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Ukraine-Krieg: Neun Tote bei Angriffen auf Charkiw

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Von: Tobias Utz, Lukas Zigo, Nail Akkoyun, Marvin Ziegele, Andreas Apetz, Lucas Maier

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Die Lage im Ukraine-Krieg spitzt sich weiter zu, militärisch sowie diplomatisch: der News-Ticker am Freitag, 27. Mai.

Dieser Ticker zum Ukraine-Krieg ist beendet: Alle aktuellen Entwicklungen lesen Sie in diesem Ticker zum Ukraine-Konflikt.

+++ 10.30 Uhr: In der umkämpften ukrainischen Stadt Sjewjerodonezk (Region Luhansk) sind seit Beginn der russischen Invasion Berichten zufolge 1500 Menschen aus der Zivilbevölkerung getötet worden. Das berichtet der Chef der lokalen Militärverwaltung, Olexandr Strjuk. Zahlreiche Menschen seien bereits aus der Stadt geflüchtet: Von den rund 130.000 Einwohnerinnen und Einwohnern sei nur noch ein Zehntel vor Ort, so Strjuk.

+++ 09.30 Uhr: Der neuesten Einschätzung des britischen Verteidigungsministeriums nach setzt die russische Armee offenbar 50 Jahre alte Panzer im Ukraine-Krieg ein. Das betrifft demnach vor allem die Truppen im Süden der Ukraine, beispielsweise rund um Mariupol. Die veralteten Panzer sollen insbesondere „T62“-Modelle sein, berichtet das Ministerium mit Verweis auf britische Geheimdienstinformationen. Der Einsatz der 50 Jahre alten Panzer zeige „Russlands Mangel an moderner und kampfbereiter Ausrüstung“. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen.

+++ 08.30 Uhr: In Litauen ist am Freitag offenbar ein „Anti-Putin-Gipfel“ geplant. Eine anonyme Quelle nennt dazu erste Details.

Update vom Freitag, 27. Mai 2022, 07.30 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Moskau „Völkermord“ in der Ostukraine vorgeworfen, während die russische Armee ihre Angriffe rund um die Stadt Sewerodonezk intensivierte. Im Donbass betreibe Russland „eine offensichtliche Politik des Völkermords“, sagte Selenskyj in seiner täglichen Fernsehansprache in der Nacht zum Freitag (27. Mai). Auch die Großstadt Charkiw im Norden der Ukraine wurde am Donnerstag erneut Ziel von Angriffen, neun Menschen starben.

Ukraine-Krieg: Ein ukrainischer Soldat geht an einem zerstörten russischen APC Panzer in der Nähe von Kutusiwka, nördlich von Charkiw, im Osten der Ukraine, vorbei.
Ukraine-Krieg: Ein ukrainischer Soldat geht an einem zerstörten russischen APC Panzer in der Nähe von Kutusiwka, nördlich von Charkiw, im Osten der Ukraine, vorbei. © Mstyslav Chernov / dpa

Die russische Offensive könnte dazu führen, dass die Donbass-Region „unbewohnbar“ wird, sagte Selenskyj. Er warf Moskau vor, die ukrainischen Städte in Schutt und Asche legen zu wollen. „All dies, einschließlich der Verschleppung unserer Menschen und der Massentötung von Zivilisten, ist eine offensichtliche Politik des Völkermords, die von Russland betrieben wird.“

Ukraine-Krieg: Russland vor „entscheidender Schlacht“ – Lage im Osten „sehr schwierig“

+++ 17.52 Uhr: Im Osten der Ukraine setzen die russischen Streitkräfte offenbar an mehreren Fronten eine breite Palette von Waffen ein. Nach Angaben ukrainischer Beamter soll die ukrainische Verteidigung zahlenmäßig und waffentechnisch unterlegen sein, berichtet CNN. Mehrere Offizielle würden die Situation im Osten der Ukraine als „sehr schwierig“ beschreiben und einräumen, dass sich ukrainische Einheiten an einigen Stellen zurückziehen mussten.

