meldet sich China

Mysteriöser Fall: Ex-Interpol-Präsident festgehalten - jetzt entzieht China ihm alle offiziellen Posten

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Der Ex-Interpol-Präsident wird unter mysteriösen Umständen in China festgehalten.

Der Präsident der internationalen Polizeiorganisation Interpol, der Chinese Meng Hongwei, wird vermisst. Jetzt hat China reagiert.

Update 27. März 2019, 12.24 Uhr:

 Chinas Führung hat den unter mysteriösen Umständen festgehaltenen Ex-Interpol-Chef Meng Hongwei aus der Kommunistischen Partei ausgeschlossen. Darüber hinaus seien ihm alle offiziellen Posten entzogen worden, teilte die chinesische Kommission für Disziplinarverfahren am Mittwoch mit. Hintergrund für die Abstrafung des früheren Spitzenkaders sind offenbar Korruptionsvorwürfe.

Meng war im September 2018 während eines Besuchs in China verschwunden. Die Behörden teilten später mit, ihm werde vorgeworfen, Bestechungsgelder angenommen zu haben. Zuletzt war Meng noch Vize-Minister für öffentliche Sicherheit.

Meng habe mit staatlichem Vermögen den verschwenderischen Lebensstil seiner Familie unterstützt und seine Stellung missbraucht, um seiner Frau einen Job zu verschaffen, teilte die Disziplinarkommission nun mit. Der Fall sei der Staatsanwaltschaft übergeben worden, Mengs "illegales Einkommen" sei beschlagnahmt worden.

Meng hatte kurz nach seinem Verschwinden schriftlich seinen Rücktritt von der Spitze der internationalen Polizeiorganisation Interpol erklärt. Interpol sitzt in Lyon im Osten Frankreichs. Von dort aus versucht Mengs Frau Grace weiterhin, Kontakt zu ihrem Mann zu bekommen.

Die chinesischen Behörden können Meng Hongwei bis zu sechs Monate festhalten, ohne seine Familie zu verständigen oder ihm Zugang zu einem Anwalt zu gewähren. Diese Frist läuft demnächst ab.

Verschwundener Interpol-Chef war wohl korrupt

Update 8. Oktober, 09 .34 Uhr: 

China hat den verschwundenen Interpol-Chef Meng Hongwei der Korruption bezichtigt. Der Chinese Meng habe "Bestechungsgelder angenommen" und werde verdächtigt, "gegen das Gesetz verstoßen" zu haben, erklärte das Sicherheitsministerium am Montag in Peking. Die internationale Polizeibehörde Interpol hatte am Sonntag den sofortigen Rücktritt ihres seit gut zwei Wochen nach einem Besuch in China verschollenen Präsidenten verkündet.

Update 7. Oktober, 21.02 Uhr Die internationale Polizeibehörde Interpol hat den Rücktritt ihres seit Tagen vermissten Präsidenten Meng Hongwei bekannt gegeben. Es sei eine Rücktrittserklärung Mengs mit "sofortiger Wirkung" eingegangen, teilte Interpol am Sonntagabend in Lyon mit. Etwas mysteriös, denn der Interpol-Boss gilt als vermisst und verschollen.

Peking reagiert auf das Verschwinden des Interpol-Präsidenten

Update 7. Oktober, 19 Uhr: China ermittelt gegen den seit fast zwei Wochen verschwundenen Interpol-Chef Meng Hongwei wegen des "Verdachts auf Gesetzesverstöße". Das teilte die chinesische Behörde für Korruptionsermittlungen am Sonntag auf ihrer Website mit. Es war die erste Reaktion Pekings auf das Verschwinden des 64-jährigen Meng.

Erstmeldung am 5. Oktober: Interpol-Präsident spurlos verschwunden

Lyon - Die französische Justiz leitete eine Untersuchung ein, wie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf informierte Kreise berichtete. Mengs Familie habe nichts mehr von ihm gehört, seit er Ende September nach China abgereist sei. Seine Ehefrau habe ihn vermisst gemeldet. Meng ist auch Chinas Vizeminister für öffentliche Sicherheit.

Interpol teilte auf Anfrage mit, man sei sich der Medienberichte über das „angebliche Verschwinden“ von Meng Hongwei bewusst. „Dies ist eine Angelegenheit für die zuständigen Behörden in Frankreich und China.“ Für die Führung des Alltagsgeschäfts sei der Generalsekretär Jürgen Stock verantwortlich. Interpol werde sich nicht näher zu der Angelegenheit äußern.

Interpol sitzt im französischen Lyon und ist mit 192 Mitgliedsländern die wichtigste Polizeiorganisation der Welt. Über Interpol tauschen Staaten unter anderem Informationen zu gesuchten Personen aus.

Meng war 2016 zum Präsidenten ernannt worden. Menschenrechtler hatten besorgt auf die Personalie reagiert: Amnesty International warf China damals vor, schon lange zu versuchen, Interpol für die Fahndung nach Dissidenten und Aktivisten zu benutzen.

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dpa, afp

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