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NSU-Prozess: Das sagen Journalisten aus aller Welt

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Journalisten aus aller Welt berichten vom NSU-Prozess in München.

München - Das Medieninteresse am Münchner NSU-Prozess könnte größer kaum sein. Medien aus aller Welt berichten von Beate Zschäpes Auftritt vor Gericht. Wir haben uns bei internationalen Journalisten umgehört.

Fühle mit Opfern

Ich fühle mich als Familienmitglied der Opfer. Von diesem Prozess erwarte ich, dass die ganze Wahrheit herauskommt. Die Angehörigen müssen wissen, warum gerade sie Opfer geworden sind. Außerdem erwarte ich, dass die Schuldigen benannt werden, die Akten des Verfassungsschutzes vernichtet haben.

Recai Aksu, Korrespondent der türkischen Zeitung „Yurt“

NSU-Prozess in München - die Bilder

NSU-Prozess in München - die Bilder

Erwarte nicht viel

Bei der Auslosung um die Presseplätze hat die türkische Nachrichtenagentur keinen Platz im Sitzungssaal bekommen, das erschwert die Arbeit. Wir arbeiten zum Glück eng mit der Deutschen Nachrichtenagentur dpa zusammen. Vom Prozess erwarte ich nicht viel. Ich glaube nicht, dass die ganze Wahrheit herauskommt.

Wie 15-Jährige

Als die Angeklagten hereinkamen, insbesondere Beate Zschäpe, sah ich keinerlei Schuldbewusstsein in ihren Gesichtern. Als ob sie auf eine Art Podium gehen würde, wie eine Heldin mit dem Gesichtsausdruck einer 15-Jährigen. Man sieht, dass sie eigentlich sehr gesprächig ist. Es tut mir weh, dass sie keinerlei Schuldbewusstsein zeigt.

Celal Özcan, Korrespondent für die türkische „Hürriyet“

Eine Show

Was für eine Show! In Schweden wird dieser Prozess sehr wohl beachtet, speziell von der Staatsanwaltschaft und der Sicherheitspolizei, die konkrete Ergebnisse erwarten. Auch wir haben einen sehr vitalen Rechtsextremismus, der sich aber eher in Rockerbanden und in bestimmten Wirtschaftskreisen bemerkbar macht.

Tomas Lundin, Korrespondent von Schwedens „Svenksa Dagbladet“

tz

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