NSU-Prozess: Ude wirft Gericht Versäumnisse vor

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Münchens Oberbürgermeister Christian Ude.

München - Im Streit um die Platzvergabe im NSU-Prozess hat der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) dem Gericht Versäumnisse vorgeworfen.

Als korrekte Juristen wollten die Richter das Verfahren revisionsfest machen, auch im Interesse der Opferfamilien. Aber „die politische Dimension ist verkannt worden“, sagte Ude der „Süddeutschen Zeitung“ (Samstagsausgabe). Es sei unbegreiflich, dass das Gericht nicht sehe, dass „die türkische und die griechische Seite berücksichtigt werden müssen“.

Vertreter der Türkei und Griechenlands sowie Journalisten aus beiden Ländern müssten Zugang zu dem Prozess bekommen, sonst werde „die internationale Resonanz verheerend“ sein, sagte der SPD-Spitzenkandidat für Landtagswahl im Herbst. Schon jetzt sei der Imageschaden enorm.

Forderungen nach einem größeren Saal außerhalb des Gerichtsgebäudes oder nach Videoübertragung bewertete Ude allerdings skeptisch. Den Prozess zum Beispiel auf dem Münchner Messegelände zu führen, wäre zwar möglich gewesen. „Ich habe Verständnis dafür, dass das Gericht diese Variante verworfen hat. Vielleicht auch, um jeden Geruch eines Sonderverfahrens zu vermeiden. Oder um auszuschließen, dass die Verteidigung irgendwas hätte rügen können“, sagte Ude. Videoübertragungen in einen anderen Gerichtssaal seien unter Juristen ebenfalls umstritten. „Aber man wird der Justiz nicht vorwerfen können, dass sie auf jeden Fall auf der rechtlich sicheren Seite sein will“, sagte Ude.

Alle Infos zum NSU-Prozess in München

dpa

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