15.000 Euro Strafe

Nach Urteil wegen rassistischem Tweet über Noah Becker: AfD-Politiker geht in Berufung

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Jens Maier (l.) und Noah Becker.

Nachdem der AfD-Abgeordnete Jens Maier Noah Becker in einem Tweet rassistisch beleidigte, geht er nun gegen sein Urteil in Berufung. Er müsste 15.000 Euro Strafe zahlen.

Update vom 24. Januar 2019: Der Dresdner AfD-Bundestagsabgeordnete Jens Maier will nach einer Verurteilung wegen eines rassistischen Tweets von Anfang Januar 2018 in Berufung gehen. Sein Anwalt Maximilian Krah bestätigte am Donnerstag einen entsprechenden Beitrag des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“. 

Update vom 15. Januar 2019: Wegen einer rassistischen Äußerung über Noah Becker auf Twitter hat das Landgericht Berlin den AfD-Politiker Jens Maier dazu verurteilt, 15.000 Euro Schmerzensgeld an den Sohn von Tennisstar Boris Becker zu zahlen. Das berichtete ein Gerichtssprecher am Dienstag dem "Spiegel". Hinzu kommen demnach Zinsen sowie 526,58 Euro Anwaltsgebühren.

Die Urteilsbegründung liege noch nicht vor, sagte der Sprecher dem Magazin weiter. Das Urteil sei noch nicht rechtskräftig.

Beckers Medienanwalt Christian-Oliver Moser sagte dem "Spiegel": "Die Pressekammer ist in allen Punkten unserer Rechtsauffassung gefolgt. Insbesondere freue ich mich, dass der Beklagte mit dem für mich von Anfang an nicht nachvollziehbaren Argument, den Tweet angeblich nicht selbst verfasst zu haben, erfolglos war."

Nach rassistischem Tweet: Becker fordert Schmerzensgeld von AFD-Abgeordneten

Berlin - Wegen eines rassistischen Tweets verlangt Noah Becker nach „Spiegel“-Informationen 15 000 Euro Schmerzensgeld von dem sächsischen AfD-Bundestagsabgeordneten Jens Maier. Der Sohn von Tennislegende Boris Becker war auf Maiers Twitter-Account Anfang Januar als „kleiner Halbneger“ bezeichnet worden. Die Staatsanwaltschaft Dresden ermittelt gegen den Abgeordneten wegen des Verdachts der Beleidigung.

Das Nachrichtenmagazin zitiert Beckers Anwalt Christian-Oliver Moser mit den Worten: „Uns bleibt in Anbetracht von Maiers Reaktion nichts anderes übrig, als den Entschädigungsanspruch einzuklagen.“ Auf Beckers Angebot, alternativ mittels einer Spende von 7500 Euro an eine karitative Organisation den Streit beizulegen, sei der AfD-Abgeordnete nicht eingegangen, schreibt der „Spiegel“.

Maier wirft Becker selbst Rassismus vor

Die Weigerung habe Maier in einem Schreiben an den Anwalt Beckers damit begründet, dieser habe „sich selbst zunächst rassistisch geäußert“. Und „der, der austeilt“, müsse auch einstecken.

Der Kommentar des sächsischen Abgeordneten hatte sich auf ein Interview bezogen, in dem Becker erklärte, Berlin sei im Vergleich zu London oder Paris eine „weiße Stadt“, er selbst sei wegen seiner Hautfarbe attackiert worden. Becker hat ein Maler-Atelier in Berlin, arbeitet als DJ und ist Mitglied einer Band.

Abmahnung vom AfD-Bundesvorstand

Maiers Kommentar („Dem kleinen Halbneger scheint einfach zu wenig Beachtung geschenkt worden zu sein, anders lässt sich sein Verhalten nicht erklären.“) war später gelöscht worden. Der AfD-Abgeordnete erklärte, der Tweet sei von einem Mitarbeiter abgesetzt worden, das Arbeitsverhältnis inzwischen beendet. „Dieser Tweet widerspricht nicht nur meinem Stil, er gibt auch nicht mein Gedankengut wider“, erklärte Maier. Vom AfD-Bundesvorstand wurde er dennoch abgemahnt.

Der sächsische Abgeordnete gehört dem rechtsnationalen Flügel der Partei um den Thüringer Fraktionsvorsitzenden Björn Höcke an.

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dpa/AFP

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