Die Russen hätten in der Ost-Ukraine ballistische Kurzstreckenraketen, schwere Artillerie und Panzer im Bombardement von Städten in den Regionen Luhansk und Donezk eingesetzt, heißt es weiter. Bei Angriffen auf 13 Siedlungen in Donezk sind nach Angaben der ukrainischen Nationalpolizei Zivilisten getötet worden. Hauptziel der russischen Truppen soll die Einnahme von Sloviansk sein. Der Bürgermeister des Ortes, Vadym Liakh, berichtet gegenüber CNN davon, dass die Hälfte der Stadt ohne Wasser sei, außerdem werde es „bis zur Heizperiode keine Gasversorgung geben“.

Ukraine-Krieg: Russischer Soldat spricht über schlechte Vorbereitung

+++ 14.00 Uhr: Laut Vitali Klitschko, Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt, wurden seit Beginn der russischen Invasion Ende Februar bereits 120 Bürgerinnen und Bürger aus Kiew getötet. Mehr als 300 Personen seien verletzt worden, so Klitschko. Das sagte der Bürgermeister am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos.

+++ 13.30 Uhr: Ein russischer Soldat hat mit dem Guardian über die schlechte Vorbereitung der russischen Armee gesprochen. Der 21-Jährige war zunächst auf der Krim stationiert, bevor seine Einheit in den Krieg geschickt worden war. „Sie haben uns erst im allerletzten Moment davon erzählt, in der Nacht vor der Invasion“, berichtet der junge russische Soldat. Er sei „komplett unvorbereitet“ in den Ukraine-Krieg geschickt worden, heißt es. Als seine Einheit in ein Feuergefecht mit den ukrainischen Truppen geraten war, sei die Kapitulation die einzige Option gewesen: „Es war unsere erste Konfrontation mit dem Feind; wir hatten noch nicht einmal einen Schuss abgefeuert. Sie überfielen uns aus dem Hinterhalt und wir konnten uns nicht wehren. Wir mussten uns ergeben.“ Nach 45 Tagen in ukrainischer Kriegsgefangenschaft wurde der 21-Jährige ausgetauscht.

Ukraine-Krieg: Olaf Scholz warnt vor „größter Hungersnot seit Jahrzehnten“

+++ 12.45 Uhr: Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos hat Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) über den „brutalen Krieg“ in der Ukraine gesprochen und seine persönlichen Bedenken für die Zukunft geäußert. Der Kanzler warnte vor der Nahrungsmittelkrise infolge des Ukraine-Konflikts: „Wenn wir hier nicht schnell und entschieden gegensteuern, droht uns die weltweit größte Hungersnot seit Jahrzehnten“. Die Ukraine gehört weltweit zu den größten Getreide-Exporteuren. Das Land lieferte zuletzt 14 Prozent der am Weltmarkt gehandelten Mengen an Weizen, Gerste und Mais. Die Ukraine ist außerdem Lieferant für Raps- und Sonnenblumenöl.

+++ 11.45 Uhr: Laut Bundeskanzler Olaf Scholz hat Wladimir Putin im Ukraine-Krieg alle strategisch wichtigen Ziele bereits verfehlt. „Eine Einnahme der gesamten Ukraine durch Russland scheint heute weiter entfernt als noch zu Beginn des Krieges“, erklärte Scholz in seiner Rede auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos.

Ukraine-Krieg: Russland zeigt Video vom Start einer „Iskander-K“-Rakete

+++ 11.30 Uhr: Der Kreml hat Videoaufnahmen vom Start einer „Iskander-K“-Rakete veröffentlicht. Das ballistische Geschoss sei auf ein „militärisches Ziel“ in der Ukraine gerichtet, hieß es aus dem russischen Verteidigungsministerium. Das berichtet die russische Nachrichtenagentur RIA Nowosti.

+++ 10.30 Uhr: Die Bundeswehr-Fregatte „Mecklenburg-Vorpommern“ soll die Nato-Nordflanke in Zukunft stärken. Das Kriegsschiff werde in den nächsten Monaten in die schnellen Eingreiftruppen integriert, hieß es vom Marinekommando am Donnerstag (26. Mai). An Bord befinden sich demnach 22 Soldaten, darunter Besatzungsmitglieder aus der Slowakei.

