Nach Urteil

Parteien fordern Anti-Burkini-Gesetz

+
Verschleiert am Strand: Palästinenserinnen im Gazastreifen. Foto: Ali Ali/Archiv

Paris - Nach der Entscheidung des obersten Verwaltungsgerichts in Frankreich gegen ein Burkini-Verbot fordern konservative und rechte Politiker ein Gesetz zur Regelung des Ganzkörper-Badeanzugs.

Er stelle nicht die Entscheidung des Staatsrats in Frage, der sich auf die aktuelle Rechtsgrundlage stütze, doch müsse ein Gesetz her, das das Burkini-Tragen untersage, erklärte Lionnel Luca, Abgeordneter und Bürgermeister des südfranzösischen Badeorts Villeneuve-Loubet. Er werde bis dahin den Gerichtsentscheid respektieren, sagte der konservative Politiker der französischen Nachrichtenagentur AFP.  

Der Staatsrat, das oberste Verwaltungsgericht des Landes, hatte am Freitag das Burkini-Verbot von Villeneuve-Loubet aufgehoben. Landesweit haben rund 30 Kommunen den Burkini für Musliminnen an ihren Stränden untersagt. Mehrere wollen trotz der Entscheidung des Staatsrats auch weiterhin den Ganzkörper-Badeanzug nicht an ihren Stränden sehen, darunter Nizza und Fréjus an der Côte d'Azur.

Marine Le Pen, die Chefin der rechtsextremen Front National, wertete die Entscheidung des Staatsrats als bedauerlich. Es obliege allein dem Gesetzgeber zu handeln, um die Frauen zu schützen, die Laizität und unsere Lebensweise, erklärte die Politikerin. Der Staat müsse nun ein Gesetz erlassen, forderte der Ratspräsident der französischen Mittelmeerregion, Christian Estrosi.

Mitteilung des Staatsrats, Frz.

dpa

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Fremdschämen pur: Trump kommentiert Figur von Macrons Ehefrau
Fremdschämen pur: Trump kommentiert Figur von Macrons Ehefrau
Fünf deutsche IS-Frauen in Tunnel in Mossul entdeckt - ist eine davon Linda W. (16)?
Fünf deutsche IS-Frauen in Tunnel in Mossul entdeckt - ist eine davon Linda W. (16)?
Das fiese Spiel der Ivanka Trump
Das fiese Spiel der Ivanka Trump
Ticker zum NSU-Prozess: Plädoyer wird um eine Woche vertagt
Ticker zum NSU-Prozess: Plädoyer wird um eine Woche vertagt

Kommentare