Prozess in Nürnberg

Neonazi Hoffmann klagt gegen Journalisten: Urteil gefallen

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Das Urteil im Zivilverfahren Hoffmann gegen Chaussy ist gefällt.

Es ging um einen Artikel in den „Erlanger Nachrichten“. Der Neonazi Karl-Heinz Hoffmann zog vors Gericht. Nun ist das Urteil gefallen.

Nürnberg - Im Streit um eine Rede in Erlangen hat der Neonazi Karl-Heinz Hoffmann vor Gericht eine Niederlage erlitten. Das Landgericht Nürnberg-Fürth wies am Mittwoch eine Klage des 79-Jährigen gegen den Journalisten Ulrich Chaussy ab. Dieser hatte im März 2016 in einem Vortrag über das Münchner Oktoberfest-Attentat sowie einen Doppelmord an einem jüdischen Verlegerpaar in Erlangen im Jahr 1980 gesprochen. In beiden Fällen gab es Verbindungen zur verbotenen „Wehrsportgruppe“, die Hoffmann gegründet hatte.

Die Richterin sagte in ihrer Begründung, sämtliche Aussagen von Chaussy fielen unter die freie Meinungsäußerung. Falsche Tatsachenbehauptungen habe der Journalist nicht verbreitet. Die Persönlichkeitsrechte Hoffmanns habe er nicht verletzt.

Auslöser war ein Artikel in den „Erlanger Nachrichten“

Auslöser des Streits war ein Artikel in den „Erlanger Nachrichten“. Der Autor hatte damals in indirekter Rede Chaussys Vortrag wiedergegeben und geschrieben, dieser habe Hoffmann als Drahtzieher des Wiesn-Attentats bezeichnet. In der Verhandlung wurde ein Mitschnitt des Vortrags abgehört, das Wort „Drahtzieher“ fiel darin nicht. Hoffmann hatte in dem Zivilverfahren auf Unterlassung geklagt, weil er nicht mehr im Zusammenhang mit Straftaten genannt werden will.

Der Autor und Journalist Ulrich Chaussy beschäftigt sich seit langem mit dem Oktoberfest-Attentat. Seine Recherchen haben dazu beigetragen, dass Ende 2014 die Ermittlungen wieder aufgenommen wurden. Chaussy hinterfragt die These vom Einzeltäter Gundolf Köhler und weist immer wieder auf das rechtsextreme Netzwerk rund um die „Wehrsportgruppe Hoffmann“ hin.

dpa

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