+++ 09.30 Uhr: Nach Putins Niederlagen bei Kiew und Charkiw soll die „Schlacht um Sjewjerodonezk“ entscheidend für den Ausgang des Ukraine-Krieges sein. Nach Ansicht von Matthew Schmidt, Associate Professor für nationale Sicherheit und Politik an der University of New Haven in Connecticut, „braucht Putin einen Sieg“. Der Druck auf den russischen Präsidenten sei extrem gewachsen. Ein neues Erfolgserlebnis sei nun essenziell.

„Sie werfen all die Kräfte, die sie haben, in diese Schlacht“, sagte Schmidt im Gespräch mit der Washington Post. Ob es für einen Sieg reicht, wird sich noch zeigen. Aufgrund der vielen Rückschläge und Verletzungen hat die russische Armee mit personellen Problemen zu kämpfen. Putin sei in Sjewjerodonezk dazu gezwungen, auf zusammengewürfelte „Frankenstein-Trupps“ zurückzugreifen, so Schmidt. Die notdürftig zusammengestellten Regimente bestünden aus den Soldaten unterschiedlicher Einheiten und seien nicht aufeinander eingespielt.

Ukraine-Krieg: Russland verschleppt Tausende

+++ 08.00 Uhr: Rund 19.000 Menschen sollen innerhalb der vergangenen 24 Stunden aus der Ukraine nach Russland verschleppt worden sein. Der Kreml verkündete das als Erfolgsmeldung, es sei die Rettung der Menschen. „Trotz aller von Kiew errichteten Hindernisse wurden in den letzten 24 Stunden 18.927 Menschen, darunter 2058 Kinder, aus gefährlichen Gebieten der Donbass-Republiken und der Ukraine in die Russische Föderation evakuiert, ohne dass die ukrainischen Behörden daran beteiligt waren“, erklärte der russische Generaloberst Michael Misinzew laut der staatlichen Nachrichtenagentur Tass. Misinzew, der unter anderem für die vermeintliche „Koordinierung humanitärer Maßnahmen“ in der Ukraine verantwortlich ist, wird laut übereinstimmenden Medienberichten als „Lieblingsgeneral“ von Wladimir Putin bezeichnet. Er hat zudem offenbar einen weiteren Spitznamen: Der ukrainische Diplomat Olexander Scherba nannte ihn zuletzt den „Schlächter von Mariupol“.

+++ 07.00 Uhr: Ramsan Kadyrow, Machthaber in Tschetschenien und Putin-Unterstützer, hat Polen mit einem Angriff gedroht. Das Medium Nexta veröffentlichte am Mittwoch (25. Mai) ein Video, in dem Kadyrow zu sehen ist. Darin sagt er: „Ich bin an Polen interessiert. Nach der Ukraine, sollte es einen Befehl geben, werden wir zeigen, zu was wir in sechs Sekunden imstande sind. Nehmt lieber eure Waffen von den Söldnern“, so Kadyrow. Tschetschenische Truppen sind bereits seit Ende Februar an der russischen Invasion in der Ukraine beteiligt. Dabei gehen sie laut übereinstimmenden Medienberichten äußerst brutal vor.

Ukraine-Krieg: Russische Armee startet wohl Angriffe auf 40 Städte

+++ 06.00 Uhr: Das ukrainische Militär berichtet von einem Großangriff Russlands auf den Donbass. „Die Besatzer beschossen mehr als 40 Städte in den Regionen Donezk und Luhansk und zerstörten oder beschädigten 47 zivile Einrichtungen, darunter 38 Häuser und eine Schule. Infolge dieses Beschusses starben fünf Zivilisten und 12 wurden verwundet“, teilen die ukrainischen Streitkräfte am Donnerstagmorgen auf Facebook mit. Die ukrainische Armee habe zehn feindliche Angriffe abgewehrt, vier Panzer und vier Drohnen zerstört und 62 „feindliche Soldaten“ getötet.

Update vom Donnerstag, 26. Mai, 05.15 Uhr: Die russische Armee bereitet sich offenbar auf eine Schlacht um die Stadt Sjewjerodonezk, im Westen der Region Luhansk, vor. Der Oblast liegt im ostukrainischen Donbass, wo Russland seit Tagen Truppen für eine erneute Offensive zusammenzieht. Das US-Thinktank „Institute for the Study of War“ analysiert im Lagebericht am Donnerstagmorgen (26. Mai), dass derzeit auffällige Truppenbewegungen um Sjewjerodonezk zu beobachten seien. Es sei möglich, dass Russland die Stadt angreife, bevor man die ukrainischen Kommunikationslinien am Boden abschneide – was als militärische Vorgehensweise offenbar gängig wäre. Das berichtet das Nachrichtenportal Kyiv Independent mit Bezug auf das Institut.

