Ab Herbst 2014

NSU: Toleranz-Preis zum Opfer-Gedenken

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Nürnbergs OB Ulrich Maly und OB Christian Ude (SPD) richten den Preis ein

München - Nürnberg, München und der Freistaat Bayern gedenken gemeinsam den Opfern der NSU-Morde. Ein interkulturellen Jugendpreis soll die Toleranz fördern.

Nie wieder soll das passieren: 13 Jahre konnten die Nazi-Terroristen des NSU mordend durch Deutschland ziehen. In München und Nürnberg haben sie fünf Menschen umgebracht. Mit einem Interkulturellen Jugendpreis wollen die beiden Städte zusammen mit dem Freistaat der Opfer gedenken und Toleranz fördern.

Die Idee hatte Nürnbergs OB Ulrich Maly (SPD) nach den Gesprächen mit den Familien der Opfer. Schnell sei klar gewesen, dass die jüngst in München enthüllten Gedenktafeln und die in Nürnberg gepflanzten Ginkgo-Bäume nicht ausreichten. Auch OB Christian Ude (SPD) erlebte die Trauer der Angehörigen: „Die Gespräche haben mir das Leid und die Traumatisierung deutlich vor Augen geführt.“ Darum stimmten er und auch Innenminister Joachim Herrmann (CSU) dem Toleranz-Preis zu: Ausgezeichnet werden sollen Projekte von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in beiden Städten, die für ein friedliches Miteinander eintreten. Drei Initiativen werden mit insgesamt 9000 Euro bedacht.

Wie genau die Jury besetzt sein wird, ist nicht ganz klar. Sicher ist, dass die Witwe des Münchner Opfers Theodoros Boulgarides, Yvonne Boulgarides, vertreten sein wird. Alle anderen Familien wurden eingeladen. Dazu kommt laut OB Nesrin Gül, mit 26 Jahren das jüngste Mitglied des Ausländerbeirats. Bei der Jury-Sitzung Anfang 2014 wird ein Name für den Preis festgelegt. Die ersten Preisträger sollen im Herbst feststehen.

DAC

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