Neuer Schäuble-Sprecher nach Eklat

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Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU, l) und sein Ex-Sprecher Michael Offer.

Berlin - Gut vier Monate nach dem Eklat um seinen Sprecher Michael Offer hat Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) wieder einen Leiter seiner Pressestelle.

Der Sprecher der deutschen EU-Vertretung in Brüssel, Martin Kotthaus, wechselt im April ins Schäuble-Ressort nach Berlin. Dies teilte das Finanzministerium am Donnerstag mit. Schäuble holt sich damit einen erfahrenen Diplomaten als Sprecher.

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Kotthaus gilt als ausgezeichnet verdrahtet und auch auf internationalem Parkett sehr erfahren. Dies dürfte angesichts der internationalen Aufgabenstellung der deutschen Finanzpolitik nach der Wirtschafts- und Finanzkrise sowie der Euro-Krise, aber auch im Konzert der G8- und der G20-Staaten bei der Personalentscheidung eine nicht unwesentliche Rolle gespielt haben.

Kotthaus war von 1993 bis 1999 für das Auswärtige Amt tätig, und zwar in Luanda (Angola), Boston und Washington. 1999 wechselte er zum Verlag Gruner+Jahr und wurde dort später Leiter Kommunikation. 2003 ging Kotthaus zurück in die Politik, zunächst ins Auswärtige Amt, dann nach Brüssel.

Der Posten des Leiters der Ministeriumspressestelle war vier Monate vakant. Der 48-jährige Kotthaus tritt die Nachfolge von Offer an, der nach öffentlicher Brüskierung durch Schäuble das Handtuch geworfen hatte.

Schäuble gilt als schwieriger Chef. Dafür lieferte der Minister im Umgang mit seinem damaligen Sprecher Offer Anfang November für viele einen Beweis. Schäuble kanzelte seinen Sprecher bei einer Pressekonferenz vor etwa 50 Journalisten und laufenden Kameras ab, weil Offer nicht, wie verabredet, rechtzeitig das Pressematerial zur Steuerschätzung verteilt hatte.

dpa

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