Der schnelle Angriff auf Sjewjerodonezk erfolge demnach wohl, um das „Tempo beizubehalten, nachdem es einen beträchtlichen Teil seines Personals, seiner Artillerie, seiner Flugzeuge und seiner Logistik an die Front geschickt hat“, analysiert das ISW. Russland musste bisher schwere Verluste im Ukraine-Krieg hinnehmen. Der ukrainische Generalstab geht mittlerweile von fast 30.000 Soldaten aus, die gefallen sind. Der Kreml nennt dazu logischerweise deutlich niedrigere Zahlen.

+++ 21.00 Uhr: Der schwere russische Beschuss auf die ostukrainische Großstadt Sjewjerodonezk (s. Update v. 08.30 Uhr) hat nach Angaben des Kiewer Generalstabs den ganzen Tag über angedauert. Die Stadt und Orte im Umfeld würden mit Artillerie und aus der Luft angegriffen, teilte die ukrainische Militärführung mit.

Der ukrainische Generalstab berichtete auch von Angriffen auf die Ortschaften Berestowe, Lypowe und Nyrkowe. Diese liegen im Rückraum der ukrainischen Verteidiger an der strategisch wichtigen Straße nach Bachmut.

Ukraine-Krieg: Putin besucht Soldaten

+++ 20.00 Uhr: Wladimir Putin hat erstmals Soldaten besucht, die beim Militäreinsatz in der Ukraine verletzt wurden. Der russische Präsident unterhielt sich in einem Moskauer Militärkrankenhaus mit mehreren Soldaten über ihre Heimatstädte und ihre Familiensituation, wie im russischen Fernsehen zu sehen war. „Diese Menschen, die ihre Gesundheit, ihr Leben für die Bevölkerung und die Kinder im Donbass, für das Wohl Russlands riskieren, sie alle sind Helden“, sagte Putin im Anschluss bei einem Treffen mit Regierungsbeamten.

+++ 18.30 Uhr:  Der Gouverneur der russischen Grenzregion Belgorod hat der Ukraine erneuten Beschuss vorgeworfen. Im Dorf Schurawljowka sei ein junger Mann verletzt worden, schrieb Wjatscheslaw Gladkow im Nachrichtendienst Telegram. Angesichts der gespannten Lage sei das gesamte Dorf eigentlich schon vor einigen Wochen evakuiert worden, schrieb der Gouverneur weiter. Warum der junge Mann sich dennoch dort aufgehalten habe, sei zunächst noch unklar.

Ukraine-Krieg: Heftige Kämpfe um die Industriestadt Sjewjerodonezk

+++ 15.15 Uhr: Die ukrainische Präsidialverwaltung meldete am Mittwoch „heftige Kämpfe“ um die Industriestadt Sjewjerodonezk in der östlichen Region Luhansk. Ein ranghoher Militärbeamter sagte, der Beschuss der Stadt habe „exponentiell“ zugenommen. Bei den Gefechten seien sechs Zivilpersonen getötet und acht Menschen verletzt worden. Das berichtet CNN.

„Die russischen Truppen sind sehr nahe, sie können bereits Mörser abfeuern“, erklärte Serhij Haidai, Leiter der Militärverwaltung der Region Luhansk. „Die Kämpfe fanden gestern in den Außenbezirken der Stadt statt. [Russische] Kräfte werden aus verschiedenen Regionen hierher verlegt – aus Charkiw, Mariupol, sogar aus Donezk, um um jeden Preis in die Region Luhansk vorzudringen.“ Er fügte hinzu, dass die aktuelle Woche besonders wichtig sei. „Wenn sie bis Samstag oder Sonntag keinen Erfolg haben, wird ihnen die Luft ausgehen, und die Situation wird sich zumindest für uns stabilisieren.“

Ukraine-Krieg: Panzer „werden dringend benötigt“ - Belarus liefert Waffen an Russland

+++ 13.30 Uhr: Der belarussische Premierminister Roman Golowtschenk hat bestätigt, dass sein Land Waffen und Panzer an Russland liefert. Belarussische Waffen seien demnach nicht nur im Inland, sondern auch in Russland gefragt. Die beiden Länder hätten gemeinsame Programme aufgestellt, um die westlichen Sanktionen zu umgehen, die den Verkauf von Waffen erschweren. Darüber berichtet der osteuropäische Radiosender Radio Svaboda.

