Pilotprojekt für Integration in Arbeitsmarkt

Jobs für Asylbewerber in Bayern: Erste Bilanz

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München - Zur Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt hat der vbw vor einem Jahr ein Modellprojekt gestartet. Jetzt wurde eine erste Bilanz gezogen.

Deutlich über eine Millionen Flüchtlinge sind im vergangenen Jahr nach Deutschland gekommen – ihre Einbindung in den Arbeitsmarkt gilt als einer der Schlüssel für eine erfolgreiche Integration in Deutschland. Vor einem Jahr hat die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw) deshalb ein Modellprojekt gestartet, um Flüchtlinge fit für den Arbeitsmarkt zu machen. Ein Jahr danach ist das erste Programm Integration durch Arbeit (IdA) abgeschlossen – Zeit für eine erste Bilanz.

Wie viele Flüchtlinge haben an dem Programm teilgenommen?

Das Projekt nannte sich IdA 120 – weil 120 Teilnehmer vorgesehen waren. Gestartet ist man dann aber mit 94 Bewerbern, zwischendurch kamen 15 Nachrücker dazu. Am Ende haben also 109 Menschen teilgenommen. Das Projekt richtete sich an Asylbewerber ab 21 Jahren mit hoher Bleibeperspektive und guten Vorqualifikationen.

Wie lautet die Bilanz nach Ende des Programms? 

Von den 109 Teilnehmern haben heute 35 Menschen einen Arbeitsplatz. „Unsere Vermittlungsquote von 32 Prozent ist über durchschnittlich“, freut sich vbw- Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Der Verband rechnet grundsätzlich damit, dass höchstens zehn Prozent der Flüchtlinge in Deutschland kurzfristig eine Chance auf dem Arbeitsmarkt haben.

Wie viele Abbrecher gab es? 

18 Personen haben das Programm nicht beendet. „Bei deutschen Vergleichsgruppen ist eine solche Abbrecherquote aber ebenfalls üblich“, stellt Brossardt klar.

Wo ist der Knackpunkt?

„Die größte Herausforderung für die Teilnehmer war die Sprache“, stellt Brossardt fest. In den ersten zwei Monaten hatten die Teilnehmer intensive Sprachkurse bekommen – der Lernerfolg war bei jedem Teilnehmer aber natürlich unterschiedlich. „Der Spracherwerb ist aber für alle nachfolgenden Maßnahmen die zentrale Voraussetzung“, so Brossardt. Deshalb müsste er bestmöglich gefördert werden und im Zweifel vor dem nächsten Modul mit Praktikumseinsätzen in Unternehmen noch mal nachgelegt werden.

Welches sind die Erfolgsfaktoren? 

Besonders wichtig sei die frühe Integration und die persönliche Beratung der Teilnehmer und Unternehmen zu jedem Zeitpunkt. „Das hört sich banal an, ist aber leider nicht selbstverständlich“, so Brossardt. Dieser Aufwand kostet natürlich auch Geld. 940.000 Euro hat das Projekt gekostet – knapp 10.000 Euro pro Person.

Wie geht es jetzt weiter?

Die bisher noch nicht vermittelten Teilnehmer sind jetzt wieder in der Obhut der Arbeitsagentur und sollen schnellstmöglich vermittelt oder weiterqualifiziert werden. Die vbw selber setzt zwölf neue Projekte auf. „Kernstück ist dabei das Projekt IdA100“, erklärt Brossardt. Dabei handele es sich um eine Weiterentwicklung des bisherigen Projekts, in das die Erfahrungen von IdA200 einfließen sollen. Über 1000 Asylbewerber aus ganz Bayern sollen davon profitieren.

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