Neues Projekt soll junge Ärzte aufs Land locken

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Gesundheitsminister Markus Söder

München - Gesundheitsminister Markus Söder (CSU) will jungen Ärzten die Eröffnung von Praxen auf dem Land erleichtern und so dem drohenden Hausärztemangel entgegenwirken.

Dazu kündigte er am Donnerstag in München ein Modellprojekt “Praxis auf Zeit“ an, um Mediziner zumindest für eine befristete Zeit in ländliche Gegenden zu locken. Söder schwebt vor, dass Mittel aus der Städtebauförderung oder aus den Programmen zur Dorferneuerung von den Kommunen dazu verwendet werden, die Einrichtung der Praxen zu finanzieren. Junge Ärzte müssten dann nicht gleich zum Berufsstart horrende Kosten auf sich nehmen. Das Projekt solle jungen Ärzten die Entscheidung erleichtern, Hausarzt auf dem Land zu werden, erklärte Söder.

Söder betonte, dass derzeit noch in keinem Landkreis eine akute Unterversorgung mit Hausärzten herrsche. Aufgrund der demografischen Entwicklung sei die Zahl der niedergelassenen Allgemeinmediziner aber vielerorts schon um mehr als zehn Prozent zurückgegangen, unter anderem in einzelnen Landkreisen in Unter- und Oberfranken oder in Niederbayern. Aktuell sind von den etwa 9000 bayerischen Hausärzten 57 Prozent älter als 50 Jahre. In einigen Landkreisen hört in den nächsten fünf Jahren gar ein Viertel der Hausärzte auf. Und hinzu kommt nach Worten Söders dann eben, dass immer weniger Ärzte aufs Land ziehen und sich stattdessen in Ballungsräumen niederlassen.

Um die Tätigkeit als Hausarzt attraktiver zu machen, fordert Söder auch bessere Honorare für die Mediziner. Auch die Möglichkeit zu “Filialpraxen“ soll es geben, in denen ein Hausarzt dann beispielsweise nur an zwei Tagen arbeitet. Zudem müsse die Aus- und Weiterbildung verbessert werden. Darüber hinaus schlug er Stipendien für angehende Mediziner vor, die sich dann für mindestens fünf Jahre in ländlichen Regionen niederlassen. Söder betonte, er wolle keine “Flying Doctors“ und keine “rotierenden mobilen Einheiten“. Schließlich sei eine gute Beziehung zwischen dem Hausarzt und dessen Patienten wichtig.

Auch kleinere Krankenhäuser auf dem Land will Söder stärken und konkurrenzfähiger machen. Konkret schlug er vor, die Abrechnungsmodalitäten für Krankenhausbehandlungen so zu verändern, dass die Notfallversorgung vor Ort besser honoriert wird.

dpa

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