Golowtschenk betonte, dass die russischen Streitkräfte die Waffen „sehr dringend“ benötige. Bereits seit Wochen häufen sich Berichte über Lieferengpässe und die schlechte Ausrüstung Russlands im Ukraine-Krieg.

Ukraine-Krieg: Russland bombardiert Bahnhöfe und Fabrik – mit „Hochpräzisionsraketen“

+++ 11.45 Uhr: Russland hat nach eigenen Angaben bei den schweren Luftangriffen in der vergangenen Nacht ein ukrainisches Motorenwerk und mehrere Bahnhöfe attackiert. „Mit luft- und seegestützten Hochpräzisionsraketen wurden die Produktionshallen der Fabrik Motor Sitsch zerstört, die Flugmotoren für die ukrainischen Streitkräfte baut, darunter auch für unbemannte Drohnen“, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Mittwoch.

Seinen Angaben zufolge wurde auch der Bahnhof der städtischen Siedlung Pokrowske im Gebiet Dnipro von Raketen getroffen. Ziel hier sei ein Truppentransport von Reservisten gewesen, die auf dem Weg in die Donbass-Region waren. In Frontnähe seien mehrere Gefechtsstände und Fernmeldestellen im Raum Bachmut und ein Logistikzentrum im Raum Soledar attackiert worden, sagte Konaschenkow. Luftwaffe und Heeresflieger hätten derweil mehr als 300 ukrainische Soldaten getötet und 46 Militärfahrzeuge außer Gefecht gesetzt. Unabhängig konnten diese Angaben nicht überprüft werden.

Ukraine-Krieg: „Gibt schwere Zerstörungen“ – Russland startet weitere Luftangriffe

+++ 09.45 Uhr: Ukrainische Verwaltungsstellen haben am Mittwoch russische Raketenangriffe auf die östlich-zentrale Region Dnipro und die südöstliche Region Saporischschja gemeldet. Das russische Militär soll demnach vier Marschflugkörper auf Saporischschja abgefeuert haben, wie der Regionalrat von Saporischschja mitteilte. Eine Rakete sei von der Luftabwehr der Stadt abgeschossen worden, hieß es weiter.

In einer Aktualisierung fügte der Rat hinzu, dass mindestens eine Person getötet und drei Menschen verletzt worden seien. Darüber hinaus seien bei den Angriffen 62 Gebäude in Wohngebieten beschädigt worden. In einer separaten Erklärung vom Mittwoch sagte Valentyn Reznichenko, Leiter der regionalen Militärverwaltung von Dnipro, dass es in der Nacht ständig Luftangriffsalarm gegeben habe. „Der Feind hat heute Morgen drei Raketen auf Krywyj Rih abgefeuert“, sagte Reznichenko. „Ein Industrieunternehmen wurde getroffen. Es gibt schwere Zerstörungen. Wir sind dabei, die Informationen über die Opfer zu klären.“

Ukraine-Krieg: Russland startet nächste Offensive

+++ 08.30 Uhr: Im Osten der Ukraine sind die russischen Truppen nach Angaben aus Kiew zur Offensive übergegangen und führen schwere Kämpfe um die Großstadt Sjewjerodonezk. „Mithilfe von Artillerieunterstützung führen die russischen Okkupanten einen Angriff auf die Ortschaft Sjewjerodonezk, die Kämpfe halten an“, teilte der ukrainische Generalstab am Mittwochmorgen in seinem Lagebericht mit.

Neben Sjewjerodonezk ist auch die nahe gelegene Stadt Lyman Ziel der russischen Attacken. Auch hier werde die Bodenoffensive durch Luftangriffe und Artillerie unterstützt. Daneben meldete der Generalstab Gefechte aus dem Raum Bachmut südwestlich von Sjewjerodonezk. Russische Truppen hätten die Ortschaften Komyschuwacha, Jakowliwka und Troitzke angegriffen, sich aber nach Verlusten wieder zurückgezogen. Im Raum Awdijiwka gebe es ununterbrochenes Artilleriefeuer auf die Stellungen der Verteidiger.

