Nackte Bloggerin schockt Ägypter im Wahlkampf

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Am 28. November sollen die Ägypter wählen.

Kairo - Zwei Wochen vor der ersten Parlamentswahl in Ägypten nach der Ära von Husni Mubarak sorgt ein Sex-Skandal für Aufregung. Nackte Tatsachen im Wahlkampf sind ein Tabubruch.

Die Website des arabischen Nachrichtensenders Al-Arabija meldete am Dienstag, eine Aktivistin der revolutionären Jugendbewegung 6. April namens Alia al-Mahdi habe auf ihrem Blog Fotos veröffentlicht, auf denen sie nackt zu sehen sei. Das Medienbüro der Jugendbewegung, die im vergangenen Februar mit ihren Demonstrationsaufrufen zur Entmachtung von Präsident Mubarak beigetragen hatte, erklärte, die junge Frau habe der Bewegung nie angehört. Man müsse sich fragen, was Ziel der schon seit einiger Zeit andauernden Kampagne einiger Medien gegen den 6. April sei.

Eine Frau, die Nacktfotos veröffentlicht, begeht im arabischen Kulturkreis einen sehr großen Tabubruch. Wenn der Blog, der eine junge Frau zeigt, die außer Nylonstrümpfen und roten Ballerina-Schuhen nichts trägt, mit den Jung-Revolutionären in Verbindung gebracht werden könnte, würde dies ihrem Ansehen in Ägypten sicher schaden.

Streit um die Rolle der Frauen im Wahlkampf

Um die Frage, wie viel Frauen preisgeben dürfen, wurde im ägyptischen Wahlkampf auch in der vergangenen Woche schon gestritten. Frauenrechtlerinnen hatten sich aufgeregt, weil auf einem Wahlplakat der radikalen Islamisten-Partei Al-Nur anstelle des Fotos einer Kandidatin nur eine Rose abgebildet worden war, während die Namen der männlichen Kandidaten alle mit Fotos veröffentlicht wurden. Der Vorsitzende der Partei, Emad Abdel Ghaffar, sagte der Nachrichtenagentur dpa in Kairo, dies sei eine persönliche Entscheidung der Kandidatin gewesen. Der Parteichef erwartet, dass die Parteien der Salafisten - Islamisten, die eine noch stärkere Rolle für den Islam im Staatswesen fordern als die Muslimbruderschaft - bei der Wahl zwischen 10 und 15 Prozent der Stimmen erhalten werden.

Die erste Wahl seit dem Abgang von Mubarak beginnt am 28. November und soll in drei Phasen ablaufen. Der letzte Wahlgang ist für Januar geplant.

dpa

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