Zwei-Prozent-Ziel

Nato fordert höhere Militärausgaben von Deutschland

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Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg

Der Streit um höhere Verteidigungsausgaben geht in die nächste Runde. Nachdem US-Präsident Trump mit dem Austritt aus dem Bündnis gedroht hatte, fordert auch Nato-Chef Stoltenberg mehr Geld von Deutschland für Rüstung und Militär. 

Brüssel - Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat europäische Alliierte wie Deutschland nachdrücklich aufgefordert, so schnell wie möglich zwei Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts (BIP) für Verteidigung auszugeben. Das Gipfeltreffen im Juli habe gezeigt, dass es Handlungsdruck gebe, sagte der Norweger am Mittwoch zum Auftakt zweitägiger Gespräche der Nato-Verteidigungsminister in Brüssel.

Stoltenberg spielte damit auf die jüngste Eskalation des Streits um höhere Verteidigungsausgaben an. US-Präsident Donald Trump hatte beim Gipfel sogar mit einem Austritt aus dem Bündnis gedroht, um seinen Forderungen nach höheren Ausgaben Nachdruck zu verleihen.

US-Präsident Trump: Unfaire Lastenteilung im Militärbündnis

Der Amerikaner beklagt seit langem eine unfaire Lastenteilung im Militärbündnis und attackiert vor allem Deutschland wegen seiner vergleichsweise niedrigen Ausgabenquote von nur 1,24 Prozent des BIP. Die USA lagen zuletzt bei 3,5 Prozent.

Trump begründet seine Forderungen vor allem damit, dass sich die Staats- und Regierungschefs der Nato-Staaten 2014 darauf geeinigt hatten, dass sich Länder, die weniger als zwei Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für Rüstung und Militär ausgeben, bis 2024 auf den „Richtwert“ von zwei Prozent zubewegen sollten. Berlin sieht dieses Ziel schon erfüllt an, wenn es die Ausgaben bis dahin auf 1,5 Prozent des BIP steigert. Trump hält dies aber für viel zu wenig.

dpa

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