+++ 08.15 Uhr: Aufgrund schwerer Verluste im Ukraine-Krieg verändert die russische Armee nun offenbar die Strategie im Donbass. Das US-Thinktank „Institute for the Study of War“ nennt neue Details in einer Analyse.

Ukraine-Krieg: Russische Truppen planen offenbar „kleine Umzingelungen“

+++ 07.45 Uhr: Das Institute for the Study of War (ISW) äußerte sich in einem Update zur Lage der Kampfhandlungen in der Ukraine. „Die russischen Streitkräfte haben wahrscheinlich ihre Bemühungen aufgegeben, große ukrainische Verbände in der Ostukraine einzukesseln“, so das Institut.

Demnach würden die russischen Truppen „stattdessen versuchen, kleinere Umzingelungen zu erreichen und sich auf Severodonezk zu konzentrieren“. Dieser Strategiewechsel ermöglicht allmähliche Vorstöße, aber auf Kosten der Aufgabe mehrerer geplanter Vorstoßlinien und einer tiefen Einkreisung der ukrainischen Streitkräfte in der Ostukraine.

Update vom Mittwoch, 25. Mai, 07.15 Uhr: Die Großstadt Saporischschja ist nach Behördenangaben am frühen Mittwochmorgen von mehreren Raketen getroffen worden. „Heute, am 25. Mai, um 05.13 Uhr haben die russischen Streitkräfte vier ballistische Raketen auf Saporischschja abgefeuert“, teilte die Gebietsverwaltung auf ihrem Telegram-Kanal mit.

Eine der Raketen sei von der Luftabwehr abgefangen worden. Die Rettungskräfte seien vor Ort, um sich ein Bild der Lage, den Schäden und möglichen Opfern des Angriffs zu machen.

Ukraine-Krieg: Fast 4000 zivile Opfer in drei Monaten – UN veröffentlicht Bilanz

+++ 21.00 Uhr: Seit drei Monaten tobt nun der Krieg in der Ukraine. Am 24. Februar begann Russland seinen Angriff auf das Nachbarland.

Die Vereinten Nationen UN haben nun eine Bilanz der Opferzahlen veröffentlicht. Der größte Teil der zivilen Opfer ist demnach auf den Angriff mit Explosivwaffen mit Breitenwirkung zurück zu führen, zitiert tagesschau.de das UN-Menschenrechtsbüro. Darunter fallen beispielsweise Angriffe mit schwerer Artillerie. Die Zahlen auf einen Blick:

Die Dunkelziffern dürften bei den Angaben jedoch wesentlich höher liegen. Nachrichten aus den umkämpften Gebieten kämen häufig verzögert an, einige Angaben müsste zudem erst noch auf Bestätigung warten, so tagesschau.de.

Ukraine-Krieg: Russland greift größte Chemiefabrik des Landes an

+++ 19.25 Uhr: In der Region Luhansk hat Russland die Chemiefabrik „Azot“ angegriffen. Am Dienstagmorgen (24. Mai) sei das Gelände in der Stadt Severodonetsk mit Granaten beschossen worden, das teilte der Leiter der militärischen Regionalverwaltung, Serhiy Haidai, mit. Dem Angriff seien den Angaben zufolge vier Personen zum Opfer gefallen. Die Angaben konnten bisher nicht unabhängig bestätigt werden.

Auf dem Gelände der größten Chemiefabrik der Ukraine sollen sich mehrere Luftschutzbunker befinden. Eine Gefahr geht von der Industrieanlage nicht mehr aus, da der Betrieb bereits zu Beginn des russischen Angriffs beendet wurde. Gegenüber dem Nachrichtenportal pravda.ua teilte der Betreiber bereits im März mit, auch alle Restsubstanzen aus der Fabrik abtransportiert zu haben.

Ukraine-Krieg: General über dem Donbass abgeschossen

+++ 18.25 Uhr: Über der Kleinstadt Popasna im Donbass ist nach Angaben des Verteidigungsministeriums der Ukraine ein russischer Kampfjet des Typs Su-25 abgeschossen worden. Der Abschuss soll sich bereits am Sonntag (22. Mai) ereignet haben.

