Nicht getäuscht: Minister behält Doktortitel

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Niedersachsens Kultusminister Bernd Althusmann darf seinen Doktortitel behalten.

Hannover/Potsdam - Niedersachsens Kultusminister Althusmann übersteht die Plagiatsaffäre um seine Doktorarbeit unbeschadet. Laut der Uni Potsdam hat er zwar schlampig zitiert, aber nicht getäuscht.

Niedersachsens Kultusminister Bernd Althusmann darf seinen Doktortitel behalten. Die Plagiatsvorwürfe gegen den CDU-Politiker seien nicht belegt, teilte die Universität Potsdam am Donnerstag mit. Das Verfahren werde deshalb eingestellt. Eine Untersuchungskommission der Uni hatte sich monatelang mit der umstrittenen Dissertation des 44-Jährigen beschäftigt, der derzeit Präsident der Kultusministerkonferenz ist.

Zwar enthalte die Arbeit eine Vielzahl formaler Mängel, eine Täuschung sei dem Kultusminister aber nicht vorzuwerfen, erklärte der Vorsitzende der Kommission zur Untersuchung von Vorwürfen wissenschaftlichen Fehlverhaltens, Tobias Lettl. So habe Althusmann nicht gegen das Urheberrecht verstoßen. Den Beschluss fasste das Expertengremium einstimmig.

Der Betriebswirt hatte seine 2007 eingereichte Dissertation über Prozesse in der öffentlichen Verwaltung neben seiner politischen Arbeit als Landtagsabgeordneter verfasst. Die Arbeit war mit der schlechtesten Note “rite“ (genügend) bewertet worden. Anders als andere ranghohe Politiker wie Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), die als Abschreiber überführt wurden, übersteht Althusmann die Affäre damit unbeschadet.

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Der Schummel-Verdacht gegen den Minister war im Juli durch einen Zeitungsbericht öffentlich geworden. Anonyme Plagiatsjäger warfen Althusmann vor, in der Arbeit fremde Gedanken als eigene ausgegeben zu haben. Der CDU-Politiker räumte daraufhin handwerkliche Fehler beim Zitieren ein, bestritt aber stets eine bewusste Täuschung.

Die Uni Potsdam übte am Donnerstag auch Selbstkritik. Zu den Schwächen der Arbeit sagte der Vorsitzende der Kommission: “Insgesamt handelt es sich um Mängel von erheblichen Gewicht. Zu ihrer Vermeidung hätten die Gutachter die Dissertation genauer prüfen und weitere Maßnahmen ergreifen müssen, zumal diese Verstöße zumindest teilweise ohne weiteres erkennbar waren.“ Die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät der Hochschule will aus der Affäre lernen und Doktoranwärter bei der Promotion künftig besser betreuen.

Der Chef des Experten-Gremiums informierte Althusmann erst am Donnerstag telefonisch über die Ergebnisse. Die CDU- und FDP-Fraktionen im niedersächsischen Landtag forderten daraufhin eine Entschuldigung der Opposition. SPD, Grüne und Linke sehen aber immer noch den Ruf des Ministers beschädigt. Er gebe ein schlechtes Vorbild für Lehrer und Schüler ab.

dpa

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