In dem Kampfjet soll sich laut einem Bericht des englischen Nachrichtensenders BBC, der Generalmajor Kanamat Botaschow befunden haben. Botaschow soll bei dem Stinger-Angriff ums Leben gekommen sein. Offiziell bestätigt wurde das bisher nicht. Es wäre der bisher ranghöchste russische Luftwaffenoffizier, der im Ukraine-Krieg zu getötet wurde, so die Tagesschau.

Ukraine-Krieg: „Dämonisierung“ von Russland – Offizier macht Westen schwere Vorwürfe

+++ 16.45 Uhr: Im Ukraine-Krieg wurden bereits 600 Krankenhäuser zerstört oder beschädigt. 100 davon seien irreparabel. Das berichtete Andrij Basylewytsch, Vorstandsmitglied des Ukrainischen Ärzteverbandes, am Dienstag (24. Mai) beim Deutschen Ärztetag in Bremen. Viele Medizinerinnen und Mediziner seien zudem getötet oder verwundet worden. In den ukrainischen Kliniken seien die medizinischen Zustände katastrophal, so Basylewytsch.

+++ 16.15 Uhr: Russische Streitkräfte haben offenbar die Stadt Svitlodarsk im Oblast Donezk erobert. Das teilte der Leiter der örtlichen Militärverwaltung, Serhiy Hoshko, am Dienstagmorgen offiziell mit, wie das Nachrichtenportal Kyiv Independent berichtet. Dort wurde demnach eine russische Flagge auf dem Gebäude des Stadtrats gehisst. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen.

Ukraine-News: Belarus zieht Streitkräfte an der Grenze zusammen

Erstmeldung vom Montag, 23.05.2022, 09.28 Uhr: Kiew – Die ehemalige Sowjetrepublik Belarus, die sich bislang nicht aktiv am russisch-ukrainischen Krieg beteiligt hat, zieht laut Angaben aus Kiew Streitkräfte an der Grenze zusammen. „Die belarussischen Streitkräfte führen verstärkt Aufklärung durch und haben zusätzliche Einheiten im Grenzbereich aufgestellt“, teilte der ukrainische Generalstab in seinem Lagebericht am Montagmorgen (23. Mai) mit. Demnach bleibe die Gefahr von Raketen- und Luftangriffen auf die Ukraine von belarussischem Gebiet aus erhalten.

Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko hat sich nicht mit eigenen Truppen an dem Ende Februar von Russland begonnenen Krieg gegen die Ukraine beteiligt. Allerdings durften russische Truppen das Land als Aufmarschgebiet für den Angriff nutzen. Kiew sieht daher Minsk nicht als neutral an und befürchtet potenziell ein Eingreifen belarussischer Soldaten aufseiten Russlands in den Konflikt. Lukaschenko, der am Montag in Sotschi Russlands Präsident Wladimir Putin trifft, hat derartige Absichten stets dementiert.

Ukraine-News: Russland verteidigt Positionen

Bei den Kämpfen in der Ostukraine selbst gibt es nach Angaben des Generalstabs wenig Veränderungen: Im Norden von Charkiw versuchen die Russen ihre Positionen zu verteidigen, weiter südlich bereiten sie demnach eine neue Offensive gegen die Großstadt Slowjansk vor. Beim Versuch, die Ortschaft Dowgenke westlich der strategisch wichtigen Straße zwischen Isjum und Slowjansk einzunehmen, sei das russische Militär aber zurückgeschlagen worden, hieß es.

Laut ukrainischen Angaben ebenfalls erfolglos verliefen in der Nacht die Angriffe Richtung Sjewjerodonezk und Bachmut. Im Raum Awdijiwka, Kurachowe, Nowopawliwka und Richtung Saporischschja seien die Kampfhandlungen abgeflaut, sagte der Sprecher des Generalstabs, Olexandr Stupun. Insgesamt elf Attacken des Feindes seien abgewehrt worden. Wegen der hohen Verluste müsse Russland inzwischen die ausgemusterten „T-62“-Panzer wieder aktivieren, um Reserveeinheiten auszurüsten. Die Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden.

(marv/tu/nak/lz/lm/aa mit dpa/AFP)

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